Jane Austen – “Emma”

Auch wenn ich nach “Rendezvous mit Mr Darcy” die Lektion eigentlich gelernt haben sollte, so bin ich dennoch rückfällig geworden und habe seit Langem mal wieder einen von Jane Austens Romanen gelesen.

Auf die Geschichte bin ich aufmerksam geworden, weil bei mir zu Hause die DVD der Verfilmung mit Gwyneth Paltrow steht und angeblich eine meiner jüngeren Cousinen nach ebendieser Emma benannt sein soll. Außerdem passt das Buch gut in mein herbstliches Vorhaben endlich mal Ungelesenem und Abgebrochenem meine Aufmerksamkeit zu schenken, bevor ich meine Bücherregale weiter fülle.

Leider muss ich zugeben, dass meine Zusammenfassung nicht so romantisch werden wird wie die, die Penguin Classics (ja, Austen wird von mir selbstverständlich in Englisch gelesen) verwendet, da ich doch einige Punkte sehr kritisch sehe.

In aller Kürze: die 21-jährige Emma Woodhouse, Tochter eines alten, im Ort Highbury höchst angesehenem Herrn, wird erneut die Schwägerin ihres Schwagers, indem sie dessen 37 Jahre alten, älteren Bruder George Knightley heiratet, der sie seit ihrem 14. Lebensjahr liebt.

Wie? Euch ging das zu schnell? Ok, meinetwegen. Hier ein paar mehr Details zu den 360 Seiten, für die ich beschämende eineinhalb Monate brauchte, da die Handlung erst ab der zweiten Hälfte wirklich Fahrt aufnimmt. Das ganze setzt ein mit der Heirat von Mr Weston und Emmas Erzieherin. Der Bezugsperson und Freundin beraubt –  selbst schuld, da sie das Alles selbst einfädelte – nimmt sich Emma einer 17-jährigen Schülerin von Mrs. Goddard an, Harriet Smith, über deren Herkunft man jedoch nicht viel weiß. Diese wird nun oft ihn Hartfield, dem Anwesen der Woodhouses, willkommen geheißen und zum Objekt weiterer von Emmas Verkupplungsversuchen. Wegen dieser wird sie allerdings des Öfteren von Mr Knightley, alter Freund der Familie und großer Bruder von Isabellas (Emmas große Schwester) Ehemann, zurecht gewiesen. Tatsächlich geht es irgendwie zum Großteil darum, wie Emma versucht für Harriet eine möglichst gute Partie zu finden, nur um letzten Endes festzustellen, dass sie selbst in Mr Knightley verliebt ist und es nicht ertragen könnte, ihn mit Harriet zu sehen. Parallel gibt es noch das Schicksal der armen Miss Jane Fairfax, Enkelin der Witwe des alten Vikars, die Erzieherin werden muss, da ihre Eltern bereits früh starben und sie nich länger bei ihrer Pflegefamilie bleiben kann. Keine Angst, dass geht alles gut aus, da sie heimlich mit Mr Westons Sohn aus erster Ehe, Frank Churchill, verlobt ist und dieser nach dem Tod seiner Tante, bei der er Ersatz für eigene Kinder aufwuchs, endlich zu seiner Liebe stehen kann.

Die lustigste Figur der Geschichte ist für mich ohne Frage Mr Elton, der junge Vikar Highbury’s, der es zunächst auf Emma abgesehen hatte, dabei aber sehr klare Zeichen in Richtung Harriet schickte und letzten Endes sehr schnell eine Braut in Bath findet. Doch Mrs Elton entpuppt sich als absolut vulgär und hält sich gleichzeitig für so überlegen, dass es einfach nur noch lächerlich ist, wenn sie den Mund aufmacht. Währenddessen finde ich Miss Bates, Janes Tante, bei Weitem nicht so schlimm wie sie von den anderen Figuren dargestellt wird.

Es klang oben bereits an und es muss einfach gesagt werden. Ich bin zutiefst unzufrieden mit einigen Dingen.

  1. der Altersunterschied zwischen Emma und Mr Knightley
  2. Mr Martin wird mit 26 als zu jung zum Heiraten angesehen
  3. Mrs Weston bringt eine Tochter zur Welt und es wird als selbstverständlich angesehn –  die gute Frau ist wahrscheinlich knapp über 40 und selbst beim heutigen Stand unserer Medizin wird von einem hohen Risiko dabei ausgegangen!
  4. wie zum Teufel hat das Pianoforte, dass Frank seiner Jane schenkt, die schmale Treppe im Haus ihrer Großmutter heraufgebracht werden können?
  5. Was soll dieser Überfall von “gypsies” auf Harriet, um sie Frank gegenüber dankbar zu machen?
  6. Emma ist so rücksichtsvoll auf ihren Vater, dass ihr Verlobter zu ihnen ziehen will, aber Isabella konnte mit ihrem Mann nach London (16 Meilen Distanz) ziehen
  7. Emma erklärt, dass sie niemals Heiraten will – weil sie noch nie romantische Gefühle für einen Mann hatte
  8. Die Hälfte des Buches besteht aus Tratsch und Vermutungen, die sich fast alle als falsch herausstellen

Lassen wir es damit gut sein, Denn eigentlich gefiel mir das Buch doch irgendwie, vielleicht gerade weil es so herrlich kitschig ist. Anscheinend bin ich wirklich noch nicht geheitl, da ich ernsthaft überlege weitere von Austens Werken zu lesen.

Aber bis dahin arbeite ich erst einmal meine Leseliste weiter ab. Ihr bleibt also vorerst verschont und werdet dafür mit Fantasy und Science Fiction überhäuft werden.

Habt ihr ein Lieblingswerk von Jane Austen?

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