Joseph von Eichendorff – “Aus dem Leben eines Taugenichts”

Wer sich mit der romantischen Literatur auseinandersetzt wird kaum um diesen Namen herum kommen. Joseph von Eichendorff war auch mir noch ein Begriff aus der Schulzeit – jedoch kannte ich ihn nur für seine Gedichte und nicht für andere Bereiche der Literatur. Also höchste Zeit dies Versäumnis nachzuholen!

Der namenlose Held, der Taugenichts, ist Sohn eines Müllers, der von diesem erbost über dessen Müßiggang hinaus in die Welt geschickt wird. Etwas Kleingeld und seine Geige bilden das Reisegepäck. Während dem Laufen spielt er auf der Geige und singt dazu (wie auch immer ihm das gelingen mag) und macht so eine Kutsche mit einer Gräfin und ihrer jungen hübschen Begleiterin auf sich aufmerksam. die er von nun an “die junge, hübsche gnädige Frau” nennt. Sie nehmen ihn mit bis zum Schloss in der Nähe von Wien, wo er eine Anstellung als Gärtnergehilfe und später als Einnehmer bekommt. Als er jedoch denkt, die gnädige Frau sei bereits in festen Händen reißt er aus nach Italien. Auf dieser Reise begleiten ihn zunächst zwei Maler und es kommt zu allerlei sonderbaren Verwicklungen. Schließlich ist er jedoch wieder auf dem Weg zurück zum Schloss und erfährt kurz vor seinem Ziel, dass die gnädige Frau demnächst zu heiraten gedenke, wenn denn endlich der Auserwählte aus Italien zurückkehre. So trifft er sie wieder im Garten an, wo auch ein Teil der Verwirrungen aufgeklärt werden – unter anderem, dass sie keine Gräfin sei. Die Liebenden sind vereint und alle sind glücklich.

Zugegebenermaßen fand ich die Aufklärung zum Schluss mehr als dürftig, dennoch war das kleine Büchlein sehr unterhaltsam und lies mich ein ums andere Mal über die Naivität des Protagonisten schmunzeln. Allerdings habe ich mir das Lesen des Anhangs mit Infos zur Entstehungszeit und auftauchenden Motiven gespart, um nicht vollkommen daran erinnert zu werden, dass ich eine Schulausgabe las. In meinen Besitz kam sie als Anerkennung für das Mitmachen bei einem Schreibwettbewerb und hat sich als deutlich unterhaltsamer herausgestellt als der “Herr Trabac”.

Wer gerne in die Epoche der Romantik eintaucht und versteht, dass sie nicht nur mit Liebe zu tun hat, dem sei dieses heitere Werk wärmstens empfohlen.

Advertisements
This entry was posted in Books, Romantik and tagged , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s