Nordsee – Mordsee und Friesentorte mit Krabben

Moin, moin!

Vor genau 24h war ich noch in Hamburg und erstaunt, dass es keinen Stau gab, auf der Strecke nach Süden. Dafür standen wir über 45min vor dem Nord-Ostsee-Kanal. Bis ich tatsächlich zu Hause war, sollte es aber trotzdem nach 20Uhr werden. Irgendwie ist die Rückfahrt vom Urlaub immer das Ärgerlichste. Denn egal wie entspannend der Urlaub war, es wird immer etwas an der Rückfahrt geben, das zumindest einen Teil der Erholung wieder einfordert. Und mein Urlaub war wirklich sehr entspannend, auch wenn mein Freund leicht anderer Meinung ist, weil ich mit ihm gleich am zweiten Tag die gesamte Insel entlang gelaufen bin. Wie gut, dass er mit Torte und heißer Schokolade zu besänftigen ist.

Falls ihr mal selbst an der Nordsee sein solltet, sucht euch ein schönes Cafe und bestellt euch Friesentorte: eine Bombe aus Blätterteig, Sahne und Lattwerg. Und sagt mir jetzt bitte nicht, dass ihr Lattwerg nicht kennt! Echt nicht? Ok, ich erkläre es: Man nehme viele Zwetschgen oder Pflaumen und koche diese stundenlang u.a. mit Nelken und Anis so lange ein, bis ein zähflüssiges Mus entstanden ist, auch wenn es mit Kompott oder gar Marmelade herzlich wenig gemein hat. Zur Friesentorte müssen aber auch noch einige Warnungen ausgesprochen werden: esst sie NIE als kleinen Nachtisch! Und ich habe außerdem von Rezepten der Festland-Friesentorte gehört, in die jede Menge Rum hineinkommt, der nicht durchs Backen verdampfen kann.

Wenn einem dann immer noch fast schlecht ist von der Größe der Tortenstücke, kann man ja in einen abendlichen Bildvortrag gehen. Besonders beliebt: “Nordsee – Mordsee”. Mittlerweile hält der Sohn diesen Vortrag, aber meine Eltern und Großeltern (ja, meine Familie fährt hier häufiger hin) kennen noch den Vortrag seines Vaters, der Kultstatus hat und von einem alten Diaprojektor unterstützt wurde. Und so lernt man, während es draußen dunkler wird, die wilderen Seiten vom “blanken Hans” kennen, hört von den Sturmfluten, die die nordfriesische Küstenlinie prägten, von Strandräubern und abenteuerlichen Rettungsmanövern, die nicht immer gut verliefen. Etwas mulmig ist es einem schon auf dem Nachhauseweg und man hat wieder ein bisschen mehr Respekt vor dem kühlen Nass, das einen umgibt.

Zum Glück ist die Nordsee aber auch voller Leben, sodass man sich Fisch und Krabben schmecken lassen kann. Mit Fisch mein ich nicht den Klotzfisch, den sie einem hier zu Lande versuchen anzudrehen, sondern schön am Stück, frisch geräuchert oder aus der Pfanne, manchmal sogar noch mit Kopf dran und mit Gräten. Und Krabben (keine Scampi, sondern die kleinen, maximal 8cm langen Tierchen) fangfrisch vom Kutter und zum selber Puhlen. Die meisten machen ein Mysterium daraus, aber eigentlich ist es ganz einfach: Man drehe vorsichtig zwischen zweitem und dritten Glied des Panzers nach den Kopf und ziehe dann erst den Schwanz ab und dann den Kopf. Wer Bedenken hat, wenn er das Tierchen am Stück in den Mund schiebt und vorher den Panzer vollständig leer bekommen hat, weil das ja so grausam wäre, soll bitte daran denken, dass alle Krustentiere, die wir so essen, in der Regel durch Kochen in heißem Wasser getötet werden. Hummer kann man meines Wissens aber auch ein Messer ins Hirn stoßen…

Die Nordsee ist auf jeden Fall immer die Reise Wert, weil sie einen immer wieder überrascht, an manchen Tagen unruhig dann wiederum so spiegelglatt, dass man meinen könnte, man stehe tatsächlich am Rande eines Sees.

Natürlich hab ich nicht nur den ganzen Tag gegessen oder war Spazieren. Ich war noch Drachensteigen (nicht diese kleinen Einleiner, sondern ein Mattendrache mit knapp 2 Quadratmetern Spannfläche) und hab vor allem, wenn es geregnet hat (fast jeden Tag minimum einmal), auch gelesen. Daher könnt ihr euch schon auf meine Beiträge zu “Lord of the Rings”, “Für jede Lösung ein Problem” und “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer” freuen.

Leew haa’k di, min öömrang lun.

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