“Mockingjay” – Part 1

Wenn wir brennen, brennen Sie auch.

Nach einem Jahr des Wartens lässt Katniss Everdeen den Kinobesucher wieder für die Geschichte um die Befreiung Panems von der Herrschaft des Kapitols entflammen. Zwar wurde das dritte Buch auf zwei Filme aufgeteilt (wir erinnern uns an “die Heiligtümer des Todes” – wehe, ihr erwähnt die Buchserie mit “T” – so langsam verstehe ich die Beweggründe von Chrisptopher Paolini für 4 “Eragon”-Bände), aber das war beim Umfang der Handlung und der fehlenden Möglichkeit zu kürzen, da sonst manchen Ereignissen schlichtweg die Plausibilität fehlen würde, notwendig.

Katniss, Ende des letzten Teiles aus der Arena gerettet, gewöhnt sich allmählich an ihr Leben in Distrikt 13, der zusammen mit den Rebellen das Kapitol stürzen will. So viel Zeit zum Einleben bleibt ihr allerdings nicht. Plutarch und Koin, die Anführerin von Distrikt 13, wollen sie als Gesicht der Rebellion bewusst einsetzen, indem mit ihr so genannte “Propos” aufgenommen werden. Diese sind erst verwendbar, nachdem das Team um den Spotttölpel nach draußen geht und in den Distrikten dreht. Außerdem hat Katniss ihre Kooperation an eine Bedingung geknüpft: sie will, dass Peeta und die anderen Sieger, die das Kapitol gefangen hält, befreit werden. Denn nichts macht ihr mehr zu schaffen, als die Aufnahmen von Peeta (unglaublich wie John Hutcherson ihn hierbei spielt), in denen er immer mehr von Folter gezeichnet ist, während er zum Waffenstillstand aufruft. Distrikt 13 hält sein Wort, vor allem weil Peeta in der letzten Übertragung, die von ihm gezeigt wird, vor dem bevorstehenden Luftangriff gewarnt hatte. Doch ist es da bereits zu spät –  durch ein als “Einweben” bezeichnetes Verfahren, wurden alle Erinnerungen, die er an Katniss hatte mit den Qualen der Folter verknüpft. Und so leidet sie, während man den Angriff aufs Kapitol plant (die äußeren Distrikte befinden sich bereits alle im Bürgerkrieg), unter dem Verlust dessen, was sie einst bei den Hungerspielen am Leben gehalten hat – Peetas Liebe.

Genau wie seine Vorgänger ist der Film hervorragend gemacht und die Besetzung neuer Charaktere gut gelungen. Außerdem sind bis auf zwei Ausnahmen alle wichtigen Szenen vorhanden, an die ich mich noch erinnere. Die Erste bezieht sich auf Gale und seine Entwürfe für Fallen, da diese vollständig fehlt, was letzten Endes zur Distanzierung von ihm und Katniss führt. Des Weiteren habe ich ihre Forderung, Präsident Snow eigenhändig töten zu dürfen, vermisst – oder kommt das erst später? Auch habe ich ausnahmsweise bedauert, dass es kein “Geruchskino” gibt. Weiße Rosen (wieso ausgerechnet meine schönen Lieblingsblumen?) sind ein zentrales Thema, das stark mit Snow verknüpft ist und sogar mehr sagt als Haymiths Zettel in den Kapseln in Teil 1. Fast ironisch wirkt es da, dass Finnick bei seiner “Enthüllungsrede” in einem Meer von weißen Rosen steht. sollen sie doch eigentlich den Blutgeruch aus Snows Mund (herbeigeführt durch zu viele Gifte, die er in den Jahren der Regentschaft zu sich nahm, und die resultierenden) überdecken, doch was verdecken sie in diesem speziellen Fall? Aufgedeckt wird aber auch. So löst die Enkelin Snows ihren nach Katniss-Art geflochtenen Zopf, während er das Verbot des “Spotttölpel”-Symbols verkündet, als würde ihr erst in diesem Moment klar, das so etwas Simples wie Haare Ausdruck einer Rebellion sein können. Nicht zu Unrecht trägt einer der bekanntesten Antikriegs-Filme den Titel “Hair”.

Der Film hat mich insgesamt sehr aufgewühlt, auch wenn ich die Handlung bereits kannte. Es werden viele allgemeine Themen aufgegriffen, aber auch solche, die im Anbetracht der aktuellen politischen Lage hervorstechen. Umso bedauernswerter ist es  dann, wenn manche jüngeren Zuschauer es nicht einsehen wollen, ruhig zu sein, während der Vorführung, und sich gackernd wieder an ihren Platz begeben, wenn Katniss durch den zerstörten Distrikt 12 läuft.

Neben dem bereits geschehenen oder noch kommenden Filmtod einiger meiner Lieblingscharaktere, ist allerdings auch der Tod von Philip Seymour Hoffman zu erwähnen, der im Abspann zuallererst gewürdigt wird, was die Frage offen lässt, wer im letzten Teil die Rolle des ehemaligen Spielemachers übernehmen wird.

Wenn ihr euch diesen Film anschauen solltet, seht ihn euch bewusst an und achtet auf Kleinigkeiten.

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2 Responses to “Mockingjay” – Part 1

  1. beautytime15 says:

    Für mich geht’s morgen ins Kino den Film angucken 😀
    Lg beautytime15 🙂

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