J.R.R. Tolkien – “Geschichten aus dem gefährlichen Königreich” – erste Hälfte

Tolkien war mehr als Mittelerde. Er war Professor, Vater, Freund und Weggefährte. Von all dem spürt man, wenn man sich durch diese Geschichtensammlung liest und seine liebe zum Detail bewundert, während man doch nie das Gesamtbild aus den Augen verliert.

Bauer Giles von Ham

Das Leben könnte schön sein, wenn man nicht so einen verfluchten Hund hätte, der sich nachts rausschleicht und einen Höllenlärm macht, als sich ein Riese nähert. Diesen kann Bauer Giles zwar erfolgreich in die Flucht schlagen, auch wenn der Riese die Ladung Schrot für Mücken hielt, jedoch ändern die nachfolgenden Ereignisse so einiges in seinem Leben. Die Ehrung durch den König in Form eines Schwertes scheint auch noch in Ordnung zu sein, nur als dann angelockt von den Riesenerzählnungen über dieses herrliche Land ein Drache sich nähert sieht das ganze wohl schon schlecht aus. Natürlich erwartet man von ihm, das er mit dem Drach kämpfen soll. Erstaunlicherweise überleben beide und der Drache zieht von dannen. Nur der König ist unzufrieden und fordert, Giles solle mit seinen Rittern losreiten, den Drachen töten und dessen Schätze zu ihm bringen. Ritter können verdammt feige sein, sobald es ernst wird, weshalb Giles und der Drache sich erneut allein von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen. Die Partie geht dank des Schwertes für Giles aus, der den Drachen jedoch am Leben lässt, denn irgendwer muss ja schließlich die Schätze tragen. Er lässt dem Drachen sogar einen guten Anteil an seinem Schatz. Doch den Anteil, den er heim bringt, behält er für sich und sein Dorf und ist sogar König seines eigenen Reiches, als er den Drachen zu guter Letzt wieder freilässt, denn von seinem eigenen hielt er nicht mehr viel.

Seltsamerweise mag ich selbst die bösen Drachen, wie sie Tolkien beschreibt. Vielleicht, weil sie ihrem Wesen gerecht werden. Ok, ich mochte auch Eragon, aber manchmal kommen mir die Drachen dort zu harmlos, zu kontrolliert vor. Und Giles kann wirklich froh sein, dass er nicht zu gierig war und zudem ein Schwert hatte, das mich doch ein bisschen an jenes im ersten Scheibenweltroman erinnert (bitte selbst lesen) und den Drachen im Zaun hielt.

Roverrandom

Und schon wieder ein Hund – diesmal tatsächlich in der Hauptrolle. Vielleicht kennt ihr ja selbst junge Hunde, die noch nicht vollständig erzogen sind und nach fast allem schnappen, das ihnen vor’s Maul kommt. Dieser Hund ist so einer und der Einfachheit halber nenne ich ihn jetzt einfach durchgehend Roverrandom, auch wenn er diesen Namen erst vom Mann im Mond erhält, weil sein Hund bereits “Rover” (so des Hundes eigentlicher Name) heißt.

Roverrandom begeht eines Tages den Fehler nach der Hose des Zauberers Artaxerxes zu schnappen. Erbost darüber verwandelt dieser ihn in ein Spielzeug. So gelangt er zu einem kleinen Jungen, dem er aber bei der erst besten Gelegenheit davon”läuft” und so auf den Sandzauberer Psamathos trifft, der seine missliche Lage erkennt und aus Sicherheitsgründen erst einmal zu seinem Freund auf den Mond schickt (per Möwenkurier versteht sich). Auf dem Mond selbst erlebt er viele Abenteuer mit Rover und sieht sogar seinen kleinen Jungen wieder in einem Garten, in den Kinder manchmal gelangen, wenn sie träumen. Er ist gar nicht mal so übel und Roverrandom ärgert sich, dass er einfach weggelaufen ist.

Letzten Endes trifft er wieder auf den Zauberer, der ihn verwünscht hat, denn leider konnten die beiden anderen Zauberer nur bedingt etwas gegen ihn bewirken. So erlebt Roverrandom noch einige Abenteuer im Reich des Meerkönigs, dessen Schwiegersohn mittlerweile Artaxerxes ist. Leider macht dieser seine Arbeit, als es darum geht die riesige Seeschlange in Palastnähe (kleine Anspielung an die Midgardsschlange) weiterschlafen zu lassen, so schlecht, dass er seines Amtes als zuständiger Zauberer für Pazifik und Atlantik enthoben wird. Beinahe hätte er sogar vergessen Roverrandom zurückzuverwandeln. Seine Gattin erinnert ihn aber daran und so wird Roverrandom mit dem letzten Rest an Zauberei wieder auf normale Größe gebracht und nach Hause geschickt, obwohl er doch zu dem kleine Jungen wollte. Dank einer glücklichen Fügung ist dieser aber einer der Enkel seiner eigentlichen Besitzerin, wodurch er doch wieder bei ihm sein kann.

Anfangs war ich skeptisch, mittlerweile finde ich die Geschichte aber einfach nur noch süß. Ein kleiner Hund dem Flügel wachsen und der sogar zum Seehund wird? Herrlich, kindisch und der Stoff aus dem die schönen Träume sind, selbst wenn man einen gewissen erzieherischen Aspekt nicht abstreiten kann.

Zwischenfazit

Ich wollte dieses Buch schon seit Jahren haben, hatte mich aber nie getraut es mir tatsächlich zu holen. An dieser Stelle also ein Dank an meinen Freund, der anscheinend sehr genau darauf geachtet hat, was ich mir auf der FBM angesehen habe. Tolkien hat einfach diesen unglaublichen Schreibstil, der einen einfängt und nie vollkommen wieder los lässt, weswegen ich es nicht bereue vor ziemlich genau 9 Jahren mit dem Lesen des Herrn der Ringe angefangen zu haben, um mich dann weiter in seine Welt und an seine Arbeiten heranzuwagen.

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