Anne McCaffrey – “Drachenruf” – die Drachereiter von Pern

Und weiter geht es mit der Geschichte um Menolly und ihre Feuerechsen – diesmal am Ort ihrer Träume, der manchmal gar nicht so traumhaft ist wie sie gedacht hatte.

Menolly kommt am Abend in der Gildehalle in Fort an und wird den versammelten Anwesenden vorgestellt, die es anscheinend gut aufnehmen, dass der Verfasser der Feuerechsenballade – auch wenn ein Mädchen –  endlich gefunden wurde. Und zumindest für eine Nacht wird ihr das Privileg zu Teil in der Gildehalle schlafen zu dürfen. Ein Jetlag ist schließlich eine ernst zu nehmende Sache (natürlich wird es im Buch anders genannt 😉 ). Ihre ersten zwei Tage in den Harfnerhallen sind geprägt von neuen Bekanntschaften und der genauen Überprüfung durch die Meister. Zwar gibt es ein, zwei, die mit ihr nicht wirklich einverstanden sind – aber das wohl eher, weil Menolly sie an Wissen fast schon in den Schatten stellt, wie Robinton (Meisterharfner) seinem neuesten Lehrling tröstend erklärt. Dagegen sind Meister Jenrit (Instrumentenbau), Meister Domick (Kompoinist) und Meister Shonager (Gesang – ok, der findet ihre Atemtechnik ausbaubar) positiv von ihr überrascht und loben die Lehrkünste des verstorbenen Petiron. Hier ein kleiner Darth-Vader-Moment: Petiron ist Robintons Vater. Neben den Meistern lernt Menolly aber zuerst die Wirtschafterin Silvina kennen, die ihr alles zeigt und ihr eine Unterkunft in der Pension beschafft, in der die restlichen Mädchen (alles Gastschülerinnen) leben. Danach folgen der Küchenknecht Camo, der total begeistert davon ist, dass er Menolly bei der Fütterung der “hübschen Kleinen” helfen darf. Zu dem Raubtierfütterungskommando gesellt sich bald auch der Lehrling Piemur hinzu, der Menollys erster Freund in der Halle wird und ihr zeigt wie der Hase läuft. Auch bei den Gesellen, vor allem Sebell, der neben Robinton ein Feuerechsenei bekommt, und Talmor, der die restlichen Mädchen unterrichtet, gewinnt sie schnell Ansehen. Aber da wären wir bereits bei des Pudels Kern: die Mädchen. Vor allem Pona, Enkelin eines hoch angesehenen See-Barons, passt Menollys Erscheinen gar nicht wegen ihrer höheren Stellung (da Tochter eines See-Barons), jungenhaften Manieren, des größeren Talentes (Menolly wird von einem Gesellen fälschlicherweise in den Unterricht der Mädchen geschickt -> einen größeren Unterschied könnte es kaum geben) und anscheinend auch wegen ihrer Feuerechsen. So wird mit der Pensionswirtin zusammen Menolly verschwiegen, dass sie Stunden bei Shonagar hat, sie beim Essen mit bissigen Bemerkungen gequält und Baron Groghe (Baron von Fort) versucht gegen sie aufzubringen, als die Mädchen (anders als Menolly) sich bei Sporeneinfall in der Burg verschanzen. Zum Glück lässt sich das alles sehr schnell auflösen, als Groghe in die Gildenhalle stürmt – mitten in der Nacht, da seine eigene Goldechse verrückt spielt. Grund dafür war der Versuch eines Drachenreiters durch das Dazwischen (hört sich seltsam an, ist aber in der Science-Fiction-Welt häufiger vertreten – versucht es mal mit “Hyperraum”) zum roten Stern zu gelangen. Dieses Vorgehen befürworten schon seit einiger Zeit einige Idioten (Überraschung: auch Ponas Großvater), die denken man könne doch die Sporen direkt an ihrem Ursprungsort bekämpfen. Die Echsen sind bereits davor unruhig, doch Menolly (zu ihrer großen Freude von Silvina zurück in die Gildehalle geholt) erschüttert erst der Hilferuf Brekkes, einer weiteren Drachenreiterin, nach ihrem Gefährten, worüber sie auch eine Ballade verfasst und ihr neues Wissen einbringt. Kurz darauf schlüpfen die beiden Feuerechseneier, die Robinton für sich und seinen Gesellen Sebell aus dem Benden-Weyr mitbrachte. Zur Bestürzung der meisten bindet der Meisterharfner die Bronzeechse Zair und Sebell die kleine Königin Kimi an sich, doch Robinton findet es so herum sogar besser, da Sebell mehr auf die verschiedenen Burgen kommt als er.

Um Menollys erste Woche (ja, das passiert alles ziemlich eng aufeinander) in der neuen Umgebung perfekt zu machen, findet auf Grund des guten Wetters und des gut überstandenen Sporenregens ein Fest statt. Menolly erhält von Robinton eine Zweiermarke, um sich einen neuen Gürtel zu kaufen, da sie ihren Sebell geliehen hat (lest selbst). Und so zeigt ihr Piemur die kleinen (Feilschen mit den Händlern, an die die Jungen Instrumente verkaufen) und großen (noch warme Beerenpastete) Freuden und steht mit ihr beim Lederer, um einen blauen (die Farbe der Harfner) Gürtel mit Feuerechsenschnalle zu erwerben, als Pona mit den anderen Mädchen, mächtig herausgeputz, und den Söhnen und Pflegesöhnen von Baron Groghe erscheint. Zunächst behauptet sie, Menolly habe kein Geld, um zu bezahlen, und fordert – nach Bekanntwerden der Zweiermünze – ihren Begleiter auf, ihr diese Marke zu beschaffen. Piemur versucht zunächst Menolly zu verteidigen, wird jedoch zu Boden geschubst, was nun Menolly so wütend macht, dass sie besagtem Begleiter einen ordentlichen Kinnhaken verpasst. Zusätzlich schlagen sich jetzt Audiva und einer der Pflegesöhne, der ebenfalls von der Küste kommt, auf ihre Seite, doch erst das Erscheinen Robintons kann die Prügelei stoppen. Die “feine” Gesellschaft wird unauffällig in ihre Schranken verwiesen und es wird noch ein gelungenes Fest mit Gesang (Menolly hat ihren Einstand) und Tanz (ebenfalls viel für Menolly – an die jungen Herren: ihre Sohlen sind noch am Heilen und sie hat noch keine festen Stiefel!) und einem gut gelaunten Baron, der von alle dem nichts ahnt und sich nur darüber freut, dass seine kleine Königin ebenfalls bei den Liedern angestachelt durch Menollys Schar mitsingt.

Beim Abendessen, das wieder in der Gildehalle stattfindet, erwartet alle eine Überraschung: zu aller erst bringt der Drachenreiter, der sie nach Fort brachte und nun die Gesellen zu ihren neuen Wirkstätten bringen soll, ihr ein Paar blauer Lederstiefel mit und dann “entführen” Sebell und Talmor sie auch noch feierlich an den Tisch der Gesellen. Somit wären ihre Befürchtungen, sie könnte auf Grund der jüngsten Vorfälle (Pona musste nämlich wieder nach Hause) aus der Gilde geschmissen werden, zerstreut.

So, Ende gut, alles gut, denn der nächste Band wird sich mit Piemur beschäftigen. Dennoch hat mich auch dieser Teil wieder positiv überrascht. Es wird zwar “nur” der Alltag ihrer ersten Woche geschildert, aber erneut so lebhaft und mitreißend, dass es mir schwer viel das Buch aus der Hand zu legen. Es ist wunderbar zu sehen wie Menolly durch ihre Entschlossenheit alles bewältigt, sich auch von ihren Verletzungen nicht unterkriegen lässt und sich endlich unter Gleichgesinnten wiederfindet – gerade der letzte Teil erinnert mich an mein erstes Semester, als ich endlich das Gefühl hatte, dass um mich herum alle mindestens genauso verrückt waren wie ich.

Sehr gefallen haben mir auch die kleinen Gedichte beziehungsweise Auszüge aus Liedtexten zu Kapitelbeginn, die inhaltlich immer zu diesem passten. Und ich habe es zwar schon erwähnt, aber ich wiederhole mich in dem Fall gerne: Ich will auch eine Feuerechse! (anscheinend sind sie nämlich stubenrein und können nicht wie ihre großen Verwandetn Feuer speien, womit meine Bücher in Sicherheit wären)

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