Alex Flinn – “Beastly”

Ah, tale as old as time… Es ist an dieser Stelle überflüssig zu erzählen, dass ich meinen Freund bereits am Freitag meinen Freund in die Neuverfilmung des Disney-Klassikers “Schöne und das Biest” mit Emma Watson geschleppt habe. Weniger überflüssig ist, zu erwähnen, dass es nur eine Adaption von vielen ist, die sich diesem Märchen im Verlauf der Jahre angenommen hat. Während die meisten in einer “märchenhaften” Epoche bleiben, gibt es jedoch auch einige Mutige, die versuchen den Stoff in unsere Zeit zu holen. So auch Alex Flinn.

Bei ihr lernen wir das Biest zuerst in einem Chatroom kennen, in dem sich Leidensgenossen austauschen können, also z.B. der Froschkönig, die kleine Meerjungfrau oder auch der Bär aus “Schneeweißchen und Rosenrot”. Der Chatverlauf, den man hier liest, ist vorgezogen, denn die Geschichte beginnt bei dem gutaussehenden und dank seines oberflächlichen Vaters reichen Kyle Kingston. Auf dem Schulball stellt er eine in seinen Augen hässliche Mitschülerin bloß, die ihn daraufhin wegen seiner Oberflächlichkeit dazu verflucht seiner innere Hässlichkeit als äußerer Hülle zu zeigen. Allerdings hat sie Mitleid mit ihm und erklärt ihm wie der Fluch gebrochen werden könnte. Doof nur, dass sich seine Freundin weigert ihn zu küssen. Sie war übrigens ziemlich sauer, als er statt mit der geforderten Orchidee mit einer Rose beim Ball aufgetaucht war. Daher ging die Rose an ein anderes Mädchen.

Nachdem feststeht, dass operativ nichts zu erreichen ist, richtet sich Kyle nach und nach in seinem neuen Leben in einem großen, alten Stadthaus ein, weiterhin betreut von der Haushälterin, die das mit der Blume verbockt hatte, und einem blinden Privatlehrer. Die einzigen Früchte, die der Unterricht jedoch trägt, sind viele gelesene Bücher, der neue Name Adrian King und der zum Gewächshaus umgebaute Hinterhof, in dem nun Rosen heranwachsen, um die er sich kümmert.

Verständlich ist daher sein Zorn, als eines nachts ein Mann dort einbricht. Um sich selbst frei zukaufen, bietet er dem Biest seine angeblich hübsche Tochter. Kyle willigt ein, da er in dem Mann den drogensüchtigen Vater seiner Klassenkameradin Lindy erkennt. Aus Angst er würde nicht der Letzte sein, der dieses Angebot erhielte, willigt er ein und trifft von da an Vorbereitungen, damit sie sich möglichst wohl in ihrem neuen zuhause fühlen würde. Das geht natürlich anfangs nach hinten los. Doch allmählich nähern sie sich an und verbringen sogar eine unbeschwerte Winterzeit in den Bergen.

Aber das Glück bricht ab, als Lindy im Zauberspiegel der Hexe (hat sie netterweise Kyle überlassen) ihren Vater sieht. Kyle lässt sie zu ihm. Wieder in der Stadt traut er sich anfangs nicht, den Kontakt zu ihr wieder aufzunehmen, doch als er es schließlich tut, wird er unfreiwillig zu ihrem Retter und selbst angeschossen. Selbstverständlich gesteht sie ihm daraufhin ihre Liebe und er verwandelt sich zurück. Friede, Freude, Eierkuchen.

Dank eines Deals mit der Hexe kann sein Privatlehrer wieder sehen und arbeitet nun an Kyles alter Schule. Und die Haushälterin? Kyle hatte sich für sie gewünscht, dass sie zurück zu ihrer Familie könnte, hat er in ihr doch eine wirklich gute Freundin mit der Zeit gefunden. Hier wird es fast schon philosophisch, denn es stellt sich zum Schluss heraus, dass sie in Wahrheit die Hexe Kendra war.

Es kitschig zu nennen, wäre übertrieben. Immerhin sprechen wir von einem der kitschigsten Märchen schlechthin. Trotzdem kam die Romatikerin in mir definitiv nicht zu kurz. Gleichzeitig war es erfrischend die Geschichte einmal aus der Sicht des Biests zu lesen. Natürlich könnt ihr euch auch den gleichnamigen Film ansehen, der allerdings hinter dem Buch weit zurück bleibt. Es sei denn ihr mögt Neil Patrick Harris, dann schaut erst den Film und lest dann das Buch! Oder ihr sucht euer altes Märchenbuch heraus und lest das Original 😉

Begonnen: 5.10.    Beendet: 16.10.16

Posted in Books, Filme, Märchen, Fantasy | Tagged , , , | Leave a comment

Terry Pratchett – Alles Sense

Nur er sei gewiss, stellte der Protagonist des elften Scheibenwelt-Romans vor einer Weile fest. Blöd nur, dass sein oberster Boss Azrael etwas gegen die Entwicklung eines Charakters hat, den Tod inzwischen hat. So findet er eines Tages eine neue, goldene Sanduhr, auf der sein Name steht. Kurzentschlossen quittiert er daraufhin seinen Dienst und nimmt die Stelle des Knechts bei Fräulein Flinkwert an. Bill Tür ist es daraufhin ziemlich egal, was weiterhin auf der Scheibenwelt passiert.

Das wiederum trifft sich hervorragend für den in die Jahre gekommenen Zauberer Windle Poons, der nach seinem Ableben einfach wieder in seinen Körper zurückschlüpft und sich einer Gruppe Untoter in Ankh-Morpork anschließt. Währenddessen schlagen sich seine Kollegen mit plötzlich lebendig werdenden Alltagsgegenständen herum und seltsamen Metallwägen, die sich aus kleinen mit Glitter gefüllten Kugeln mit Gebäudeminiaturen entwickelt haben. Als sich schließlich das Ausmaß dieser Parasiten in Form eines Einkaufszentrums außerhalb der Stadtmauern zeigt müssen jedoch beide Gruppen zusammenarbeiten.

Und irgendwann gibt Windle Poons sein Zombiedasein wieder auf und stirbt diesmal tatsächlich. Schließlich konnte Bill Tür bewaffnet mit der Erntesense es mit seinem angeberischen Nachfolger aufnehmen und sich daraufhin wieder zusammensetzen. Nur die sich bis dahin entwickelten Tode der Ratten und Flöhe entgehen diesem Prozess und treten für ihre Selbstständigkeit ein. Ist vielleicht auch besser so, denn sonst käme es vermutlich schon wieder zu einem Überschuss an Lebensenergie, während Tod Fräulein Flinkwert holt und ihr auf dem Dorffest einen schönen Abend mit Tanz und Pralinen bereitet.

Aus meiner Sicht nicht der beste Roman der Reihe, aber auf alle Fälle unterhaltsam und kritisch zu gleich. Mit dem Mähdrescher des Schmieds, der eigentlich Tods Sense töten soll, rückt der Fortschritt weiter vor. Windle Poons verkuppelt die Werwölfin Ludmilla und den Wermenschen (ihr wisst schon, was ich meine) Wolf aus seiner Selbsthilfegruppe. Die gesamte Einkaufszentrumepisode gibt einem wirklich zu denken. Und als Krönung gibt es Frau Keks, ihrerseits Medium und gefürchtetes Mitglied jeder Glaubensgemeinde. Oder wie es der Oberpriester im Vorzimmer von Lord Ventiari seinem Bruder, dem Erzkanzler beschrieb:

»Ihr habt doch diese… grauenvollen Wesen aus den Kerkerdimensionen, nicht wahr? Diese schrecklichen Risiken eures gottlosen Berufs?«, sagte der Hohepriester.

»Ja.«

»Und wir haben Frau Keks.«

Noch Fragen? Dann ist ja jetzt alles gesagt und ich kann ich Ruhe weiter überlegen, wieso es an meiner Hochschule nur menschliche Bibliothekare gibt.

Begonnen: 8.3    Beendet: 14.3.17

Posted in Books, Fantasy | Tagged , , , | Leave a comment

Dianna Wynne Jones – “Howl’s Moving Castle”

And here comes the final element of an equation that reaches back in my childhood and accompanied my whole youth. The circle is full. I was twelve when the Miyazaki film with the same name was shown in cinemas for the first time and I instantly fell in love with it, its language of pictures, its story, his characters. It took me years and my meanwhile gained knwoledge about how Japanese pronounce English to recognize, that “Haoru” was actually “Howl”. But I was nine, when I read “Charmed Life”, also by Jones and intruducing me into a world which has eight parallel worlds. Everyone has his/her copy of themselves in it – except for those who are meant to be the gate keeper and the most powerful wizards in this world. A year before my interest in Japan had begun. Strange how things suddenly fit together.

With a little bit of math “Howl’s moving castle” has been now my favourite Studio Ghibli film for more than eleven years, so I wasn’t suprised when I began reading on Christmas Eve and found myself overwhelmed by Jones’ story – mixed with the pictures and voices of it. Believe me, I really can’t explain how my brain made them speak English (for my DVD copy is only in German and Japanese). Even both split up in their own way of plot it was still mixed. And yes, therer are some (or let’s be honest – quite a lot of) differences.

Sophie Hatter, eldest of three (!) sisters, stays in her dead fathers hat shop with her step mother, while her sisters are free to find another education. With a huge work load she seldom leaves the house. Nevertheless on the one day she does, she not only finds out that her sisters switched places, but is also addressed by a young man in a strange suit. After this it isn’t long till the Witch of the Waste appears in the shop and curses her to look old.

Sophie sees her chance to get rid of her steady, boring life and leaves Market Chipping to find her luck. Ironically she ends at the evening in the moving castle of Wizard Howl, which is circling the hills around town for some months by now. During a conversation she makes a pack with fire demon Calcifer to break his contract with Howl which does them both no good. Howl’s assistent Michael she tells that she is the new housekeeper and the “castle” is really in need of her. Of course she does a few things to upset Howl, while she is upset with his romantical interest in her younger sister and his complete behaviour in general. Despite that he tolerates her and even involves her in his war with the Witch of the Waste – or more precisely her fire demon (his nephew’s English teacher in Wales where the black knob really leads to).

Finally they defeat her together. Ben Sullivan (Wizard Suliman) and the Prince are freed from their suffering as dog-man and scarecrow (I forgot who of them will get Lettie) and Michael gets Martha (the youngest sister). Calcifer survives because of Sophie’s ability to talk life into things (her stick, several hat she made etc.). And when Howl reveals to Sophie that the curse stuck to her because she felt comfortable being old she is able to break it herself. One can’t imagine how happy Howl is seeing Sophie really was the girl he had tried to talked to on May Day. All happy living in the old hat shop.

As mentioned above there are deviations between book and film but it didn’t make me liking one or the other less. In fact I can see why some decisions where made and enjoyed to find out about the original idea even more. For example though the land of Inagry has a lot of its own magic the most powerful beings originate in Wales which is described as a normal place in our world. And a lot of film characters are actually two different characters in the book. This indeed fits what the witch’s fire demon was doing and kind of hints to the way darker war between her and the wizard.

To be honest, I could go on and on about my favourite scenes and moments, but actually this wouldn’t work. I can’t tell you everything…Only say that you should really read this book! Regardless of whether you have such a boyfriend as mine (gifted me the complete series for Christmas – I still can’t believe it) or you have to buy it yourself. It’s worth it cause every page has magic in it.

Begonnen: 24.12.16    Beendet: 29.12.16

Posted in Books, English, Fantasy | Tagged , , , , | Leave a comment

Manuela Inusa – “Jane Austen bleibt zum Frühstück”

Wenn man Semesterbeginn immer noch wie verrückt eBooks auf dem neuen Reader liest, kann das manchmal seltsame Formen annehmen. Vor allem, wenn bei der Suche nach Jane Austen irgendwann mal auch ein Buch auftaucht, dass nicht von ihr geschrieben ist, sondern indirekt über sie.

Penny Lane hat so gar nichts mit Jane Austen gemeinsam – außer ihre Begeisterung für Bücher, den Wunsch Klavier zu lernen und das Zimmer in Brighton, in dem die großartige Autorin eine Weile mit ihrer Schwester lebte. Allerdings ändert sich das, als sie sich ganz sehnlich Austen herbeiwünscht, um ihr mit ihrem Gefühlschaos ihren Ex-Freund betreffend zu helfen. Der stand ihrer Meinung nach nämlich zu sehr unter dem Pantoffel seiner Mutter, weshalb sie sich letztendlich zerstritten haben.

Aber wie das mal so ist, sollte man vorsichtig mit seinen Wünschen sein. Denn den Morgen darauf erwacht die waschechte Jane Austen neben ihr, die sich erstmal in dieser seltsamen Welt zurecht finden muss. Sie ist begeistert von Pennys Arbeit als Buchhändlerin, auch wenn diese ihr verwehrt ihre eigenen Romane zu lesen, da sie gerade erst den Erstentwurf von “Stolz und Vorurteil” fertig hat – lässt sie dann aber die Verfilmung mit Keira Knightley sehen (dabei ist die mit Colin Firth so viel besser). Aber sie wird auch Teil eines Komplotts von Frederick Lefroy, Pianist, und Pennys Bruder George (der noch die Namen der anderen drei Beatles als Vornamen hat) Penny an ihrem Geburtstag wieder mit ihrem Ex-Freund, der sie ziemlich vermisst, zusammenzubringen. In Kürze: er singt für sie, sie sprechen sich aus, stellen etwas nicht jugendfreies im Elternschlafzimmer an und sind danach total happy wieder zusammen zu sein. Frederick und Jane sind da schon interessanter. Er ist bezaubert von ihrem Verhalten und ihrem Klavierspiel (besser als seines) und sie verguckt sich auch sehr schnell in ihn, letztlich nicht nur wegen der großen Ähnlichkeit zu einem anderen gewissen Mr. Lefroy. Allerdings erwacht sie nach Pennys Geburtstag wieder in ihrer Zeit, weshalb sie beschließt die männliche Hauptfigur in ihrem nächsten Roman (Persuasion) ihm und ihrer Hoffnung, ihn eines Tages wiederzusehen widmet.

Schräg. Das Buch ist ab einem gewissen Punkt bzw. eigentlich die ganze Zeit einfach nur schräg, gleichzeitig aber so liebenswert und humorvoll geschrieben, dass ich es immer wieder schade fand, schon an der Haltestelle, an der ich aus der Bahn musste, angelangt zu sein. Es ist vielleicht nicht unbedingt die richtige Wahl für überzeugte Jane Austen Fans, wenn man aber die Bücher mag und gerne auch mal schmunzelt, dürfte es wohl passen, vor allem da man doch ein paar Punkte aus Austens Leben erfährt – und natürlich zu den Beatles.

Begonnen: 20.9.16    Beendet: 29.9.16

Posted in Books, Fantasy | Tagged , | Leave a comment

Appetithäppchen #010

It’s been a while since you’ve got something nice and small from the kitchen. So I hope you’ll enjoy this one.

It was night again. The Waystone Inn lay in silence, and it was a silence of three parts.

The most obvious part was a hollow, echoing quiet, made by things that were lacking. If there had been a steady rain it would have drummed against the roof, sluiced the eaves, and washed the silence slowly out to sea. If ther had been lovers in the beds of th inn, they would have sighed and moaned and shamed the silence into being ot its way. If there had been music…but no, of couse there was no music. In fact there were none of these things, and so the silence remained.

Outside the Waystone , the noise of distant revelry blew faintly through the trees. A strain of fiddle. Voices. Stomping boots and clapping hands. But the sound was slender as a thread, and a shift in the wind broke it, leaving only rustling leaves and something almost like the far-off shrieking of an owl. that faded too, leaving nothing but the second silence, waiting like an endless indrawn breath.

the third silence was not an easy thing to notice. If you listened for an hour, you might begin to feel the chill metal of a dozen locks turned tight to keep the night away. It lay it rough clay jugs of cider and the hollow taproom gaps where chairs and tables ougt to be. It was the mottling ache of bruises that bloomed across a body, and it was in the hand of the man who wore the bruises as he rose stiffly from his bed, teeth clenched against the pain.

The man had true-red hair, red as flame. His eyes were dark  and distant, and he moved with the subtle certainty of a thief in the night. He made his way downstairs. there, behind the tightly shuttered windoww, he lifted his hands like a dancer, shifted his weight, and slowly took one single perfect step.

The Waystone was his, just as the third silence was his.This was appropriate, as it was the greatest silence of the three, wrapping the others inside itself. It was deep and wide as autumn’s ending. It was heavy as a great river-smooth stone. It was the patient, cut-flower sound sound of a man who is waiting to die.

PS: Of course you’re free to guess from which book I’ve taken these lines.

Posted in Apetithäppchen, Books, English | Leave a comment

… and a Happy New Year!

My best friends (including my boyfriend) are great and crazy at the same time. Not only have they all bought me wonderful books for Christmas, but they also got hold on the English copies! I hope I have time to read most of them during the holidays for I actually have to learn for my exams in the end of January… we’ll see.

Till then I hope you’re fine, got good through Christmas this year and have a good start in 2017.

Posted in Books | Leave a comment

“Buch ohne Gnade”

Ich bin kein Fan von Horror-Filmen. Wirklich nicht. Zwar habe ich nichts gegen eine gut gemachte “Dracula”-Verfilmung oder auch mal “Underworld”, doch bei allem anderen protestiere ich. Selbst von angeblich lustigen Filmen wie”Zombieland” bin ich nicht überzeugbar. Umso überraschender ist es daher, wie viel Spaß ich beim Lesen von “Buch ohne Gnade” hatte.

Wie schon im ersten Teil geht es hier (dritter Teil) wieder um den berühmt, berüchtigten Killer Bourbon Kid, der – nicht nur – unter Alkoholeinfluss sich in eine gnadenlose Killermaschiene verwandelt. Diesmal hat er jedoch ein kleines Problem: bereits am frühen Halloweenmorgen hat er bis auf zwei Kugeln die gesamte Munition verbraucht. Die ideale Voraussetzung also, um ein Hotel in der Wüste mit einem alljährlichen Untotenproblem zu besuchen.

Verschiedenste Leute wollen an diesem Tag in die beschauliche Region “Devil’s Graveyard”: Emily, die bereits festgelegte Finalistin das Back-From-The-Dead-Gesangswettbewerbs, Sanchez, Barbesitzer aus Santa Mondega (s. Band 1), sein Kumpel Elvis (wegen des Gesangwettbewerbs), Julius, James Brown-Double und angeblicher 13. Apostel, zwei von ihm angeheurte Killer und Jacko, Michael Jackson im Thriller-Outfit Double, der jedes Jahr jemanden sucht, der ihn zum Hotel mitnimmt und es erst an der Seite von Kid schafft.

Danach folgt eine ganze Menge von in sich verkettete Geschehnisse, daher hier nur die Grundlinie. Nigel Powell, Manager des Hotels, das über dem Hollenschlund steht, hat seine Seele an den Teufel verkauft, der nun als Gegenleistung jedes Jahr eine neue Seele verlangt. Der oder die Unglückseelige ist dabei immer der Gewinner des Gesangswettbewerbs. Damit es aber den restlichen Gästen nicht zu langweilig wird oder sie gar Mitleid verspüren könnten, erscheint zur gleichen Zeit eine Meute von Ghuls, die ihren Hunger stillen wollen.

Diesen Fluch will Julius brechen, da seine Seele angeblich bereits Gott gehören würde – allerdings lässt er alle anderen zuvor entschiedenen Finalisten dafür umbringen. Nur Emily überlebt (bis kurz nach dem Ende des Wettbewerbs), da sie Bourbon Kid in ihrem Dorothy (Wizard of Oz)-Kostüm an seine Jugendliebe erinnerte. Pech nur, dass Kid auch ein As im Ärmel hat: Jacko, der, weil Michael Jackson schon auf der Teilnehmerliste stand, als Blues Brother auftreten muss, erst mit “Mustang Sally” und dann mit “Sweet Home Chicago”. Allerdings covert er diesen Song nicht, wie er Powell erklärt, der daraufhin panisch nach der Unterschrift auf dem Vertrag sucht: Robert Leroy Johnson.

Der Teufel freut sich sogar, ihn zu sehen – bevor das Hotel langsam in die Tiefe stürzt. Aber keine Angst, ein Grüppchen der wenigen Überlebenden sieht ihn am nächsten morgen, wie er den Wegweiser wiederhinstellt. Insgesamt also ein netter Kerl und ein verdammt guter Musiker.

 Ich hab es ja oben schon angedeutet, wäre dies ein Film gewesen, hätte ich ihn vermutlich nicht geschaut. Aber die Art wie das Buch geschrieben ist, ist einfach mitreißend und äußerst humorvoll. Oder wie würdet ihr es bezeichnen, wenn ein neuer Charakter akribisch 1 Seite lang beschrieben wird, um dann 2 Seiten später von Kid ins Jenseits geschickt zu werden?

Begonnen: 30.11.16    Beendet: 9.12.16

Posted in Books, Fantasy | Tagged , | Leave a comment

Jojo Moyes – “Ein ganzes halbes Jahr”

Kann man sich innerhalb eines halben Jahres komplett verändern? Wie sehr prägen uns die Menschen, die uns täglich umgeben? Wenn man Jojo Moyes glauben kann, mehr als wir am Anfang selbst ahnen würden.

Eigentlich nimmt Louisa Clark die Stelle als William Traynors Pflegerin und Gesellschafterin nur ungern an. Aber den Job im Cafe hat sie verloren und als einzigen anderen Vorschlag steht ihr nur noch ein Job in der “Unterhaltungsbranche” offen – zumindest laut Arbeitsamt. Und arbeiten muss sie – allein schon um ihre Familie, ihre Eltern, ihre Schwester mit dem kleinen Sohn und ihren Großvater zu unterstützen, vor allem als Treena wieder an die Uni zurückgeht und ihr Vater seinen Job in der Möbelfabrik verliert.

Und so bleibt sie, hält Wills Launen aus und lernt ihn immer mehr verstehen. Und Will seinerseits -.seit einem Motorradunfall (er wurde angefahren) im Rollstuhl und kaum in der Lage seine Arme zu bewegen – macht es sich zur Aufgabe sie neugierig auf die Welt außerhalb des beschaulichen Städtchens zu machen. Er bringt sie dazu Filme mit Untertiteln zu schauen, zu lesen, Klassik zu hören. Sie sei an manchen Tagen der einzige Grund, weswegen er aufstehe, gesteht er ihr auf der Hochzeit seiner Ex-Freundin mit seinem ehemals besten Freund. Doch da weiß Lou schon längst, dass er bald gar nicht mehr aufstehen will. Nach Ablauf des halben Jahres, für das sie ihren Vertrag hat, hat Will einen Termin bei Dignitas in der Schweiz. Mit Hilfe einer großen Online-Community denkt sie sich daher immer wieder Erlebnisse aus, um ihn doch umzustimmen. Aber selbst als sie sich in ihn verliebt und ihm auch offen sagt, dass sie mit ihm zusammen sein will, ändert das seine Meinung nicht, da es das einzige sei, dass er seit langem selbst bestimmen könne.

Trotz des darauf folgenden Streits ist sie in seinen letzten Stunden bei ihm. Ein paar Wochen später erfährt sie dann auch in einem Brief, dass er alles in die Wege geleitet hat, damit sie eine Ausbildung nachholen und anfangen kann, ihr Leben selbstbestimmt in vollen Zügen zu genießen.

Klar ich könnte hier noch von ihrem verrückten Modegeschmack schreiben, den sie hat, seitdem sie ihre “Unerschrockenheit” verlor (ein Erlebnis, mit dem sie erst durch Wills Hilfe lernt richtig umzugehen), von ihrem Sportbessenene (Ex)Freund Patrick, von Hummelstrumpfhosen und vielem mehr. Doch eigentlich möchte ich hier nur schreiben, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich das letzte Mal die letzten hundert Seiten eines Buches geweint habe und danach richtig down war. Bis auf wenige Kapitel, die auch mal Treena, Wills Mutter und Wills Pfleger zu Wort kommen lassen, erzählt Louisa ruhig und unaufgeregt was sie erlebt und wie sie sich fühlt. Sich nicht mit ihr zu identifizieren fällt dabei wirklich schwer.

Ich habe eine ganze Weile über das Ende nachdenken müssen, wartete ich doch während des Lesens die ganze Zeit auf das Happy End, das nicht kam. Dennoch ist es gut so wie es ist, denn es ist konsequent und bleibt den Charakteren, vor allem William, treu. Trotzdem war mein Fazit eine Stunde nach dem Auslesen und ein großes Stück Schokolade später, dass ich nächster Zeit wohl eher Fantasy lesen werde. Schöne ehrliche Fantasy, die tragische Liebesgeschichten nicht so sehr auf die emotionale Schiene zieht.

Begonnen: 14.11.    Beendet: 22.11.16

Posted in Books | Tagged , , , | Leave a comment

Dora Heldt – “Wir müssen reden”

Ich liebe Kolumnen! Ob sich diese Aussage tatsächlich verallgemeinern lässt, ist zwar so eine Frage, aber bei einer Zeitschrift, die meine gesamte Familie liest, beginne ich immer dort und schaue mir erst danach den Rest an. Umso mehr hat es mich dann gefreut, festzustellen, dass sich hinter “Wir müssen reden” eine heitere Sammlung von Kolumnenbeiträgen von Dora Heldt versckt.

Lächel ich in den ersten Kapiteln noch erheitert mit, so wird mir bald bewusst, was eine Kolumne so interessant macht – man findet sich sehr oft selbst darin wieder. Zwar muss ich mir noch keine Gedanken um graue Haare machen und ob sich Männer ebendiese auch färben dürfen, oder nicht, aber bei der Aufzählung der sieben schwarzen Strickjacken im Schrank fühle ich mich dann doch ertappt. Ebenso bei der Kritik an Leuten, die während des Einkaufs mit zu Hause telefonieren. Mach ich nicht. Ehrlich. Aus Sicht von Frau Heldt habe ich nämlich schon die nächst schlimmere Stufe erreicht: ich fotografiere! Das zwar auch nicht immer und es ist wirklich schwer Wolle für meinen Freund zu kaufen, die ihm gefallen soll, wenn 600km zwischen uns liegen, aber trotzdem… so einen schalen Beigeschmack hat das jetzt doch bekommen. Beim Rest kann ich dann nur wieder zustimmen: Stress mit Müttern, deren Vorstellung von einer sauberen Wohnung deutlich über den eigenen stehen, Silvesterrituale, Essensrunden mit Freunden, Pärchen, von denen man nur die eine Hälfte wirklich mag, die verzweifelte Suche nach gutsitzender, schicker Kleidung, dem Vorteil beim Schuhkauf ohne schlechtes gewissen nach einer anderen Größe zu fragen…

Witzig, leicht, humorvoll mit einer charmanten Sicht auf das weibliche Leben. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

begonnen: 19.10.16    beendet: 26.10.16

Posted in Books | Tagged , , | Leave a comment

Jane Austen – “Mansfield Park”

Looking at my queue of books I want to write a review about I just realised how I’ve neglected my blogging activity – and my English skills (sorry for that one). Nevertheless finishing the last book on sunday creates the oppurtunity to continue my writing here.

In May I decided to read all of Jane Austen’s novels. No big deal acutually, for already having read “Pride and Prejudice”, “Sense and Sensibility” and “Emma”, which is considered to be the longest novel of them. So here we are again for the pleasures of Austen’s writing and the knowledge that the protagonist ends up with the man meant to make her happy.

Well, Mansfield Park. The name says it all. The whole story takes places in Sir Thomas Bertram’s estate in Norfolk starting when his sister-in-law, the pastor’s wife Mrs. Norris, persuades him and his wife to take the oldest daughter of his other siste-in-law to them. Fanny Price is nine years old when she moves from her family in Portsmouth to her relatives to whom she won’t be ever considered equal. The only exception is her cousin Edmund who considers her well being over all the following years (letting her write letters to her brother William, gifting her a horse for exercise and so on), while his older brother Tom and the sisters Maria und Julia don’t care much about her.

Everything changes about nine years later with the dead of Mr. Norris and the arrival of new acquaintances: Mr. Rushworth in Sotherton, soon enganged to Maria, Henry Crawford, highly interested in both Betram sisters, and his own sister Mary Crawford, falling for Edmund and considering him the eldest son, for Tom and his father are away in Antigua. The summer is spent pleasantly by the young people though not without Fanny seeing the flaws in those additions to the party.

As soon as Sir Thomas is back in early autumn (Tom returned even earlier and brought his friend Yates home) Maria is married to Mr. Rushworth – for his fortune only and still interested in Crawford. But while she is away in Brighton with her new husband and her sister Henry Crawford finds himself soon in love with Fanny. But not having forgotten his former behaviour and actually loving Edmund (close to engage himself with Mary) she declines his proposal and withstands all tries of persuasion of her relatives. Angry about this Sir Thomas sends her back to her family for some months to clear her mind of the now common luxuries. During her stay her opinion of Crawford improves, when he visits her, but not yet enough to love him. The next news she receives are shocking! Tom sick and clos to death, Maria gone away with Crawford and Julia marrying Yates in Scotland!

Long story shortend: Edmund sober from his love to Mary comes to take her back to Mansfield Park where all are glad to have her again around them. And after a while she is finally married to him and lives in the parsonage with him. And all this fuss just because Crawford couldn’t wait for Fanny to fall in love with him!

It was a absolutely pleasant read and does Austen justice to be still considered one of England’s best writers. I can’t say how much I like her way of writing and telling a story even though the sudden indroduction of so many names is sometimes a bit confusing for myself. The whole family is in some parts funny or even insane, but the characters one ought to like are always likeable.

But now I wonder if “Mrs. Norris”, Mr. Filch’s cat in “Harry Potter” was inspired by that certain aunt Norris not granting her niece felicity. I might think about it and then tell you to what conclusion I came. Till then: 4 finished, 2 still to go. (Or should I also read “Lady Susan”? – what is your opinion about Austen?)

started: Nov’16    finished: 13.11.16

PS: I hope my English wasn’t that bad after all.

Posted in Books, English | Tagged , , , | Leave a comment