Frankfurter Buchmesse 2014

Frühes Losfahren lohnt sich. Und so konnte ich einige interessante Ecken der diesjährigen Frankfurter Buchmesse bewundern, bevor es richtig voll wurde, denn gutbesucht war es dieses Mal definitiv wieder. Nicht leicht, in dem Gedrängel die Fünfergruppe, mit der ich unterwegs war zusammenzuhalten.

Anders als in den Vorjahren bin ich nicht allein durch die Gegend gelaufen, sondern hab mehr oder minder gezielt, die kleine Gruppe von einem Ort zum anderen geführt – sobald ich mich orientiert hatte, denn aus Versehen sind wir beim Eingang “Galleria” rein. Was sich anscheinend geändert hat, sind die Sicherheitsbestimmungen, da wir nicht ohne Taschenkontrolle auf das Ende kamen und auch ohne meine Gewandungsfibel. Die Begründung war erstaunlich: sie wäre zu spitz. Okay, Sicherheitsnadeln mit Jahrtausende Alter Tradition sind mittlerweile gemeingefährliche Waffen. Es war auf jeden Fall der running Gag, sobald wir Cosplayer mit “Waffen” sahen.

Apropos Cosplayer. Die Gewandung kam auch dieses Jahr gut an, wobei unsere Kleidung meistens nicht für die größte Neugier sorgte, sondern der Rucksack meines Freundes, der ursprünglich als Resteverwertung anfing und mit aufwendigen Schnallen und Waffengürtel als Trageriemen mittlerweile echt was hermacht. Aber auch die Cosplayszene hat sich mal wieder nicht lumpen lassen. Besonders beliebt waren dieses Jahr Attack on Titan, Soul Eater und Sailor Moon, aber auch Naruto-Charaktere sah man sehr oft. Das goldigste Päarchen, das ich leider nur im Vorbeigehen gesehen habe, hatte sich “Die Eiskönigin” (Frozen) ausgesucht und so lief Elsa in groß und im Krönungsoutfit und in klein im Outfit nach “Let it go” herum. An Niedlichkeit war das kaum noch zu toppen – wurde es aber. Von einem kleinen Mädchen, das mit ihrer Familie unterwegs war und ganz schüchtern gefragt hat, warum wir denn verkleidet herumlaufen. Süß! Wir haben uns natürlich die Zeit genommen ihr das genau zu erklären, während ihre Augen immer größer wurden.

Zum Abkühlen ging es danach zum Ehrengast Finnland, der “Finnland.Cool” etwas zu wörtlich genommen hatte. Weißer Boden und mehrere große, weiße Zylinder, in deren Innern (nicht reingegangen, weil selbst um 10 Uhr schon sehr voll) Interviews geführt wurden oder Bücher auslagen. Diese Schlichtheit fand ich fast schon enttäuschend, da ich von der Expo 2000 in Hannover noch die Erinnerungen an diesen wunderschönen Birkenwald im Kopf hatte.

Fündig bin ich aber trotzdem geworden. Zum einen bei Dumont und dort gleich doppelt. “Töte deinen Chef” wirft ein interessantes neues Licht auf die Welt der Praktikanten, während “Von Männern, die keine Frauen haben”, das erste Buch von Haruki Murakami werden könnte, das ich lese.

Zum anderen bei Frieling. Michaela J. Ruppert hat ein Jahr vor mir Abitur gemacht und kommt bei mir aus der Gegend. Ihre Faszination für die asiatische Kultur inspirierte sie zu ihrem ersten Buch “Yozari – Rauch des Vergessens”. Leider konnte ich es vor Ort nicht kaufen und werde mich daher noch eine Weile gedulden müssen, aber das was ich bis jetzt gelesen habe, klingt gut, auch wenn man dem Stil das junge Alter der Autorin anmerkt.

Aus der Comicecke und von Veranstaltungen habe ich mich diesmal ferngehalten und beschlossen mir nächstes Jahr das ganze Wochenende Zeit zu nehmen, um dann wieder richtig zu schmökern und vielleicht wieder ein paar Leseexemplare zu ergattern.

Insgesamt war es ein lohnenswerter Ausflug und war einmal mehr schön zu sehen, wie viel Menschen sich noch für das Lesen begeistern können.

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