47 Ronin (Film)

In 1.000 Welten und in 10.000 Leben werde ich dich suchen.

Letzte Worte eines Mannes, der durch seinen Mut und seine Entschlossenheit die Liebe seines Lebens retten konnte und dafür selbst in den Tod geht.

Eigentlich ist die Handlung um “Halbblut” Kai, eines im Wald ausgesetzten Sohn einer japanischen Bauerstochter und eines englischen Matrosen, und seiner Liebe Mika, der Tochter seines Fürsten, schnell erzählt. Kai wird als Junge von den Leuten des Fürsten im Wald gefunden und an dessen Hof aufgenommen. Dort wird er von den meisten jedoch herablassend behandelt trotzt seines unglaublichen Kampfstils und Muts. Die einzige, die zu ihm freundlich ist, ist Mika, die in ihm keinen Dämon sieht.

Da das damalige Japan geprägt war durch Rivalitäten der einzelnen Fürsten ist es wenig erstaunlich, dass es Neider in ihren Reihen gibt, die das Reich des Fürsten an sich reißen wollen, hier in Gestalt des Fürsten Kira. Mit der Unterstützung einer (namenlosen) Hexe versucht er zunächst den Fürsten bei einem Besuch des Shogun in Ungnade fallen zu lassen und bewirkt sogar die “Hinrichtung” (ehrenvoller Selbstmord) des Fürsten, in dem er es so drehen kann, dass dieser das Gastrecht verletzt hat. Dem zu Folge Fürst tot, Verwaltung geht an ihn, Mika soll nach Ablauf der Trauerzeit seine Frau werden, Kai wird als Skalve verkauft und die stolzen Samurai des Fürsten werden zu Ronin, herrenlosen Samurai, erklärt (inklusive Racheverbot versteht sich) und der Provinz verwiesen..

1 Jahr darauf (die Trauerzeit ist fast rum) wird endlich der Anführer der Samurai, Oishi, aus der Gefangenschaft, in die er gesteckt wurde, entlassen. Trotz des Verbots des Shogun will er Rache. So befreit er Kai aus der Knechtschaft als Kampfsklave, und lässt durch seinen Sohn alle Verbliebenen seiner Gruppe zusammensuchen. Alle sind entschlossen ihren Herrn zu rächen und ihre Prinzessin zu befreien, da sie allerdings keine Schwerter mehr haben, ist es ganz gut, dass auch Kai bei ihnen ist. So erhalten sie nämlich die Schwerter seltsamer Wesenheiten, der Tego, bei denen dieser aufwuchs. Natürlich gelingt es ihnen Kira bei dessen Hochzeit zu überrumpeln. Oishi tötet Kira, während Kai sich mit der Hexe herumschlagen darf, die sich in einen Drachen verwandelt hatte. Die Heimkehr verläuft glücklich und alle sind bester Dinge, dass unter Mikas Verwaltung das Land wieder aufblühen werde.

Die meisten westlichen Filme würden jetzt kitschig damit enden, dass Mika ihren Kai heiratet. Happy End und fertig. Da wir es hier aber mit einem in der japanischen Kultur angesiedelten Film zu tun haben, verlangt der Shogun jedoch den Tod aller 47 Ronin, die nach ihrem Stand nun am Strick sterben müssten. Da sie jedoch ihrem Bushido (Weg des Kriegers – hat wenig mit dem Rapper zu tun, viel mehr mit den Werten die ein Samurai ehrt; gab auch eine Menge Lacher an dieser Stelle) gefolgt sind, dürfen alle von ihnen, auch Kai als nicht Samurai, ehrenvoll sterben – bis auf einen. Oishis Sohn wird begnadigt, da die Blutlinie in ihm weiterleben soll.

Zum Schluss sieht man noch einmal Mika, die Kais letzte Worte in Händen hält. Und dieser Schluss macht diesen Film kitschiger als die meisten Liebesfilme, die ich sonst bis jetzt gesehen habe.

Leider gab es in den USA sehr schlechte Kritiken, die ich mir damit erkläre, dass dieser Film ob des actionreichen Trailers eher zum Nachdenken anregt. Und natürlich schadet es nicht, wenn man ein bisschen über die Kultur weiß. Um ehrlich zu sein gefiel es mir sogar sehr gut, dass der Fokus auf die eignetliche Bedeutung des Schwertkampfes gelenkt wurde. Interessanterweise hat auch der mittelalterliche Schwertkampf wenig mit bloßem Gemetzel zu tun, was aber anscheinend in Vergessenheit geraten ist.

Meiner Meinung nach ist der Film sehenswert. Wundervolle Aufnahmen (ja, manchmal etwas zu viel Kitsch), einen gelungen Score und tolle Kostüme. Die Verwandlungen der Hexe und ihre Haare verzaubern einen im wahrsten Sinne des Wortes und finden einen guten Gegenpart in der stoischen Prinzessin, die (fast) immer Haltung bewahrt. Einziger Kritikpunkt: Weiß ist, wie auch im Film dargestellt, die Farbe des Todes in Japan, und ich bin mir ziemlich sicher, dass Mika traditionell nicht in einem weißen Gewand mit Kira vermählt worden wäre…Aber ansonsten ein rundum gelungener Film. Wenn ihr ihn sehen wollt und keine Ahnung von Japan habt, wäre es aber sinnvoll sich ein bisschen mit der Kultur zu beschäftigen. Dennoch viel Spaß beim Anschauen und Eintauchen in diese unbekannte Welt.


Nachtrag 19.1.15

Gomen. Traditionell trägt die Braut in Japan tatsächlich weiß – hatte es mit China (dort wird rot getragen) verwechselt.

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