Kerstin Gier – “Silber” (2) – dream on

Dream on, dream on, dream on, dream on
Dream on, dream on, dream on, ahh

Sing with me
Sing for the year
Sing for the laughter and sing for the tear
Sing it with me
If it’s just for today
Maybe tomorrow, the good Lord will take you away

Anders als in Teil 1 ist der Ton des zweiten Titelliedes deutlich rauer und auch das zentrale Tier ist diesmal nicht die Eidechse, die die Türklinke zu Livs Traumtür bildet, sondern eine Raubkatze, deren Verwandlung sie sich aneignet.

Es hat relativ lange gedauert, bis ich das Buch durch hatte, vor allem weil ich genau wie beim ersten Buch es meiner Mutter vorgelesen habe. Naja, zumindest die erste Hälfte, denn es gestaltete sich etwas schwierig mit 300 Kilometern dazwischen. Da ist es doch von Vorteil über ein Smartphone zu verfügen (Liv besitzt noch keines, da sie das Geld leider hergeben muss), mit dem man das Gesprochene aufnehmen und dann per Email nach Hause schicken kann.

Die Handlung setzt kurz vor Weihnachten ein, also einige Wochen nach Ende des ersten Buches. Liv schwebt auf Wolke 7 wegen ihrer Beziehung mit Henry, auch wenn sie doch etwas enttäuscht ist, als sie von ihm nur eine Winkekatze geschenkt bekommt. Alles kommt ins Rollen wegen der Großmutter von Florence und Grayson, da diese Livs und Mias Mutter als Mätresse bezeichnet. Die beiden rächen sich, indem sie den preisgekrönten Buchspfau Mr. Snuggels zerflettern. (So verlieren die beiden auch das Geld für das Smartphone – es wird zu einer Gedenktafel) Kurz darauf beginnt Mia zu schlafwandeln. In diesem Zustand versucht sie Liv mit einem Kissen zu ersticken und springt fast aus dem Fenster. Besorgt um seine fast Stiefschwester tritt jetzt auch Grayson wieder hinaus in den Traumflur. Allerdings hat sich dort einiges geändert, seitdem er das letzte Mal dort war. Mittlerweile treibt Senator Tod alias Dr. Anderson, Anabels Psychater, dort sein Unwesen und treibt Henry und Liv beinahe in eine Allianz mit Arthur. Und Arthur wiederum ist es, der die beiden dazu bringt, ihre Differenzen nach ihrer Trennung (Henry wollte Liv nicht in die Verhältnisse seiner Famile einweihen und ihr auch nicht erklären, was er im Traum einer anderen Frau wollte) bei Seite zu lassen, als sich herausstellt, dass er aus Rache versucht Mia in den Selbstmord zu treiben. Aber mit vereinten Kräften wird dies für eine Weile erst einmal vereitelt.

Während es zum großen Show Down zwischen Liv, Henry und Arthur in Mias Traum kommt, sorgt Grayson in der realen Welt dafür, dass Arthur erstens aufwacht und zweitens keinen persönlichen Gegenstand mehr von Mia besitzt, mit dem er in ihren Traum könnte. Und so können alle den 18. Geburtstag der Zwillinge bester Laune genießen – außer natürlich das Bocker (Biest in Ocker und ihres Zeichens Mutter von Earnest und Großmutter von Florance und Grayson), das es immer noch nicht verkraftet hat, dass ihr Ältester tatsächlich wieder heiraten will und sich deswegen verlobt an seinem Geburtstag.

Allerdings gibt es auch noch einen Nachsatz “In derselben Nacht…” Wieder im Flur, um sich zu treffen, spaziert Anabel auf Henry und Liv zu. Sie ist als geheilt entlassen und gesteht, mit Arthur noch eine offene Rechnung zu haben und bietet den beiden ein Bündnis an, da dieser dies auch täte in Form von Graysons Exfreundin Emily. Es bleibt offen, ob sie darauf eingehen, aber eins ist sicher, sie ist gefährlicher denn je, hat sie doch auch Dr. Anderson in seinem eigenen Traum gefangen. So erklärt sich auch “dream on”, denn er denkt, er wäre wach. Kommt nur mir dabei “Inception” in den Sinn und der Zweifel, ob der Kreisel tatsächlich am Ende stehen bleibt?

Das Buch kämpft mit dem Problem, das viele zweite Teile einer Trilogie haben. Es ist nichts Ganzes, aber auch nichts Halbes, ein Mittelstück ohne richtigen Einstieg, ohne richtigen Schluss. Und dennoch haben sich zum Ende hin meine Zweifel gelegt. Anfangs plätschern die Geschehnisse dahin – vielleicht lag das auch einfach an meiner eingeschränkten Lesegeschwindigkeit, die zwischen den Kapiteln Klüfte entstehen lies. Aber ich liebe einfach Kerstin Giers Art zu schreiben, selbst wenn sie seitenweise einfach nicht zu einem Punkt komme will (inhaltlich, nicht sprachlich). Es ist total süß, wie sie den Aufbau einer echten Bruder-Schwester-Beziehung zwischen Liv und Grayson schildert und gleichzeitig die Problematik einer mehrere Monate dauernden Teenagerbeziehung aufgreift. Secrecy ist aber natürlich nicht zu toppen. Ich diskutiere mittlerweile mit meinem Serienjunkie (sie hatte selbstverständlich das Buch schon längst durch) über die mögliche Identität, mit dem unzufriedenstellenden Ergebnis, dass wir absolut keine Ahnung, geschweige denn einen Verdacht haben. Bleibt mir also nur noch das Warten auf Teil 3, wo sich das hoffentlich alles auflöst – selbst wenn ich dafür wieder viele Stunden lang meine Stimme werde anstrengen müssen.

 Zum Schluss wieder Musik. Meine aktuelle Lieblingsversion von “dream a little dream of me” stammt von Robbie Williams und Lily Allen, aber auch “Dream on” hat mich bereits eine Weile begleitet und ich habe mich gefreut im letzten Kapitel bestätigt zu bekommen, dass tatsächlich das Lied von Aerosmith gemeint war. Allerdings gibt es auch eine coole Version mit Neil Patrick Harris aus der Serie “Glee” und anscheinend hat sich auch Anastacia an ein Cover gewagt. Viel Spaß beim Hören. 😉

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