Vielleicht lieber morgen (Film)

Wir waren alle mal jung, Teenager, Schüler und zum Großteil auch Außenseiter. Also sollte eine typische Geschichte über einen Außenseiter, der plötzlich Freunde findet, nicht so viel Überraschendes bieten, oder? Auch ich irre mich manchmal.

Charlie ist neu auf der High School, hat zwei ältere Geschwister und sein einziges längeres Gespräch am ersten Schultag führt er mit seinem Englischlehrer. Aber er ist ein unheimlich guter Beobachter. Ihm fällt auf, dass Patrick, der als älterer Schüler Werken1 wiederholen muss, die Neuen aufzumuntern versucht als er den Lehrer nachmacht. Aus dieser Szenerie heraus erhält er aber auch den Spitznamen “Nichts”, den er bis zum Rest des Jahres behält. Über Patrick lernt Charlie dessen Stiefschwester Sam und auch den Rest ihres Freundeskreises kennen. Dieser ist zwar ziemlich schräg, aber zum ersten Mal erfährt Charlie, was Freundschaft bedeutet, macht Drogenerfahrungen, erhält seinen ersten Kuss, hat seine erste Freundin und fühlt sich wohl.

Doch das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein. In seiner Beziehung ist er nicht glückllich, er hat immer wieder Blackouts und irgendetwas im Bezug auf seine Tante, die vor Jahren verstarb scheint ihn nicht loszulassen. Daneben werden auch anderen Themen behandelt, die man normalerweise nicht in einer Teenie-Komödie erwarten würde. Patrick wird zusammengeschlagen, als seine (gescheiterte) Beziehung zu einem Footballspieler bekannt wird, Charlies Schwester wird von ihrem Freund geschlagen und Charlies bester Freund hat Suizid begangen. Dennoch lässt der Film einen mit dem Gefühl zurück, dass es dennoch besser werden kann, da zum Schluss alle einen Weg aus ihren Problemen gefunden zu haben scheinen, inklusive Charlie, der einen Nervenzusammenbruch erlitt, als ihm klar wird, dass ihn seine Tante sexuell missbraucht hat.

Außerdem ist da diese wirklich gute Musik. Patrick meint an einer Stelle zu Charlie, er sei beliebt gewesen, bis Sam ihm gezeigt hat, was gute Musik ist. Die Freunde treten in einem “Rocky Horror”-Musical auf und David Bowies “Heroes” begleitet den Film, seit ihn Sam im Radio hört und feststellt, er wäre perfekt, um zu ihm auf der Ladefläche des fahrenden Pickups zu stehen. Es sind jedoch auch eine ganze Menge anderer guter Stücke in dem Film versteckt.

Vielleicht hätte ich nicht so unbedarft an diese Verfilmung heran gehen sollen, aber ansonsten wäre ich sicherlich vor ihm zurückgeschreckt. Dabei zeigt er doch einfach nur das Leben auf seine sehr verrückte, aber auch zugleich sehr ehrliche Art und Weise. Es kommt oft vor, dass ich bei Filmen lache, manchmal, dass ich bei ihnen weine, aber nur selten, dass sie stundenlang danach meinen Kopf beschäftigen.

Es ist schwer als Außenseiter Leute zu finden, die erkennen, wie man wirklich ist, aber wenn man sie gefunden hat, kann man sich sicher sein, dass Freundschaften für’s Leben entstehen.

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