Neil Gaiman – American Gods

Ich habe geschummelt.

Als ich von der Serie “American Gods” hörte, wurde ich neugierig. Doch so wie ich es ab und zu  tue, las ich erst auf Wikipedia die Zusammenfassung, bevor ich mir das Buch auslieh, um es tatsächlich zu lesen. Also wusste ich bereits was kommen würde, konnte nach Hinweisen Ausschau halten und  erkannte manche Anspielungen leichter. Aber was soll’s

Ich weiß, dass es gezinkt ist. Aber es ist das einzige Spiel in der Stadt.

Shadow wird ein paar Tage früher aus seiner Haftstrafe entlassen – nicht wegen der großen Milde des Gefängnisdirektors, nein, sondern um auf die Beerdigung seiner Frau gehen zu können. Auf dem Flug dorthin stellt sich ihm ein älterer Herr in einem teuren Anzug und mit einem Glasauge vor, sagt, da es Mittwoch sei, könne Shadow ihn Mr. Wednesday nennen, das wäre schließlich sein Tag, und bietet ihm einen Job als Fahrer und Mann fürs Grobe an. Aber Shadow lehnt ab, hat sein bester Freund ihm doch eine Stelle im Fitnessstudio frei gehalten. Dann erfährt er, dass es in dem Autounfall, bei dem Laura starb, einen weiteren Toten gab, seinen besten Freund, mit dem sie eine Affäre hatte. Entsprechend “schön” wird die Beerdigung. Dennoch legt Shadow eine Goldmünze auf ihr Grab, die er von einem Typen namens Mad Sweeney am Vorabend erhalten hat.

Bereits auf dem Rückweg zum Motel, in dem Mr. Wednesday abgestiegen ist, wird Shadow von einem Jugendlichen in einer Limousine entführt und darauf hingewiesen, der Wandel wäre unaufhaltsam. In der Nacht kommt dann Laura zu ihm ins Zimmer, scheinbar lebendig und trotzdem tot. Shadow würde es gerne als schlechten Traum abtun, kann es jedoch nicht.

Am nächsten Tag beginnt der eigentliche Roadtrip der beiden ungleichen Männer. So lernt Shadow zunächst Czernobog und die drei Zorya Schwestern kennen. Da Shadow gegen den ergrauten Schlachthausmitarbeiter im Dame-Spiel verliert, darf dieser ihm, wenn alles rum ist, den Schädel mit einem Hammer einschlagen, dafür muss er aber einwilligen Wednesday zu einem Treffen der anderen zu begleiten. Die jüngste der Zoryas, die nur nachts wach ist, gibt Shadow als Talisman den Mond in Münzenform und erklärt ihm, dass in ihrer Heimat das Sternenbild “großer Bär” dort “Odins Wagen” heißt und an einem dieser Sterne ein Ungeheuer in Ketten liegt, dass sonst das Universum verschlingen würde.

Nach mehreren kleinen Begebenheiten steuert Shadow mit Wednesday die Sehenswürdigkeit “Top of the Rock” an, wo er unteranderem Mr. Nancy kennen lernt, der ihm großartige Geschichten über eine gewitzte Spinne erzählt. Doch das Treffen mit ihm und einigen anderen geht schief, als sie zu einem örtlichen Restaurant fahren. Shadow wird gekidnappt von seltsamen Agenten. Doch Laura kommt und befreit ihn aus dem umgebauten Eisenbahnwagon (und tötet dabei einige der Agenten), sodass er sich weiter nach Süden durchschlagen kann. Ein Rabe sagt ihm, er solle nach Cairo gehen zu Mr. Jacquel und dort eine Weile bleiben. Also kauft er sich ein Auto und fährt dorthin.

Mr. Jacquel führt mit Mr. Ibis zusammen das Bestattungsunternehmen in der kleinen Stadt und zeigt Shadow wie wichtig es ist, respektvoll mit den Toten umzugehen. Gemeinsam richten sie die Totenfeier für Mad Sweeney aus, den sie kurz nachdem er Shadow um die Goldmünze bittet (es war eine, die er nicht hätte hergeben sollen) tot in einer Gasse finden. Wenig später trifft Wednesday ein und nimmt Shadow mit, ohne dass er sich richtig verabschieden kann. Aber seitdem sieht er öfter einen Falken in den Bäumen an der Straße und Katzen scheinen ihn mit besonderem Interesse zu mustern.

Es ist während der Weihnachtsfeiertage. In einem Diner erklärt Wednesday Shadow wie er früher als Trickbetrüger sein Geld gemacht hat. Seltsam ist dabei, dass es immer Tricks für zwei Personen waren, Wednesday aber nie zuvor einen Partner erwähnte. Im Anschluss wird Shadow von ihm allein in die Kleinstadt Lakeside geschickt, wo ihn Hinzelmann in empfangnimmt und ihm die Wohnung zeigt, in der er leben kann, solange Wednesday in gerade nicht braucht. Er lebt sich gut ein und erlebt noch eine Reihe merkwürdiger Reisen mit Wednesday, bis eines Tages gleich zwei Frauen in der Stadt eintreffen, die wissen, dass dieser Mann nicht Mike Ainsel ist (unter diesem Namen lebt Shadow dort). Doch während Sam bereit ist zu schweigen, macht die Witwe von Shadows bestem Freund im Pub eine riesen Szene, sodass Shadow festgenommen und auf das Polizeirevier gebracht wird. Noch bevor Czernobog und Mr. Nancy ihn nach dem Anruf bei Jacquel dort abholen können, sieht Shadow mit an, wie Wednesday ermordet wird. Seltsamerweise wird nämlich die Verhandlung mit dem Kopf der Gegenseite, Mr. World, im Fernsehen übertragen.

Nun folgt der Austausch der Leiche in der Mitte Amerikas, ein schlechter Ort für sowohl alte als auch junge Götter. Das einzige, was Shadow stutzig macht, ist jedoch nur sein alter Zellengenosse Low Key Lyesmith, der für die anderen den Chauffeur gibt. Inzwischen weiß Shadow genug, um über den Namen zu stolpern. Anschließend hält er für Wednesday die Totenwache, wie bei seiner Einstellung abgemacht. Neun Tage an eine Esche gebunden, ohne Wasser ohne Nahrung. Während dieser Zeit hat er viele Besucher, einige real, einige auf einer anderen Ebene.

Währenddessen sammeln sich die Kontrahenten in Rock City, für eine letzte alles entscheidende Schlacht. Doch bevor sie beginnt, soll Mr. Wood seinem Chef Mr. World einen Zweig der Esche bringen. Pech für ihn, dass er Laura im Auto mitgenommen hat und sie an seiner Stelle vor den mysteriösen Herrn tritt, der sich als Low Key herausstellt. Ihr verrät er seinen Plan die Schlacht Odin zu weihen, sodass dieser wiedererstehen kann und er selbst noch Jahrhunderte von dem entstandenen Chaos leben kann. Mit einer List verwundet sie ihn schwer, tötet dabei aber auch sich beinahe. Als Shadow hinzukommt (warum und wie, lest bitte selbst) liegt Loki im Sterben und Wednesday ist nur eine wabernde Gestalt. Um ihren Plan zu vereiteln, lässt er sie allein, nachdem er sich auch von Laura verabschiedet hat und ihr die Münze abnimmt, die ihr etwas Leben zurückgab, und tritt auf das Schlachtfeld. Dort erklärt er beiden Seiten, dass sie hereingelegt wurden. Denn es ging nie darum, welche Seite gewinnen würde. Daraufhin hören die Kämpfe auf und alle kehren zurück in ihr “normales” Leben. Denn wie viele von ihnen im Laufe der Handlung feststellten, Amerika ist kein gutes Land für Götter.

Hiermit wären die ersten 500 Seiten des Buchs erzählt. Doch zu meiner großen Überraschung hatte ich noch 70 Seiten übrig und auf der nächsten Seite stand groß “Epilog”.

Shadows Aufräumarbeiten sind noch lange nicht erledigt. Zurück in Lakeside findet er ein als verschollen geltendes Mädchen im Kofferraum einer Schrottkiste, die als Wette über den Einbruchzeitpunkt auf den zugefrorenen See geschoben wurde. Er bricht jedoch samt Auto ein und entdeckt viele weitere Wägen am Seegrund, einen für jedes Jahr. Seltsamerweise ist es Hinzelmann der ihn rausfischt und sich in seinem Haus geduldig Shadows Fragen und Erklärungen anhört. Sie werden erst durch den Polizeichef gestört, der wohl alles mitanhörte und Hinzelmann erschießt. Dass er sich im Anschluss selbst umbringen will, immerhin erschoss er den beliebtesten Bürger Lakeside’s, weiß Shadow zu verhindern und erklärt ihm noch, dass die Stadt ihn in Zukunft brauchen würde – schließlich ist der Schutz, den Hinzelmann über Jahrhunderte gewährleistete Vergangenheit. Anschließend löst Shadow seine Schuld bei Czernobog ein, doch dieser berührt ihn nur sanft mit dem Hammer an der Schläfe, er hat in mittlerweile einfach zu gern gewonnen.

Die allerletzte Szene des Buches findet auf Island statt. Shadow ist nämlich auf Reisen gegangen. Doch seine Begegnung mit dem dortigen Odin ernüchtert ihn nur weiter.

“Sie und Ihresgleichen”, sagte Shadow: “Sie sind nie zufrieden ….”

Oh, und ich vergas zu erwähnen. All die Zeit über war Shadow Wednesday’s Sohn.

Bisher kannte ich von Gaiman nur den “Sternenwanderer” und muss sagen, es ist kein Vergleich zu diesem Werk. Es ist zwar schon auffällig, dass die Idee für beide auf Reisen entstanden (der Sternenwanderer in Irland, American Gods in Island), aber hier trennen sich auch schon ihrere Wege.

Dieses Buch ist so vielschichtig wie die Realität, mit der Shadow plötzlich konfrontiert wird, selbst. Außerdem fürchte ich, habe ich eine Reihe von Anspielungen übersehen, da mein Wissen über Mythologie sich hauptsächlich auf die römische/griechische und nordische stützt, ergänzt um ein paar wenige Brocken aus der ägyptischen. Manche Namen der Figuren sind nur so angegeben wie Shadow sie eben verstanden hat, was bedeutet, der Leser muss die korrekte, englische Aussprache parat haben, um sich dann anhand des Klangs die eigentliche Bedeutung zusammenzureimen, z.B. bei Jacquel = Schakal => Anubis, Hinzelmann = Heinzelmann. Bei der ersten Erwähnung von “Low Key” bin ich dafür fast lachend vom Stuhl gefallen.

Auch habe ich die vielen kleinen Nebengeschichten genossen, denn gerade in der ersten Hälfte des Buches wird erwähnt, wie der ein oder andere Gott und auch Kobold nach Amerika kam und wann.

Ein paar weitere Punkte:

  • Gaiman spielt mit einer einstigen Fehlinterpretation Wagners. Denn so wie er Loki beschreibt denkt man eher an ein Feuerwesen (orangene Haare, kleine Flammen, die über seine Haut wandern) als an den Tursen
  • dafür hat er berücksichtigt, dass die Asen ihm einst den Mund zugenäht haben
  • u.a. wird die Königin von Saba, Bilqis, erwähnt
  • Horus Lebensweise ist ein netter Hinweis darauf, wie viele Greifvögel jährlich sterben, weil sie totgefahrene kleinere Tiere von der Straße verspeisen wollen
  • Mittwoch heißt im Schwedischen Onsdag (= Odinstag), im Englischen wurde daraus Wotanstag. Im Deutschen sind die nordischen Bezeichnungen der Wochentage fast alle verschwunden – bis auf Freitag.
  • Czernobog und die Zoryas stammen aus dem slawischen Raum. Interessanterweise sind die Zoryas die Hüterinnen eines Wesens, dessen Beschreibung sich mit der des Fenrir-Wolfs aus der nordischen Mythologie deckt. Der Fenrir-Wolf ist wiederum neben der Midgardsschlange und Hela eines von Lokis Kindern.
  • Wenn wir schon dabei sind. Die Zoryas sind Schicksalsgöttinnen und während die antiken Parzen nicht auftauchen, lernt man doch die Nornen kennen, da sie Shadow an die Esche binden
  • das Buch stammt aus 2001 und Gaiman macht sehr gut deutlich, dass sich Technologien wie das Handy gerade erst am ausbreiten sind, ebenso flächendeckendes Internet
  • an mehreren Stellen tauchen Donnervögel auf, die es auch in die Verfilmung von “Phantastische Tierwesen” geschafft haben
  • im Anhang geht Gaiman darauf ein, dass er einen Teil der Münztricks, die Shadow verwendet, selbst beherrscht bzw. sie extra für das Buch gelernt hat, um sie besser beschreiben zu können
  • jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, das zu diesem passt. Kapitel 16 beginnt mit dem oben zitierten Ausschnitt aus Berthold Brechts “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny”. Es hat mich überrascht es in diesem Kontext zu lesen.

Hier alles niederzuschreiben, würde wohl den Rahmen sprengen. Daher kann ich euch nur empfehlen, das Buch selbst zu lesen –  am besten mit einem Buch über Mythologie griffbereit oder Wikipedia. Es lohnt sich.

PS: Ob sie die Serie lohnt? Kann ich euch noch nicht sagen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, das zu viele Anspielungen vermutlich hinten runter fallen werden, da man sie unter Umständen noch weniger wahr nimmt als im Buch. Und das wäre schade.

Begonnen/Beendet: 18.7.-11.8.17


PPS: Die Serie ist gut –  wenn man das Buch nicht kennt. Die Handlung wurde leider verändert und auf “pompös” getrimmt. Schade. (16.10.17)

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Terry Pratchett – “Lords und Ladies”

All die Jahre über wurden wir über die wahre Herkunft der Kornkreise angelogen! Nicht Außerirdische sind dafür verantwortlich, sondern die schwächer werdenden Barrieren zwischen den verschiedenen Welten – zumindest auf der Scheibenwelt, wo dieses Phänomen als Kreiszeit bekannt ist.

Doch darum geht es hier eigentlich nicht. Es geht um die glückliche Vermählung von Venrence, König von Lancre, mit der Hexe Magrat. Doch statt ihr formell einen Heiratsantrag zu machen, stellt er sie vor vollendete Tatsachen: der Termin steht fest, die Gäste sind bereits geladen und selbst das Kleid ist bereits fast fertig. Nicht gerade der Beginn einer Märchenhochzeit, aber immerhin kann die Verlobte in Spe dann nicht “Nein” sagen.

Kurz darauf verkracht sich dann Magrat auch noch mit Granny Weatherwax (s. Equal Rites) und zieht schon vorzeitig ins Schloss ein. Doch dass das Leben als (beinahe) Königin so langweilig sein würde, hat ihr natürlich keiner gesagt, als sie das Hexe-Sein an den Nagel hing.

Dafür haben die beiden anderen Hexen – Nanny Oggs macht die 3 voll – alle Hände voll damit zu tun, einen Haufen toll gewordener Junghexen zu bändigen. Die haben nämlich blöderweise oben im Wald bei den Tänzern (riesige Magnetsteine) getanzt. Blöde Idee. Ganz, ganz blöde Idee.

Aber zurück zu den Hochzeitsvorbereitungen. Aus dem fernen Ankh-Morpork macht sich eine Delegation von Zauberern auf den Weg, geführt von Mustrum Ridcully, der in alten Erinnerungen schwelgt, nach Lancre und gabelt nebenbei noch den zweitgrößten Liebhaber der Scheibenwelt, Casanunter (macht im Englischen Original wahrscheinlich etwas mehr Sinn), auf. Währenddessen probt eine Gruppe von Handwerkern ein Theaterstück zu Ehren der Brautleute ein – an den Tänzern, weil sie ansonsten von den anderen Untertanen immer gestört wurden. Der einzige der dabei ein mulmiges Gefühl hat, ist Schmied Ogg, Nannys Sohn und in der Lage alles zu beschlagen (dafür beschlägt er ab und zu das Pferd eines Herrn, der nur in GROßBUCHSTABEN spricht – wer mag das wohl sein? 😉 ).

Trotzdem führen sie ihr Stück der Brautgesellschaft genau dort vor. Es fehlen lediglich die beiden alten Hexen (wild umworben) und Magrat, die im Schloss schmollt, seit sie in Verence Sachen einen Brief von Granny gefunden hat, aus dem hervorgeht, dass sie dem König zu der oben beschriebenen Überrumpelungstaktik geraten hat. So ist sie aber im Schloss und kann sich zur Waffenkammer flüchten, als die Elfen angreifen. Und nein, Elfen sind nicht nette, harmlose Wesen. Bei Licht betrachtet und ohne den Einfluss des Glamour hätte man lieber ein paar Wesen aus den Kerkerdimensionen als Elfen in seinem Königreich. Aber glücklicherweise mögen sie kein Eisen. Aber unglücklicherweise hat die Elfenkönigin Venrence in ihrer Gewalt und plant ihn zu heiraten, um sich Lancre untertan zu machen.

Natürlich hat Magrat etwas dagegen und zieht ausgestattet mit der Rüstung einer alten Heldin und Königin aus Lancre (die es eigentlich so nie gab) gegen sie aus. Letzten Endes braucht es aber dann doch Granny Weatherwax, der es endlich gelingt in den Geist von Bienen einzutauchen, und den Elfenkönig, den Nanny Ogg auf den Plan gerufen hat, um der Situation wieder Herr zu werden.

Letzten Endes heiratet Verence seine Magrat im kleinsten Kreis und bis auf Ridcully, dem Granny wieder einen Korb gab, sind alle glücklich.

Sogar der Schreiberling aus Ankh Morpork, der diesen “Sommernachtstraum” etwas realistischer gestalten musste und ihn unter dem Titel “Widerspenstige Zähmung” auf die Bühnen der Scheibenwelt bringen will.

So…

Ich habe inzwischen den Sommernachtstraum in mehreren Varianten auf der Bühne gesehen und mir ist zumindest stellenweise klar, wo sich Pratchett an ihn anlehnt, allerdings funktioniert das Buch auch wunderbar ohne diese Referenz und die Bezüge auf die in der Geschichte vorangehenden Bücher, die ich leider nicht gelesen habe.

Die Geschichte ist kurzweilig, amüsant, an den richtigen Stellen spannend und wie gewohnt gespickt mit Situationskomik, zum Beispiel wenn Jorick Ogg (Wächter im Schloss) seine Mutter fragt “Freund oder Feind” und diese antwortet, sie sei seine Mutter und er solle den Blödsinn lassen. Oder aber auch die Beschreibung der Grabhügelformation, unter der der Zugang zur Welt des Elfenkönigs liegt.

Trotz all dieser Einfälle schlich sich ab und zu aber auch ein Stimmchen in meinen Kopf, das sagte “aber das ist doch wie in…” Daher hier nun ein kleiner Ausschnitt aus den Ähnlichkeiten zu den “Großen Schwertern(W)  – übrigens älter als dieses Buch -und den “Kingkiller-Chronicles” von Rothfuss (R).

  • Elfen mögen kein Eisen (alle 3)
  • die Elfenkönigin ist rothaarig (W)
  • Einhörner sind flauschig – das Haustier der Elfenkönigin verirrt sich und erhält von Schmied Ogg silberne Hufeisen – und oh, ähm, sorry, dass ist aus “Ich, einfach unverbesserlich” – kleiner Fehler
  • Der Braut ist ihr Ehegatte nicht königlich fast lieber (W)
  • Elfen sind hinter ihrer Schönheit eigentlich ziemlich grausame Wesen (R)
  • der Elfenkönig wird mit dem Teufel gleichgesetzt – in (P) lebt dieser nämlich unterirdisch in einer Art Sauna und Nanny Ogg ist froh, dass nur seine Gedanken erscheinen, nicht er selbst, während in (W) Ineluki mit einer an ein Geweih erinnernden Krone geschildert wird – ein äußerliches Merkmal, dass in der dortigen monotheistischen Religion mit dem “Teufel” in Verbindung gebracht wird
  • alle kuschen vor der weisen Frau – Granny Weatherwax vs. Geloe (W)

Jetzt könnte ich die Liste natürlich noch so weiterführen. Aber wo bliebe da für euch der Spaß? Falls euch noch etwas Wichtiges einfällt,  könnt ihr es ja einfach in die Kommentare schreiben.

Viel Spaß beim Lesen eine wirklich heiteren, wenn auch zwischenzeitlich wirklich bösartigen Buches!

Begonnen: 19.7.    Beendet: 29.7.17

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Tad Williams – “Das Geheimnis der Großen Schwerter” (Band 2 – 4)

Es mag nicht als sonderlich klug erscheinen über 2000 Seiten in einem einzigen Beitrag abdecken zu wollen, doch inzwischen sind die Grenzen zwischen den drei letzten Büchern des “Geheimnis der Großen Schwert” bei mir so verwischt, dass ich es sowieso nicht sauber auseinander bekäme.

Der Hauptaugenmerk der Geschichte liegt nach wie vor auf Simon, der immer häufiger bei seinem eigentlichen Geburtsnamen Seoman gerufen wird. Nach dem (erfolgreichen) Kampf mit dem Drachen erwacht er etwas orientierungslos in den Höhlen der Trolle. Doch anders als erwartet und trotz ihrer Höflichkeit gegenüber Jiriki und Simon, freuen sie sich keineswegs Binabik wiederzusehen. Denn der hätte eigentlich die Zeremonie zum Rufen des Frühlings durchführen sollen – aber da war er mit Simon unterwegs – und auch seine Verlobte, Sisqi, die Tochter des Hirten und der Jägerin (= Regenten der Trolle; sie ist also quasi eine Prinzessin) hegt einigen Groll gegen ihn. Zum Glück kann sich das alles jedoch aufklären, als man das Testament von Binabiks Lehrmeister findet, und er darf Simon und den Rest auf ihrer weiteren Reise begleiten. Erkorenes Ziel ist es nach einer Traumnachricht von der weisen Frau Geloe, den Abschiedsstein, jenen Ort, an dem sich einst Sithi und Nornen trennten, zu erreichen und sich dort mit den restlichen Verbündeten zu treffen.

Auf dem Weg dorthin geht jedoch einiges schief und so ist Simon schließlich getrennt von Sludi und Binabik. In seiner Not bittet er Jiriki (etwas früher abgereist) durch einen Zauberspiegel (ehemalige Drachenschuppe) um Hilfe. Daraufhin erscheint (nach einiger Zeit) Aditu, Jirikis Schwester, und bringt ihn in die Stadt der Sithi, die so tief im Wald Aldhoerte liegt, dass sich die Wetterzauber der Nornenkönigin dort nicht auswirken. Simon darf als (vermeindlich) erster Mensch die Stadt betreten und dort leben. Allerdings darf er sie nicht mehr verlassen. Während der Monate, die er dort verbringt lernt er auch die Sitha Amerasu kennen, die nach seinen Berichten die Pläne der Sturmspitze (Nornenkönigin Utuk’ku+ Ineluki) durchschaut. Doch bevor sie ihre Erkenntnisse teilen kann, wird sie von den Schergen der Nornen umgebracht. Aditu darf Simon daraufhin zum Abschiedsstein bringen, während die restlichen Sithi beraten, ob sie sich an diesem Krieg beteiligen.

Aber der Abschiedsstein ist nicht verlassen. Neben Binabik und Sludi habe sich dort die wenigen Überlebenden aus Naglimund, allen voran Prinz Josua und seine ihm frisch angetraute und schwangere Frau Vara, sowie Geloe und Leleth eingefunden. In den Wochen darauf folgen viele weitere “normale” Bewohner Osten Ards, die aus ihrer Heimat geflohen sind. Doch die Sicherheit ist nicht von langer Dauer. Kaum ist Simon für seine Tapferkeit zum Ritter geschlagen worden, steht Elias Heer vor dem zugefrorenen, relativ jungen See (die Wassermassen haben sich im Tal um den Berg Abschiedsstein gesammelt und sind dann beim Wetterumschwung zu gefroren). Die Gruppe um Josua erringt den Sieg, beschließt aber auch nach Eintreffen einer speziellen Gruppe aus dem Süden, dass es Zeit wird, sich Elias offen zu stellen.

Diese Gruppe besteht aus Prinzessin Miriamel, Herzog Isgrimnur, dem Marschmann und Gelehrten Tiamak, sowie einem alten Mann, den sie aus Kwantitupul mitgenommen haben und in dem Isgrimnur König Johans treuen und als tot geltenden Ritter Camaris wiederzuerkennen glaubt. Cadrach, der Miriamel eine weiter Strecke der Reise begleitete hatte sich vor Erreichen des Ziels von ihnen getrennt. Miriamel misstraut ihm, seitdem sie weiß, dass er Pryrates unter Folter alles, was er noch wusste aus einem Buch über die Schwerter verraten hat.

Die einzige Seite, die der “Widerstand”  (nennen wir ihn der Einfachkeit halber so) hat, wurde ihnen von Tiamak gebracht. Auf Grund des dort geschriebenen Textes glaubt die kleine Gelehrten-Gruppe (Binabik, Geloe, Tiamak und Pater Strangyeard – die, die es nicht eh schon sind werden übrigens in den Bund der Schriftrolle aufgenommen), dass sie gegen Elias eine Chance haben, wenn sie alle 3 Großen Schwerter zusammenbringen. Dorn haben sie, nur blöderweise hat Elias Leid und Hellnagel liegt im Grab von König Johan.

Mit Camaris an ihrer Seite, der inzwischen wieder bei Sinnen ist, sammelt Josua im Süden ein Heer um sich, um den Hochhorst einzunehmen. Miriamel trennt sich jedoch zusammen mit Simon (und Binabik, der ihnen heimlich folgt und sie vor den Feuertänzern, Anbetern des Sturmkönigs Ineluki, rettet) von der Hauptgruppe, da sie hofft ihren Vater umstimmen zu können. Denn sie vermutet, dass Pryrates nur so viel Einfluss gewinnen konnte, weil er ihrem Vater versprach seine verstorbene Frau zurückholen zu können. Bei der Bergungsaktion von Hellnagel stürzt Simon jedoch in das alte Tunnelsystem unter Hochorst und Umgebung und bleibt bis kurz vor knapp verschwunden (die Gefangenschaft in der Schmiede und die Befreiung durch die ehemalige rechte Hand Guthwulf, der rein zufällig Hellnagel hat, lass ich mal weg). Auch Miriamel und Binabik wagen sich in die Tunnel, geleitet von alten Karten, die Graf Eolair dem Widerstand brachte, und lernen dort die Unterirdischen, Verwandte der Sithi und eigentliche Schmiede der Großen Schwerter, kennen.

Während der Zeit dort kehrt Josua samt Heer zurück. Doch statt ihm muss Herzog Isgrimnur den Angriff führen, da der Prinz Camaris ebenfalls in die Tunnel gefolgt ist  – in Begleitung der Sithi, die jedoch aufgehalten werden, als durch den “See der drei Tiefen” Utuk’ku eingreift und bei der Erfüllung ihres Plant, Ineluki aus der Zwischenwelt zurückzurufen, hilft.

Das große Finale: Binabik erkennt zu spät, dass das Lied über die Schwerter sich nicht an sie, sondern an die Nornen gerichtet hat. Im obersten Zimmer des Engelsturms, einem Überbleibsel der einst stolzen Sithiburg unter dem Hochhorst, treffen die drei Schwerter aufeinander: Elias mit Leid, Camaris mit Dorn und Simon mit Hellnagel (das eigentlich ein Erbstück seiner könglichen! Familie ist). Die dadurch frei werdende Energie, denn jedes Schwert hätte ohne die Worte der Macht nicht geschmiedet werden können, ruft Ineluki zurück – in Elias Körper. Statt mit Angst begegnet Simon ihm mit Verständnis und bittet um Vergebung. Möglich ist dies dadurch, dass Leleth ihm Ausschnitte aus der Vergangenheit gezeigt hat, in denen deutlich wird, dass bereits König Ealstan den Drachen erschlug, der sein Volk bedrohte, und Ineluki sich vor seiner letzten Schlacht genauso gefühlt hatte. Miriamel gelingt es mit dem weißen Pfeil, den Jiriki Simon gab, ihren Vater, aber auch Ineluki zu töten. Im anschließenden Tumult – der Turm bricht langsam ein – verschwinden Camaris und Josua.

Aufräumarbeiten: Der Feind ist besiegt, aber das Land zerstört. Simon erfährt von seinem königlichen Erbe und wird als neuer König von den hochrangigen Überlebenden vorgeschlagen, da ihn das Volk kennt und liebt. Allerdings hat er Angst, Miriamel könne sich übergangen fühlen. Glücklicherweise entwickelt sich aber alles zum Guten: Josua (nicht tot, aber mit dem Wunsch endlich frei von den königlichen Bürden zu sein – zumal er der Sohn der Königin und Camaris ist), schlägt ihnen vor (nachdem er sie zu zweit im Zelt nachts überrascht hat) doch zu heiraten.

Die Abschlussszene findet ein Jahr später statt. Fast alle der Verbündeten sind wieder ihm Hochhorst versammelt. Der Wiederaufbau geht langsam aber stetig voran und auch das Reisen wird wieder sicherer. Durch Kommentare von Tiamak erfährt man, dass es auch Josua und seiner Familie (hat die Schenke in Kwanitupul übernommen, die dem Bund der Schriftrolle als Treffpunkt diente) gut geht. Friede, Freude, Fertig.

Ich hoffe, ihr konntet mir bis hierhin folgen. Leider musste ich ein paar der Handlungsstränge weglassen, wie z.B. Maegwin, die eine der geheimen, treibenden Kräfte für das Gute war, aber auch Aditus Zeit allein unter den Menschen. Und es gibt so viele weitere kleine Details, über die ich am liebsten schreiben würde, doch das würde den Rahmen hier wirklich sprengen.

Betrachtet man die Reihe als Ganzes (also inklusive Band 1) lässt sich nur wieder bestätigen, was ich vor zwei Jahren schon geschrieben habe. Das ist ganz großes Fantasy! Vermeintlich kleine Details werden später plötzlich wichtig und man erhält einen erstaunlich guten Einblick in die in sich verzahnte Handlungen. Bei jeder neuen Erwähnung der Warnung vor den “falschen Boten” habe ich den Atem angehalten und übersah – genau wie Binabik – die wahre Bedeutung fast bis zum Ende. Einziges Manko ist aber gleichzeitig auch die Ausführlichkeit der Bücher. Gerade bei Band 2 glaubte ich, nie fertig zu werden und in Band 4 zum Ende sind es unglaublich viele Seiten für eine Handlung die eigentlich innerhalb sehr kurzer Zeit stattfindet.

Nochmal lesen werde ich die Reihe auf jeden Fall so schnell nicht, weil sich durch die lange Lesezeit sehr viele andere Bücher angesammelt haben, die ich auch noch lesen möchte, aber sie ist auf jeden Fall lesenswert!

“Der Abschiedsstein” (15.11.16 – 12.2.17)

“die Nornenkönigin” (20.2.17 – 9.5.17)

“der Engelsturm” (9.5.17 – 17.6.17)

PS: Vielleicht kommen noch ein paar Punkte zur Handlung, die mir gefielen, in einem eigenen Beitrag.

PPS: Man kann bei der Onleihe zwar nicht verlängern, aber sich Bücher, die man gerade ausgeliehen hat, vormerken. Mit ein bisschen Glück kann man dann direkt am Tag nach der “Rückgabe” weiterlesen.

 

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Pratchett – “Einfach göttlich” – Scheibenweltmythologie für Einsteiger

Es ist überraschend und schön zugleich, wenn der Buchtitel einem die Zusammenfassung eigentlich schon vorne weg nimmt. Doch, da damit noch nicht geklärt ist, was denn nun an diesem Roman über die Scheibenwelt “einfach göttlich” ist, folgt hier nun die Zusammenfassung.

Der Leser, ebenso wie der (aktiv eingreifende) Geschichtsmönch Lu-Tze, begleiten die Geschichte des achten Prophets, der vom monotheistischen Gott Om auserwählt wurde, um dessen Worte zu verkünden. Zu dieser besonderen Stellung berufen fühlt sich vor allem Diakon und Inquisitor Vorbis, der mit geschicktem Vorgehen seine Religion weiter verbreiten möchte.  Scheint es nicht da schon beinahe Fügung, dass er eines Tages auf den sehr gläubigen und etwas zu alten Novizen Brutha aufmerksam wird, der seine Zeit meistens im Garten verbringt und ein wirklich hervorragendes Gedächtnis hat?

So gelingt es ihm mit seiner Hilfe den Palast von Ephebe einzunehmen, in dem er sich als Gesandter für Friedensverhandlungen aufhält. Eigentlich ist der Palast durch ein verzwacktes und mit Fallen bewehrtes Labyrinth gesichert, doch Brutha kann sich sämtliche Schritte hindurch merken. Blöd nur, dass der einst so folgsame Brutha irgendwann anfängt nachzudenken und sich der Gegenseite anschließt. Die Verfolung auf hoher See misslingt, da die Meeresgöttin noch ein Hühnchen zu rupfen hat für den auf Vorbis Befehl hin getöteten Delfin. So landen beide schiffbrüchig in der Wüste zwischen Ephebe und Omnien und Vorbis hätte ihre Durchquerung ohne Bruthas Willen, ihn in  der Zitadelle vor ein Gericht zu stellen für seine Verbrechen, nicht überlebt.

Seltsam nur, dass Brutha plötzlich in der Zitadelle aufwacht und alle von Prohphet Vorbis sprechen, der die Wüste durchquerte. Wie Brutha letzten Endes als weiterer Märtyrer für das eigentliche Weltbild (Schildkröte statt Kugel) auf einer eisernen Schildkröte landet, kann ich euch leider nicht mehr sagen. Aber seid zumindest dahingehend beruhigt, dass Om auf Bruthas Seite steht und etwas entschieden gegen Vorbis hat. So ist Brutha letztlich sogar in der Lage die Flotten der anderen Nachbarstaaten zu besänftigen und Omien über mehr als hundert Jahre Frieden zu bringen.

So, das war die eine Sicht auf die Geschichte. Allerdings wird sehr oft aus der Sicht von Om erzählt, der sich bedauerlicherweise in der Form einer Schildkröte auf der Scheibenwelt befindet. Ebenso bedauerlich ist, dass anscheinend nur noch Brutha an ihn und nicht an die Institution des Glaubens glaubt. Hört dieser auf, an ihn zu glauben, wird er wieder zu einem der geringen Götter und muss sein Dasein in der Wüste fristen, verzweifelt auf der Suche nach einem Menschen, den er durch Listen und Versprechungen dazu bekommen muss, an ihn zu glauben. Keine gute Aussicht. Und da ist die ständige Gefahr von Adlern erst in die Luft gehoben und dann wieder fallen gelassen zu werden, was unweigerlich den Panzer zerbricht, noch nicht berücksichtigt! Oder die Menschen, die auf Bruthas “Haustier” immer mit einer Erklärung wie lecker diese doch schmecken würde, reagieren. Aber zum Glück geht alles gut aus, als Om sich via Adlerexpress aus der Wüste zu Brutha bringen lässt und vom Himmel fallend eben mal Vorbis erschlägt, nachdem Brutha im erklärte, er würde sterben. Denn plötzlich glauben wieder tausende an ihn und er wird entsprechend mächtig genug, um auf der Narbe den anderen Göttern der Scheibenwelt seine Meinung zu geigen. Nun ja, lest selbst und entscheidet, was ihr an diesem Werk “einfach göttlich” findet.

Ich meinerseits musste an vielen Stellen laut loslachen. So auch, als die Philosophen in Ephebe über die Existenz von Göttern diskutieren und nach entsprechenden Erscheinungen die Existenz des jeweiligen Gottes dann doch anerkennen. Nicht umsonst hat die Bibliothek ein Dach aus Kupfer!

Andererseits bietet das Buch auch Anlass sich auf humorvolle Art und Weise mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen. So erfährt Brutha im Gespräch mit Om, dass dieser vieles, was seine früheren Propheten verkündet haben, niemals gesagt hat. Auch tritt Tod regelmäßig auf (es sterben genau betrachtet ziemlich viele Leute) und die jeweilige Welt nach dem Sterben wird beschrieben. Für Oms Anhänger ist es eine Wüste, an derem Ende das Gericht wartet, für die im Sturm verunglückten Seeleute geht die Reise auf dem Geist ihres Schiffes einfach weiter.

Vielleicht ist doch nicht alles so lustig, wie es auf den ersten Blick scheint, sondern wie von Pratchett gewohnt hoch philosophisch. Die Quintessenz? Wenn wir uns die Köpfe einschlagen wollen, dann nicht im Namen irgendeines Gottes, schließlich verfolgen wir damit unsere eigenen, weltlichen Interessen. Und wenn wir es nicht wollen, ist Frieden ein unschätzbar wertvolles Gut.

Begonnen: 21.4.    Beendet: 1.5.17

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Meg Cabot – “Eternity”

Oh, mein Gott! Das ist doch Twilight!

Es ist genial, wie so ein einfacher Satz meine Kommilitonen zum Lachen bringen kann. Zuvor hatte ich einer von ihnen erklärt, dass ich total begeistert wäre von diesem Buch, da es mich NICHT an Twilight erinnert. Nun ja, ein klein wenig lag ich daneben. Bis dahin hatte ich nämlich noch nicht den Satz gelesen, dass der Vampir nicht die Gedanken der weiblichen Hauptfigur so einfach lesen kann wie üblicherweise. Aber manche Dinge sind verzeihlich. Denn eigentlich ist die Geschichte um Meena Harper ziemlich cool.

Das von mir letztes Mal beschriebene Problem mit der Zeit, wird gleich zu Anfang nett umgangen, indem zu Beginn jedes Kapitels Datum, Uhrzeit und Ort der nachfolgenden Handlung beschrieben wird. Und wir beginnen an einem Dienstagmorgen (13.4.) mit Meena, Dialogschreiberin für die bereits Jahrzehnte laufende Serie “Eternity”. Doch bevor sie lernt, dass Beziehungen zur Spitze, tatsächlich wichtiger sind, um befördert zu werden, als die eigentliche Qualifikation (ihre talentlose Kollegin und Nichte der Produzenten bekommt die vakante Chefschreiberling-Stelle), lernen wir etwas anderes wichtiges über sie. In der U-Bahn sieht sie ein osteuropäisches Mädchen und weiß, dass es bis zum Ende der Woche nicht mehr leben wird. Doch das einzige, was sie vorerst für sie tun kann ist ihr ihre Visitenkarte zu reichen.

Währenddessen beschließen zwei sehr unterschiedliche Männer, dass New York im April doch eine Reise Wert sei – weil irgendein Vampir die seit zweihundert Jahre geltende Regel keine Menschen mehr zu töten gebrochen hat. Beide wollen den Täter finden und bestrafen. Naja, Alec Wulf ist wohl auch ein wenig hinter Professor Lucien Antonescu her. Seine Karriere in der Geheimen Garde des Vatikans würde bestimmt durch die Decke gehen, wenn es ihm gelänge den Prinzen der Finsternis endgültig zu erlegen.

Aber Meenas Nachbarin ist zunächst damit beschäftigt den Cousin ihres Mannes endlich eine Frau zu verpassen. Okay, sie lebt noch, aber sie passen doch so gut zueinander… Oder wieso landen sie gleich in der ersten Nacht, die sie sich kennen, in der Kiste? Gut, sie sind sich schon vorher begegnet. Vor einer wegen Renovierung geschlossenen Kathedrale bei einem Angriff von Fledermäusen. Woraufhin Meena einen Vampirjäger in die Serie schreiben will (als Gegensatz zu dem ihr aufgezwungenen Vampir), der ihrem Retter zum Verwechseln ähnlich sieht. Ich liebe Ironie.

Zum Glück passt wenigstens Alec auf sie auf und weist sie am nächsten Tag “diskret” daraufhin, mit wem sie da etwas hatte und wer sie heimlich gebissen hat. Hält sie aber nicht davon ab, in der nächsten Nacht (Alec und ihr Bruder Jon halten im Wohnzimmer Wache) Draculas Sohn erneut zu erliegen. Und natürlich beißt der Mistkerl sie wieder.

Daraufhin brennen bei Alec wirklich die Sicherungen durch und er nimmt Meena und Jon mit in ein Kloster, in dem sich auch bereits sein Vorgesetzter befindet. Blöderweise vergisst er, auch für die Sicherheit für Meenas hochschwangerer besten Freundin zu sorgen. So können die (bösen) Vampire, allen voran Luciens Bruder Dimitri, dem er etwas zu menschenfreundlich ist und dabei ist die Weltherrschaft für Vampire zu ebnen, sie und Lucien (das eigentliche Ziel; aber hey, da draußen läuft eine Hellseherin rum und jeder, der ihr Blut trinkt hat zeitweilig ihre Fähigkeiten!) in die bereits oben erwähnte Kathedrale locken.

Im großen Show Down dann verwandelt sich Lucien, nachdem Jon blöderweise ihn statt Dimitri mit einem Ambrustbolzen getroffen hat, in einen Drachen. Und ja ich meine diese großen echsenähnlichen Dinger, die zu allem Überfluss auch noch Feuer speien können. Netterweise bringt er Meena und (garantiert unfreiwillig) auch Alec in Sicherheit, bevor er mit Seinesgleichen kurzen Prozess macht. Die Feuerwehr hatte wirklich sehr viel Spaß in dieser Nacht.

Alec wacht im Krankenhaus auf, Meena ist nun die Patentante einer kleinen Joan (nach Johanna von Orleans) und Lucien schaut romantisch gesehen ziemlich in die Röhre. Denn Meena ist, auch wenn sie irgendwie immer noch auf ihn steht, nach ihrem Erlebnis mit dem Drachen sehr ernüchtert und beschließt sogar, sich der Geheimen Garde anzuschließen, um bei ihren Missionen von Nutzen zu sein. Schließlich kann nicht jeder einem sagen, wie und wann er genau sterben wird, oder? (Team Jacob!)

Naja, ganz so schlimm wie zwischendrin befürchtet wurde es dann natürlich nicht. Alec küsst Meena zwar auch (als sie in der Kathedrale und herabgestürzten Steinen eingeschlossen sind), aber letzten Endes befinden sie sich erst einmal auf professioneller Ebene. Ebenfalls gut hat mir die Art und Weise gefallen, wie Bezüge zu Bram Stokers “Dracula” hergestellt wurden. So beschwert sich Lucien darüber, sein Vater haben zu viel vor diesem herumgeprahlt. Seine Vernichtung ist ungefähr zweihundert Jahre her. Die Geschichte des historischen Vlad Dracula wird erklärt. Die Namen von Meena und ihrem Bruder sind sehr stark angelehnt an die Protagonisten des alten Werkes (hier: Meena und Jonathan Harper, dort: Wilhelmina (Mina) und Jonathan Hawker – allerdings keine Geschwister sondern Eheleute). Weihwasser wirkt, um zum Vampir zu werden, muss man dreimal gebissen sein und das Blut eines Vampirs trinken (lebende Blutbanken werden also nicht zwangsläufig zu einem Vampir), es braucht Glasscheiben mit UV-Schutz und jede Menge andere Details. Allerdings ist keiner der namentlich Erwähnten aus der Geheimen Garde ein Holländer – schade.

Ansonsten kann man wirklich sagen, dass es sich bei Eternity um die bestgeschriebene Twilight-Parodie handelt, die mir bisher untergekommen ist. Witzig, gut geschrieben, spannend und nicht ganz so vorhersehbar, wie ich zuerst angenommen hatte.

Begonnen: 9.4.    Beendet: 19.4.17

PS: Laut Cabots Website gibt es noch einen zweiten Teil

PPS: Der Originaltitel lautet “Insatiable”.

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Joseph Fink, Jeffrey Cranor- “Willkommen in Night Vale”

Ich weiß nicht, ob Night Vale ein schmuckes Begrüßungsschild hat, doch wenn diese kleine Stadt mitten in der Wüste eines hätte, sollte darauf stehen “Willkommen in einer Stadt, die irgendwie aus der Realität gefallen ist”.

Die Geschichte folgt der neunzehnjährigen Jackie Fiero und der alleinerziehenden Diana Crayton. Zu Beginn begegnen sich beide in Jackies Pfandhaus, in dem Diana für eine Träne elf Dollar von Jackie erhält. Danach leben sie ihre getrennten Leben weiter – oder wollen es zumindest. Denn kurz nach Diana taucht ein Mann im hellbraunen Jackett auf und verpfändet einen Zettel, auf dem “King City” steht. An den Mann selbst kann sich Jackie kaum erinnern, doch der Zettel bleibt hartnäckig in ihrer Hand und sie kann nichts anderes mehr schreiben als “King City”. So arbeitsunfähig geworden macht sie sich auf die Suche nach Hinweisen, was es mit dieser Stadt auf sich haben könnte.

Währenddessen hat Diana ihre ganz eigenen Sorgen mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn Josh, der plötzlich seinen Vater, Troy, kennen lernen will. Ein paar Mal glaubt Diana ihn in den verschiedensten Rollen zu sehen, doch jedes Mal ist er plötzlich wieder weg. Ebenso wie der Mann, namens Evan, von dem sie glaubt, er hat einmal für die gleiche Firma gearbeitet wie sie, an den sich aber seltsamerweise niemand mehr erinnern kann. Dass ihr bei ihren Recherchen immer wieder Jackie über den Weg läuft, empfindet sie eher als lästig, bis sie sich in der Bibliothek von Night Vale treffen und nur mit vereinten Kräften einen Angriff von Bibliothekaren überleben. Ihre Zusammenarbeit wird durch Josh’ Verschwinden gefestigt, der auf seiner kleinen Spazierfahrt jedoch erst einmal Jackie in einen Unfall verwickelt.

Wieder aus dem Krankenhaus erfährt Jackie von ihrer Mutter, die sich im Gegensatz zu ihr an ihre Kindheit erinnert, dass Troy ihr Vater sei und sie demzufolge die Schwester von Josh. So treffen sie und Diana sich wieder, die inzwischen gemerkt hat, dass sie auf konventionellem Weg nicht nach King City gelangen kann, wo sie Josh vermutet. Durch seltsame rosa Plastikflamingos, die irgendetwas seltsames mit Zeit und Raum anstellen, gelingt ihnen jedoch die Fahrt. Kurz vor dem Rathaus trennen sie sich, da Jackie glaubt Troy gesehen zu haben. Diana geht währenddessen alleine weiter zum Bürgermeister. Dort klärt sich dann in Anwesenheit von Jackie, die Josh gefunden hat, alles auf. Troy war nach King City umgezogen und hatte sich als sehr hilfsbereiter Neubürger herausgestellt. Allerdings hat er genau wie seine Kinder eine gewisse Besonderheit (Jackie ist seit gefühlten Ewigkeiten 19 und Josh kann seine Gestalt beliebig ändern): es kann ihn mehrmals geben. Was in Night Vale wenig Aufsehen erregt, sorgte in King City für echte Probleme. Die Stadt zerfällt allmählich und ihre Bewohner vergessen immer mehr – unter anderem ihren lösungssuchenden Bürgermeister. Dank ihm haben nämlich in Night Vale die Leute einen Zettel mit “King City” erhalten, da er auf der Suche nach Josh, der das Problem mit seinem Vater gerade biegen soll, nicht wusste, wie dieser eigentlich aussieht. Weder Diana noch Jackie halten diese Logik für schlüssig und nehmen darauf hin alles in eigene Hand: sie fordern Troy auf unverzüglich nach Night Vale zurückzukehren – alle von ihm.

Ob es funktioniert hat? Ich denke schon. Denn im letzten Kapitel sitzt er im Auto an Jackies einundzwanzigsten Geburtstag und beobachtet sie, ihre Mutter Lucinda, Diana, die mittlerweile auch im Pfandhaus arbeitet, und Josh, der auf Höhe des Dachs hinauf fliegt. Friede, Freude, Eierkuchen.

Dieses Buch schräg zu nennen wäre eine Untertreibung. Es hat eine Weile gedauert, bevor mir auf ging, dass es sich schlecht mit etwas, das ich bisher gelesen habe, vergleichen lies. Im Gegensatz zur Scheibenwelt erhebt Night Vale nämlich den Anspruch in unserer Welt zu liegen. Doch während der kurzen Kapitel dämmert es einem allmählich, dass etwas seltsam in Night Vale ist. Und damit meine ich jetzt nicht einmal den Stadtrat aus Flammenwesen oder die ständige Anwesenheit geheimer Regierungsbehörden. Mit der Zeit gewöhnt man sich an das seltsame Gefühl in der Magengegend und man kann endlich auf das Wesentliche achten. Es geht um Freundschaft und Familie und die Frage, was man eigentlich vom Leben möchte. In seiner Gesamtaussage ist es damit fast schon philosophisch zu nennen.

Begonnen: 14.3.17    Beendet: 28.3.17

PS: Damit ist übrigens das erste Buch von meiner FBM16-Liste streichbar

PPS: Anscheinend gibt es von den Autoren einen Blog zu Night Vale.

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Alex Flinn – “Beastly”

Ah, tale as old as time… Es ist an dieser Stelle überflüssig zu erzählen, dass ich meinen Freund bereits am Freitag meinen Freund in die Neuverfilmung des Disney-Klassikers “Schöne und das Biest” mit Emma Watson geschleppt habe. Weniger überflüssig ist, zu erwähnen, dass es nur eine Adaption von vielen ist, die sich diesem Märchen im Verlauf der Jahre angenommen hat. Während die meisten in einer “märchenhaften” Epoche bleiben, gibt es jedoch auch einige Mutige, die versuchen den Stoff in unsere Zeit zu holen. So auch Alex Flinn.

Bei ihr lernen wir das Biest zuerst in einem Chatroom kennen, in dem sich Leidensgenossen austauschen können, also z.B. der Froschkönig, die kleine Meerjungfrau oder auch der Bär aus “Schneeweißchen und Rosenrot”. Der Chatverlauf, den man hier liest, ist vorgezogen, denn die Geschichte beginnt bei dem gutaussehenden und dank seines oberflächlichen Vaters reichen Kyle Kingston. Auf dem Schulball stellt er eine in seinen Augen hässliche Mitschülerin bloß, die ihn daraufhin wegen seiner Oberflächlichkeit dazu verflucht seiner innere Hässlichkeit als äußerer Hülle zu zeigen. Allerdings hat sie Mitleid mit ihm und erklärt ihm wie der Fluch gebrochen werden könnte. Doof nur, dass sich seine Freundin weigert ihn zu küssen. Sie war übrigens ziemlich sauer, als er statt mit der geforderten Orchidee mit einer Rose beim Ball aufgetaucht war. Daher ging die Rose an ein anderes Mädchen.

Nachdem feststeht, dass operativ nichts zu erreichen ist, richtet sich Kyle nach und nach in seinem neuen Leben in einem großen, alten Stadthaus ein, weiterhin betreut von der Haushälterin, die das mit der Blume verbockt hatte, und einem blinden Privatlehrer. Die einzigen Früchte, die der Unterricht jedoch trägt, sind viele gelesene Bücher, der neue Name Adrian King und der zum Gewächshaus umgebaute Hinterhof, in dem nun Rosen heranwachsen, um die er sich kümmert.

Verständlich ist daher sein Zorn, als eines nachts ein Mann dort einbricht. Um sich selbst frei zukaufen, bietet er dem Biest seine angeblich hübsche Tochter. Kyle willigt ein, da er in dem Mann den drogensüchtigen Vater seiner Klassenkameradin Lindy erkennt. Aus Angst er würde nicht der Letzte sein, der dieses Angebot erhielte, willigt er ein und trifft von da an Vorbereitungen, damit sie sich möglichst wohl in ihrem neuen zuhause fühlen würde. Das geht natürlich anfangs nach hinten los. Doch allmählich nähern sie sich an und verbringen sogar eine unbeschwerte Winterzeit in den Bergen.

Aber das Glück bricht ab, als Lindy im Zauberspiegel der Hexe (hat sie netterweise Kyle überlassen) ihren Vater sieht. Kyle lässt sie zu ihm. Wieder in der Stadt traut er sich anfangs nicht, den Kontakt zu ihr wieder aufzunehmen, doch als er es schließlich tut, wird er unfreiwillig zu ihrem Retter und selbst angeschossen. Selbstverständlich gesteht sie ihm daraufhin ihre Liebe und er verwandelt sich zurück. Friede, Freude, Eierkuchen.

Dank eines Deals mit der Hexe kann sein Privatlehrer wieder sehen und arbeitet nun an Kyles alter Schule. Und die Haushälterin? Kyle hatte sich für sie gewünscht, dass sie zurück zu ihrer Familie könnte, hat er in ihr doch eine wirklich gute Freundin mit der Zeit gefunden. Hier wird es fast schon philosophisch, denn es stellt sich zum Schluss heraus, dass sie in Wahrheit die Hexe Kendra war.

Es kitschig zu nennen, wäre übertrieben. Immerhin sprechen wir von einem der kitschigsten Märchen schlechthin. Trotzdem kam die Romatikerin in mir definitiv nicht zu kurz. Gleichzeitig war es erfrischend die Geschichte einmal aus der Sicht des Biests zu lesen. Natürlich könnt ihr euch auch den gleichnamigen Film ansehen, der allerdings hinter dem Buch weit zurück bleibt. Es sei denn ihr mögt Neil Patrick Harris, dann schaut erst den Film und lest dann das Buch! Oder ihr sucht euer altes Märchenbuch heraus und lest das Original 😉

Begonnen: 5.10.    Beendet: 16.10.16

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Terry Pratchett – Alles Sense

Nur er sei gewiss, stellte der Protagonist des elften Scheibenwelt-Romans vor einer Weile fest. Blöd nur, dass sein oberster Boss Azrael etwas gegen die Entwicklung eines Charakters hat, den Tod inzwischen hat. So findet er eines Tages eine neue, goldene Sanduhr, auf der sein Name steht. Kurzentschlossen quittiert er daraufhin seinen Dienst und nimmt die Stelle des Knechts bei Fräulein Flinkwert an. Bill Tür ist es daraufhin ziemlich egal, was weiterhin auf der Scheibenwelt passiert.

Das wiederum trifft sich hervorragend für den in die Jahre gekommenen Zauberer Windle Poons, der nach seinem Ableben einfach wieder in seinen Körper zurückschlüpft und sich einer Gruppe Untoter in Ankh-Morpork anschließt. Währenddessen schlagen sich seine Kollegen mit plötzlich lebendig werdenden Alltagsgegenständen herum und seltsamen Metallwägen, die sich aus kleinen mit Glitter gefüllten Kugeln mit Gebäudeminiaturen entwickelt haben. Als sich schließlich das Ausmaß dieser Parasiten in Form eines Einkaufszentrums außerhalb der Stadtmauern zeigt müssen jedoch beide Gruppen zusammenarbeiten.

Und irgendwann gibt Windle Poons sein Zombiedasein wieder auf und stirbt diesmal tatsächlich. Schließlich konnte Bill Tür bewaffnet mit der Erntesense es mit seinem angeberischen Nachfolger aufnehmen und sich daraufhin wieder zusammensetzen. Nur die sich bis dahin entwickelten Tode der Ratten und Flöhe entgehen diesem Prozess und treten für ihre Selbstständigkeit ein. Ist vielleicht auch besser so, denn sonst käme es vermutlich schon wieder zu einem Überschuss an Lebensenergie, während Tod Fräulein Flinkwert holt und ihr auf dem Dorffest einen schönen Abend mit Tanz und Pralinen bereitet.

Aus meiner Sicht nicht der beste Roman der Reihe, aber auf alle Fälle unterhaltsam und kritisch zu gleich. Mit dem Mähdrescher des Schmieds, der eigentlich Tods Sense töten soll, rückt der Fortschritt weiter vor. Windle Poons verkuppelt die Werwölfin Ludmilla und den Wermenschen (ihr wisst schon, was ich meine) Wolf aus seiner Selbsthilfegruppe. Die gesamte Einkaufszentrumepisode gibt einem wirklich zu denken. Und als Krönung gibt es Frau Keks, ihrerseits Medium und gefürchtetes Mitglied jeder Glaubensgemeinde. Oder wie es der Oberpriester im Vorzimmer von Lord Ventiari seinem Bruder, dem Erzkanzler beschrieb:

»Ihr habt doch diese… grauenvollen Wesen aus den Kerkerdimensionen, nicht wahr? Diese schrecklichen Risiken eures gottlosen Berufs?«, sagte der Hohepriester.

»Ja.«

»Und wir haben Frau Keks.«

Noch Fragen? Dann ist ja jetzt alles gesagt und ich kann ich Ruhe weiter überlegen, wieso es an meiner Hochschule nur menschliche Bibliothekare gibt.

Begonnen: 8.3    Beendet: 14.3.17

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Dianna Wynne Jones – “Howl’s Moving Castle”

And here comes the final element of an equation that reaches back in my childhood and accompanied my whole youth. The circle is full. I was twelve when the Miyazaki film with the same name was shown in cinemas for the first time and I instantly fell in love with it, its language of pictures, its story, his characters. It took me years and my meanwhile gained knwoledge about how Japanese pronounce English to recognize, that “Haoru” was actually “Howl”. But I was nine, when I read “Charmed Life”, also by Jones and intruducing me into a world which has eight parallel worlds. Everyone has his/her copy of themselves in it – except for those who are meant to be the gate keeper and the most powerful wizards in this world. A year before my interest in Japan had begun. Strange how things suddenly fit together.

With a little bit of math “Howl’s moving castle” has been now my favourite Studio Ghibli film for more than eleven years, so I wasn’t suprised when I began reading on Christmas Eve and found myself overwhelmed by Jones’ story – mixed with the pictures and voices of it. Believe me, I really can’t explain how my brain made them speak English (for my DVD copy is only in German and Japanese). Even both split up in their own way of plot it was still mixed. And yes, therer are some (or let’s be honest – quite a lot of) differences.

Sophie Hatter, eldest of three (!) sisters, stays in her dead fathers hat shop with her step mother, while her sisters are free to find another education. With a huge work load she seldom leaves the house. Nevertheless on the one day she does, she not only finds out that her sisters switched places, but is also addressed by a young man in a strange suit. After this it isn’t long till the Witch of the Waste appears in the shop and curses her to look old.

Sophie sees her chance to get rid of her steady, boring life and leaves Market Chipping to find her luck. Ironically she ends at the evening in the moving castle of Wizard Howl, which is circling the hills around town for some months by now. During a conversation she makes a pack with fire demon Calcifer to break his contract with Howl which does them both no good. Howl’s assistent Michael she tells that she is the new housekeeper and the “castle” is really in need of her. Of course she does a few things to upset Howl, while she is upset with his romantical interest in her younger sister and his complete behaviour in general. Despite that he tolerates her and even involves her in his war with the Witch of the Waste – or more precisely her fire demon (his nephew’s English teacher in Wales where the black knob really leads to).

Finally they defeat her together. Ben Sullivan (Wizard Suliman) and the Prince are freed from their suffering as dog-man and scarecrow (I forgot who of them will get Lettie) and Michael gets Martha (the youngest sister). Calcifer survives because of Sophie’s ability to talk life into things (her stick, several hat she made etc.). And when Howl reveals to Sophie that the curse stuck to her because she felt comfortable being old she is able to break it herself. One can’t imagine how happy Howl is seeing Sophie really was the girl he had tried to talked to on May Day. All happy living in the old hat shop.

As mentioned above there are deviations between book and film but it didn’t make me liking one or the other less. In fact I can see why some decisions where made and enjoyed to find out about the original idea even more. For example though the land of Inagry has a lot of its own magic the most powerful beings originate in Wales which is described as a normal place in our world. And a lot of film characters are actually two different characters in the book. This indeed fits what the witch’s fire demon was doing and kind of hints to the way darker war between her and the wizard.

To be honest, I could go on and on about my favourite scenes and moments, but actually this wouldn’t work. I can’t tell you everything…Only say that you should really read this book! Regardless of whether you have such a boyfriend as mine (gifted me the complete series for Christmas – I still can’t believe it) or you have to buy it yourself. It’s worth it cause every page has magic in it.

Begonnen: 24.12.16    Beendet: 29.12.16

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Manuela Inusa – “Jane Austen bleibt zum Frühstück”

Wenn man Semesterbeginn immer noch wie verrückt eBooks auf dem neuen Reader liest, kann das manchmal seltsame Formen annehmen. Vor allem, wenn bei der Suche nach Jane Austen irgendwann mal auch ein Buch auftaucht, dass nicht von ihr geschrieben ist, sondern indirekt über sie.

Penny Lane hat so gar nichts mit Jane Austen gemeinsam – außer ihre Begeisterung für Bücher, den Wunsch Klavier zu lernen und das Zimmer in Brighton, in dem die großartige Autorin eine Weile mit ihrer Schwester lebte. Allerdings ändert sich das, als sie sich ganz sehnlich Austen herbeiwünscht, um ihr mit ihrem Gefühlschaos ihren Ex-Freund betreffend zu helfen. Der stand ihrer Meinung nach nämlich zu sehr unter dem Pantoffel seiner Mutter, weshalb sie sich letztendlich zerstritten haben.

Aber wie das mal so ist, sollte man vorsichtig mit seinen Wünschen sein. Denn den Morgen darauf erwacht die waschechte Jane Austen neben ihr, die sich erstmal in dieser seltsamen Welt zurecht finden muss. Sie ist begeistert von Pennys Arbeit als Buchhändlerin, auch wenn diese ihr verwehrt ihre eigenen Romane zu lesen, da sie gerade erst den Erstentwurf von “Stolz und Vorurteil” fertig hat – lässt sie dann aber die Verfilmung mit Keira Knightley sehen (dabei ist die mit Colin Firth so viel besser). Aber sie wird auch Teil eines Komplotts von Frederick Lefroy, Pianist, und Pennys Bruder George (der noch die Namen der anderen drei Beatles als Vornamen hat) Penny an ihrem Geburtstag wieder mit ihrem Ex-Freund, der sie ziemlich vermisst, zusammenzubringen. In Kürze: er singt für sie, sie sprechen sich aus, stellen etwas nicht jugendfreies im Elternschlafzimmer an und sind danach total happy wieder zusammen zu sein. Frederick und Jane sind da schon interessanter. Er ist bezaubert von ihrem Verhalten und ihrem Klavierspiel (besser als seines) und sie verguckt sich auch sehr schnell in ihn, letztlich nicht nur wegen der großen Ähnlichkeit zu einem anderen gewissen Mr. Lefroy. Allerdings erwacht sie nach Pennys Geburtstag wieder in ihrer Zeit, weshalb sie beschließt die männliche Hauptfigur in ihrem nächsten Roman (Persuasion) ihm und ihrer Hoffnung, ihn eines Tages wiederzusehen widmet.

Schräg. Das Buch ist ab einem gewissen Punkt bzw. eigentlich die ganze Zeit einfach nur schräg, gleichzeitig aber so liebenswert und humorvoll geschrieben, dass ich es immer wieder schade fand, schon an der Haltestelle, an der ich aus der Bahn musste, angelangt zu sein. Es ist vielleicht nicht unbedingt die richtige Wahl für überzeugte Jane Austen Fans, wenn man aber die Bücher mag und gerne auch mal schmunzelt, dürfte es wohl passen, vor allem da man doch ein paar Punkte aus Austens Leben erfährt – und natürlich zu den Beatles.

Begonnen: 20.9.16    Beendet: 29.9.16

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