Der Hobbit – die Schlacht der Fünf Heere (Film)

Anscheinend wird es zur Gewohnheit, dass ich beim dritten Film des Hobbits hinterher hinke. Vielleicht wollte ich das Ende der Reise auch einfach nur etwas hinauszögern. Einer Reise, die vor über zwölfeinhalb Jahren begann.

Und so saß ich am 20. Dezember abends im Kinosessel, meinen Freund links, meine Mutter rechts von mir, und beide konnten nicht verstehen, weswegen mir beim Schauen des Abspanns die Tränen liefen. Mein Vater konnte es. “Ja. Es war ein sehr guter Film”, fasste er es für mich zusammen.

Die Thematik des “Endes” und des “Abschieds” ist allgegenwärtig in diesem letzten Teil der Vorgeschichte des Ringkrieges: Es enden Reisen, Abenteuer, Drachen, Städte, Reiche, Freundschaften und Leben. Und dennoch bleibt da dieser Blick nach vorn, steht doch zum Ende des Films auf Grund der Rahmenhandlung Bilbos 111. Geburtstag an (und wir wissen ganz genau, was darauf folgt 😉 ), während Bilbo in der eigentlichen Handlung sich wieder im Auenland einleben muss. Aber der Reihe nach – auch wenn es wieder ein paar Abweichungen zum Buch gibt.

Smaug, erzürnt über die Eindringlinge in sein Reich, fliegt herab zur Seestadt, um dort Tod und Verderben zu bringen, wird aber von Bard mit dessen Familienerbstück (dem “schwarzen Pfeil” – sein Sohn und ein zerbrochener Bogen müssen als Armbrust dienen) erschossen. An dieser Stelle wird das Motiv der selbsterfüllenden Prophezeihung genutzt, denn bereits im Buch bemerkt Bilbo, dass sich wohl keiner mehr erinnern werde, wer (nämlich er) herausfand, wo Smaug verwundbar sei. Schade.

In der Gruppe der Überlebenden (anders als im Buch ist der Bürgermeister der Seestadt auf der Flucht mit den Stadtschätzen gestorben – alle ihm zugedachte Handlung wird von dessen Stellvertreter ausgeführt) befinden sich auch noch ein paar Zwerge, die zum Erebor aufbrechen, um den anderen zu berichten (offiziell bekommen sie nämlich eigentlich noch nicht mal von der Ferne den Kampf mit), und Legolas und Tauriel, die klären wollen, von wem die Orks (vgl. “Smaugs Einöde“) geschickt wurden. Damit widersetzen sie sich allerdings den Befehlen Thranduils, der außerdem an Tauriels Gefühlen zu Kili zweifelt, und werden aus dem Waldlandreich verbannt. Währenddessen ziehen die Meschen mit dem bisschen, was sie retten konnten nach Dale, um dort zu überwintern und einen Anteil am Zwergenschatz zu fordern, um dieses wiederaufzubauen (anscheinend war ihnen auch ein Anteil für ihre Gastfreundschaft angeboten worden).

Doch Thorin, bereits vom Schatz besessen und unter der “Drachenkrankheit” leidend, verweigert dies und lässt das Haupttor (einziger Weg rein und raus) auf eine stattliche Höhe zumauern, während er selbst weiter nach dem Arkenstein sucht. Allmählich beginnt er an der Aufrichtigkeit der anderen Zwerge zu zweifeln und vertraut seine Zweifel Bilbo an, der der eigentliche “Dieb” in diesem Falle ist. Eine Szene, in der der Zuschauer denkt, Thorin würde Bilbo mit dem Arkenstein erwischen ist eine nette Anspielung auf den “Herrn der Ringe”: statt des Arkensteins hält er eine Haselnuss/Eichel aus Beorns Garten in der Hand, die er in Beutelsend einpflanzen möchte – wir denken an das Geschenk, das Galadriel Sam machte (lest endlich mal die Bücher!).

Als die Seeleute von Thranduil Unterstützung bekommen, da dieser auch seine Ansprüche am Schatz gelten machen möchte, ruft Thorin mittels Raben seinen Cousin, den Herrscher über die “Eisenzwerge” zu Hilfe. In der Nacht schleicht sich Bilbo nach Dale, wo er u.a. auch Gandalf antrifft, um Bard den Arkenstein als Verhandlungsmittel zu geben. Thorin ist am nächsten Morgen (mehr oder minder verständlich) erbost ob dieses Verrats und entlässt Bilbo aus seinen Diensten, kurz bevor das Zwergenheer eintrift. Doch zum von ihm erhofften Kampf kommt es nicht, da der erste Teil (dem zweiten folgen Legolas und Tauriel, da sie es bei ihrer Erkundung gesehen haben) des Orkheeres den Schauplatz “betritt”. Und so wenden sich die Zwerge diesen zuerst zu, während Gandalf im letzten Moment nach auf Thranduil einredet, seine Elben ebenfalls kämpfen zu lassen (sehr coole Szene – besonders als Gandalf gegenüber Bilbo betont, dass Thorin immer der vernünftigere der beiden Cousins gewesen wäre).

Zum großen Entsetzen der Zwerge im Berg weigert sich Thorin sie ebenfalls in die Schlacht ziehen zu lassen und ist eher bemüht, den Schatz noch tiefer im Berg in Sicherheit zubringen. In manchen Momenten scheint es als würde Smaug selbst aus ihm heraus sprechen, womit die Bessesenheit durch den Schatz fast genauso tiefgehend wirkt wie die durch den Einen Ring, auch scheint ihn auf dem vergoldeten Fußboden der Schatten eines Lindwurms zu begleiten. Doch ihm gelingt es über die Drachenkrankheit hinweg zu kommen, hatte er doch früher schon betont, er sei nicht wie sein Großvater (ihm scheint als würde er in Gold “ertrinken”), und zieht nun ebenfalls in die Schlacht.

Dieses Ausrücken des Königs gibt der Schlacht eine positive Wendung, bis das zweite Orkheer erscheint und Dale angreift. Thorin erkennt, dass die Heere über ein ausgeklügeltes System auf einem der alten Wachtürme durch Azok seine Befehle erhält (da sage noch mal einer Orks wären blöd), und beschließt zusammen mit Kili, Fili und Dwalin (beim letzten Namen bin ich mir nicht sicher) die Heeresführung auszuschalten. Auch Bilbo folgt heimlich, ebenso wie Tauriel  als sie Kili sieht (und damit auch Legolas). Allerdings stellt sich dies als Falle heraus, in der zuerst Fili, dann Kili getötet werden. Bilbo wird bewusstlos geschlagen, erwacht aber rechtzeitig, um die Adler eintreffen zu sehen (“Die Adler kommen” ist ein Zitat, das man kennen sollte, wird es doch auch von Pippin vor dem schwarzen Tor gemacht) und Thorin wiederzufinden, der kurz darauf an seinen Wunden, die er bei der Tötung Azoks auf sich nahm, verstirbt.

Der Rest des Films besteht aus “Aufräumarbeiten”, da auch Dale die Schlacht halbwegs überstand. Auf dem alten Wachturm (hieß glaube ich “Rabennest” – gab es auch im Buch, wenn auch in anderem Kontext) trifft Thranduil auf die um Kili trauernde Tauriel. Er sieht ein, dass ihre Liebe zu ihm echt war und versteht auch ihren Wunsch ihn zu begraben, konnte er selbst dies doch nie für Legolas Mutter tun. Diese Szene versöhnt mich mit der eigentlich überflüssigen Liebesgeschichte, da verdeutlicht wird, weswegen Elrond nicht gerade begeistert ist, dass sich seine Tochter in einen Sterblichen (von den Verwandschaftsverhältnissen mal abgesehen) verliebt. Denn es ist wahrscheinlich, dass Tauriel durch ihren Kummer stirbt (ja, Elben könne so etwas). Außerdem schickt Thranduil Legolas zu den Dunedain, um denjenigen unter ihnen zu suchen, den sie “Streicher” nennen. Bilbo muss, zurück im Auenland, erfahren, dass man ihn auf Grund der langen Abwesenheit für tot erklärt und angefangen hat sein Inventar zu versteigern. Er stoppt diese und findet ihm fast leeren Beutelsend, nachdem er die Bilder seiner Eltern wieder über den Kamin aufhängt, das einst vergessene Taschentuch, was die eigentliche Handlung mit einem Schmunzeln enden lässt.

Aber Moment! Was hat Gandalf eigentlich so alles noch angestellt? Hauptsächlich nur eines: sich mit dem Nekromanten angelegt, um sich dann von den anderen beiden Trägern der Drei retten zu lassen. Frau Galadriel vetreibt den Nekromanten, nachdem sie sich mit den Ringgeistern (gut gelungene Rezitation des Gedichtes: die Ringgeister beginnen mit den ersten beiden Versen in ihrer Sprache, während Galadriel in der Gemeinen Sprache bei “Den Sterblichen…” einsetzt) angelegt hat und von Elrond und Saruman (immerhin ist er noch der Oberste der Zauberer) unterstützt wird. Die Ringträger bringen sich in Sicherheit, als Saruman ihnen versichert, er würde sich um Sauron, denn als solchen haben sie ihn nun erkannt, “kümmern”.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Abschluss des “Hobbits” tatsächlich ein guter Film ist, wenn man ihn in seiner Erzählweise und in seiner Position von nun insgesamt 6 Filmen sieht. Er schließt offene Punkte ab (z.B, die Liebesgeschichte zwischen Elbin und Zwerg), deren fehlende Erwähnung im “Herrn der Ringe” irritieren würde, liefert eine gute Basis auf Entwicklungen, die sonst ohne Vorkenntnis nicht nachvollziehbar wären, und ist trotz seiner Länge immer spannend und fast noch bildgewaltiger als seien Vorgänger.

Allerdings bin ich mir nicht sicher in welcher Reihenfolge man nun beide Triologien als erstes sehen sollte. Vielleicht tatsächlich den “Hobbit” zuerst, da die Rahmenhandlung nicht allzu störend ist, um den Orginalfluss der Handlung zu erfassen.

PS: Apropos “richtige Reihenfolge”. Peter Jackson hat nun eine Sache mehr mit George Lucas gemein: beide haben eine Reihe von 6 Filmen gedreht und bei Teil 4 angefangen. 😉

 PPS: Vielleicht ist es Zeit für neue Reisen, wobei die alte sich in eine schöne Erinnerung verwandelt, zu der man gerne in Gedanken zurückkehrt. Die Straße gleitet fort und fort, weg von der Tür …

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