Anne McCaffrey – “Drachenlied”

Normalerweise hätte ich nie gedacht, dass es möglich ist ein Science Fiction Buch über Drachen zu schreiben, jedoch wurde ich mit dem Buch “Drachengesang”, so die frühere Übersetzung, fündig.

Ich habe mir das Buch am 30. April aus der Bücherei ausgeliehen und es nach wenigen Tagen bereits fertig gehabt – ok es sind noch nicht einmal 300 Seiten, dafür gibt es aber 2 Folgebände. Doch es gab einen kleinen Wehrmutstropfen: Als ich das Vorwort fertig gelesen hatte (mache ich normalerweise eher selten, war hier aber gut, weil es die Vorgeschichte erzählte), wusste ich, dass ich eigentlich das falsche Buch in Händen hielt. Falsch, weil es zu spät einsetzte. Einsetzte zu dem Zeitpunkt als Pern von den Drachen bereits gerettet worden war und sich der Gefahr der Sporen, die von einer Art “roter Stern”, ein Trabant der beiden Sonnen, um die Pern kreist, ausgehen und alles Leben, dass sie berühren vernichten. Von dieser Handlung hat mir mein Vater bereits vor mindestens 5 Jahren erzählt, eher wegen der Burgen der Drachenreiter, aber seitdem wollte ich diese Bücher lesen – leider hat mein Vater auch viel aus der Bücherei gelesen als er in meinem Alter (und jünger) war, weswegen sich das Buch natürlich nicht in unserem Besitz befindet. An den Namen des Buches oder des Autors konnte er sich leider nicht mehr erinnern, Wir kamen erst Ende April darauf, dass die Bücher von McCaffrey stammen, da der alte Name eines der Bücher eher durch Zufall in einem unserer Gespräche auftauchte. Daher war mein Vater auch derjenige, der das Buch zuerst durch hatte, Nämlich direkt am ersten Ausleihtag. Aber jetzt will ich euch nicht länger warten lassen, denn auch McCaffrey nimmt einen mit ihrer bildreichen und dennoch klaren Sprache direkt an den Ort des Geschehens.

In diesem Fall zur abgelegenen Burg der Halbkreis-Bucht und der dort stattfinden Trauerfeier für den Harfner Petiron. Harfner haben auf Pern eine besondere Stellung, da sie nicht nur die Bewohner der Burgen mit ihrem Gesang und Spiel unterhalten, sondern auch die Kinder unterrichten über die Vergangenheit und weiteres Wissen, da dies alles in den so genannten “Lehrballaden” weitergegeben wird. Daher ist es unvorstellbar, dass ein Mädchen diese wichtige Aufgabe übernehmen könnte. So sieht das zumindest Yanus, Herr besagter Burg, der seiner jüngeren Tochter Menolly nur vorübergehend erlaubt die Kinder zu unterrichten und gleichzeitig verbietet ihre eigenen Kompositionen weiterhin zu spielen, Denn Menolly war Petirons Schülerin (alle Männer werden beim Fischfang gebraucht) und hat Talent, doch der Erhalt alter Traditionen in den Köpfen ihrer Eltern sorgt schließlich dafür, dass sie abhaut, um weiterhin ihre Musik haben zu können. Ein Instrument spielen kann sie nicht mehr, seitdem ihre Mutter absichtlich eine Schnittwunde in der Hand schlecht zusammenheilen lies, und so wird sie, da auch nicht in der Lage im Haushalt mitzuhelfen, meist nach draußen geschickt, um Kräuter und anderes zu sammeln.

Auf der Suche nach einem Unterschlupf während eines Sporenfalls, rettet sie sich in die Höhle, in der sie die Eier einer Feuerechsenkönigin vor der Flut in Sicherheit gebracht hatte, und erlebt mit wie die kleinen Echsen schlüpfen. Durch den Versuch mit Hilfe von Essen die hungrigen Kleinen davon abzuhalten in den Tod bringenden Regen hinauszufliegen, bindet sie neun der Feuerechsen an sich: Prinzessin (gold), Taucher (bronzen), Rocky (bronzen), Faulpelz, Spiegel, Faulpelz (alle braun), Tantchen Eins und Zwei (beide grün) und Onkelchen (blau).

Mellony macht es sich mit ihren Schützlingen in der Höhle gemütlich, nutzt das, was sie findet, und sorgt (gezwungernermaßen, da sie ihren Hunger spüren kann) dafür, dass die Rasselband immer genug zu essen hat. Sie singt ihnen auch viel vor und bastelt sich eine Panflöte, auf der sie trotz ihrer Hand spielen kann. Dieses Spiel hören auch einmal einer ihrer großen Brüder und der neue Harfner auf einem kleinen Segelausflug, halten es jedoch für das Geräusch des Windes in den Felsen. Der neue Harfner ist allgemein sehr verwundert über die Halbkreis-Bucht, vor allem darüber, dass niemand nach Mellony sucht. Außerdem hat er mittlerweile den Verdacht, dass Mellony Petirons Schützling war, von dem er einige Kompositionen an den Meisterharfner geschickt hatte – ganz Pern (zumindest die Harfner) suchen nach diesem talentierten jungen Burschen (ein kleines Detail das Petiron weglies).

Als Mellony wieder in der offenen Landschaft unterwegs ist, wird sie von einem Sporenfall überrascht und beginnt vor ihm wegzurennen, wobei sie sich ihre Füße blutig läuft. Doch zum Glück wird sie rechtzeitig von einem Drachenreiter gefunden und in den Benden-Weyr (Weyr = Drachenburg) gebracht. Dort wird sie wohlwollend aufgenommen und erlangt ein gewisses Ansehen durch ihre Feuerechsen und dadurch, dass durch sie ein weiteres Gelege mit Eiern gerettet werden kann. Diese Eier sollen bei der nächsten Zeremonie, bei der Drache und Reiter miteinander verbunden werden (kurz: füttere den gerade geschlüpften Drachen), den Gästen als Geschenk mitgegeben werden, um das Verständnis für die Drachenreiter zu steigern.

Zu den Gästen gehören auch Meisterharfner Robinton und der Harfner von Mellonys Heimatburg, der inzwischen erfahren hat, wer die Lieder komponierte und sich grob erinnert wie das Mädchen aussah. Gemeinsam schaffen sie es Mellony davon zu überzeugen, dass sie in der Harfnergilde als Lehrling willkommen ist und ihr Geschlecht kein Hindernis darstellt.

Hier endet die Handlung von Band 1, jedoch möchte ich noch eine Szene aus der Zeremonie erwähnen: aus einem Ei schlüpfte kein Drache und der Sohn eines Edelmanns bricht das Ei des kleinen weißen Drachen auf und bindet ihn so an sich. Allerdings hätte er dies nicht tun dürfen, da man entweder über eine Burg herrschen kann oder ein Drachenreiter ist.

Mir persönlich gefällt die Geschichte sehr gut. Es gibt immer wieder kleinere Spannugnsbögen, die sich langsam addieren, und so die Geschichte vorantreiben. Gleichzeitig schreibt McCaffrey so bezaubernd, dass man die Feuerechsen vor seinem inneren Auge herumtollen sehen kann. Und ich mag Drachen! In einem der Bücherregale zu Hause sitzt ein kleiner modellierter Drachen auf einem Buch (Teil der Figur) und schaut frech in die Gegend.

Ich bin schon gespannt wie es weitergeht. Die Bücher sind schon ausgeliehen, aber zuerst darf mein Vater sie lesen – er hat sich heute morgen beschwert, er hätte auf Seite 143 aufhören müssen mit dem Lesen, um für heute fit zu sein.

Mhm, ich glaube ich will auch so eine kleine Feuerechse. Sind die eigentlich stubenrein?

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