Johannes Thiele – “Die sieben Weltwunder”

Noch heute schwingt eine gewisse Ehrfurcht mit, wenn wir ihre Namen sagen, und ich bin sehr dankbar für meine humanistische Ausbildung, denn sonst hätte mir dieses kleine Büchlein nicht so viel Freude bereitet. Die Rede ist von den sieben Weltwundern der Antike, deren Erbauung allesamt mehr als 2000 Jahr zurückliegt und die alle irgendwie etwas mit Alexander dem Großen zu tun haben.

Thiele geht jeweils auf den Entstehungsort und die historischen Gegebenheiten zu der Zeit ein, führt zusammen, was über die Erbauung bekannt ist und wie das jeweilige Weltwunder verwendet wurde. In der Reihe bedeutet das siebenmal geballtes Wissen zu:

  1. die große Pyramide von Gizeh (das einzige aus der Liste, das wir noch bewundern können)
  2. die hängenden Gärten von Babylon (auch “hängenden Gärten der Semiramis”, obwohl es nur ein einziger Garten war)
  3. die Statue des Zeus in Olympia
  4. der Artemis-Tempel von Ephesos
  5. das Mausoleum von Halikarnassos (der Herrscher, dessen Gebeine darin lagen hieß Mausolos (oder so ähnlich) und war damit Namensgeber für einen ganzen Typus Bauten)
  6. der Koloss von Rhodos
  7. Der Leuchtturm von Alexandria (auf der Insel Pharos)

Es wird erwähnt, dass es ursprünglich auch andere Listen gegeben hätte, und auch diese weniger bekanten Weltwunder werden hier und da erwähnt, wenn es zum Kontext eines der andern “offiziellen” passt (z.B. die Stadtmauer Babylons). Alexander der Große sah sie auf seinem Eroberungszug alle, ehrte ihnen, beteiligte sich beim (Wieder)Aufbau oder ließ sie zumindest bereits planen (im Falle von Pharos). Wer aufmerksam liest erhält deswegen auch zeitgleich eine Auffrischung des historischen (und mythologischen) Wissens.

Durch die relativ kurzen Unterkapitel konnte ich Thieles Werk sehr entspannt in der Straßenbahn und im Bus lesen und war sogar so tollkühn mich auf ein kleines Experiment einzulassen. Da ich zu Lesebeginn vergessen hatte ein Lesezeichen einzupacken, habe ich mir jeweils die aktuelle Seitenzahl gemerkt und es hat immer funktioniert.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Antike weder staubtrocken noch langweilig ist. Da viele der Weltwunder nicht mehr in ihrer Gänze existieren (oder für andere Bauwerke verwendet wurden) lädt dieses Buch zum Träumen ein und entführt einen in eine Zeit, in der Mythen noch real waren.

Begonnen: 6.5.15    Beendet: 16.5.15

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