Terry Pratchett – “The Color of Magic” – Scheibenwelt, die erste

Das Gefährlichste, wenn die Welt eine Scheibe ist, ist ihr Rand, oder? Aber solange man diesem nicht zu Nahe kommt, sollte alles in Ordnung sein, oder? Auf jeden Fall ist so eine Welt sehenswert!

Rincewind hätte sich vermutlich nicht vorstellen können, dass er einmal der erste Fremdenführer der Scheibenwelt werden würde. Nur leider hat der Patriarch von Ankh-Morpork beschlossen, dass er den ersten Touristen der Scheibenwelt, ein netter Mensch namens Twoflower, betreuen soll. Normalerweise würde man ihn vermutlich als Durchschnittstypen bezeichnen, nur, dass Brillenträger äußerst selten auf der Scheibenwelt sind. Vor allem Brillenträger, die eine “PictureBox” (hab das Buch im Original gelesen, aber keine Lust jetzt auf Englisch darüber zu schreiben – gewöhnt euch bitte dieses Mal daran), seltsame vetrauenseelig sind und zudem eine Kiste aus intelligentem Birnbaumholz gefüllt mit Gold als Reisegepäck haben, gibt es selbst in der Scheibenwelt nicht alle Tage. Bedauerlicherweise hat dieser bestimmte Brillenträger die Eigenschaft sich, sobald Rincewind ihn aus den Augen lässt, in Schwierigkeiten zu bringen. So führt die Versicherung (Twoflowers Beruf) der Broken Drum, einem in Morpork beliebten Wirtshaus, zu einem großräumigen Stadtbrand, der nur der Auftakt einer gefahrvollen und sehenswerten Reise durch die Scheibenwelt ist.

Wieso meiden z.B. Zauberer die Zahl zwischen 7 und 9 wie der Teufel das Weihwasser? Und wie kann es fliegende, feuerspeiende Drachen geben? Und könnte bitte mal jemand der Lady und Fate, den beiden bedrohlichsten Göttern der Scheibenwelt, sagen, dass es sich nicht gehört einfach so über den Verbleib von zwei verirrten Wanderern zu würfeln!

Aber auch Rincewind verdient an dieser Stelle etwas Aufmerksamkeit. Zwar ist er gerade einmal Zauberer der untersten Stufe, hat aber dennoch ein Anrecht darauf, wenn er stirbt, von Tod höchstpersönlich abgeholt zu werden, was zu höchst amüsanten Wortwechseln bezüglich des Aufenthaltsortes führen kann. Tatsächlich hatte er einfach nur das Pech, dass es sich einer der großen acht Zaubersprüche in seinem Kopf gemütlich gemacht hat und alle anderen Zaubersprüche sich vor diesem einen fürchten. Diese kleine Tatsache hindert hält ihn zwar anscheinend am Leben, dennoch befindet er sich zum Ende des Buches im freien Fall auf Great A’Tuin zu, der/die (Geschlecht leider ungeklärt)  sich durch das endlos leere Weltall bewegt. Wie, ihr kennt die Weltenschildkröte nicht, auf deren Rücken 4 Elefanten stehen, die wiederum die Scheibenwelt tragen? Dann wird es aber höchste Zeit!

Wenn ihr jetzt argumentieren wollt, Fantasy sei nicht so euer Genre: Vergesst es! Denn Pratchett hat so bedächtig alles an Mythologie und Fantasy in einander fließen lassen, dass man sich dem kaum entziehen kann und sich vielmehr fragt, was nicht zitiert wird – in der ein oder anderen Form. Falls ihr euch je gefragt habt, wo das Land der Fantasie, in das alle Geschichten, Sagen und Legenden langsam verschwinden, liegt, dann müsst ihr nur jene Welt besuchen, in der es eine weitere Farbe im Regenbogen gibt: Octarine, die Farbe der Magie.

PS: Ich hatte erwähnt, dass es bereits 39Bände gibt und der 40. diesen Herbst erscheint, oder?

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2 Responses to Terry Pratchett – “The Color of Magic” – Scheibenwelt, die erste

  1. Ein kleiner Nachtrag: Das erste Mal bin ich der Scheibenwelt vor 7 Jahren begegnet in einem Buch namens “Tolkiens Erbe”. Dort war aber nur die Episode mit dem Wyrm-Berg abgedruckt. Außerdem habe ich “Die Farbe der Magie” bereits letzten Herbst gelesen – nur leider hatte die Bücherei nicht die direkt darauf folgenden Bände…Das hole ich jetzt nach und werde brav nach der Reihenfolge lesen – für’s Erste.

  2. Pingback: J.R.R. Tolkien – “Geschichten aus dem gefährlichen Königreich” – erste Hälfte | js reads and writes

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