Meine Stadtbücherei – oder wenn man eben mal eine Weile nicht da ist

Dass ich mir, sobald ich Ferien habe, mehr Zeit nehme für meine Bücher, ist euch ja alt bekannt. Ebenso, dass ich gerne mal in der Stadtbücherei stöbere –  auch online. Und normalerweise gehöre ich zu den glühenden Verfechtern der Vorteile von Büchereien, aber anscheinend war ich durch mein Leseprojekt vom Wintersemester zu distanziert geworden und habe einiges an Neuerungen verpasst.

Die Erhöhung der Jahresgebühren habe ich im Frühjahr mitbekommen, konnte ich aber noch gut verkraften, da diese für Studenten nur um 1€ angehoben wurde. Doch eben wollte ich einfach mal wieder nach einem Film schauen im normalen Opac und bin ziemlich überrascht, als mein Blick auf den “Vorbestellen”-Button fällt. Seit wann steht da bitte schön auch “0,50€ pro Medium”? In den FAQs geschaut. Tatsächlich! Das ist kein Fehler des Systems. Weiter gesucht und einen Artikel unserer Tageszeitung gefunden. Mit Beginn diesen Jahres wurde diese neue Gebühr, die es angeblich schon eine Weile in einer der Nachbarstädte gibt, eingeführt. Die Begründung: Logistikkosten, oft nicht abgeholte Bücher und Vorteile für die Kunden wie die höhere Verfügbarkeit der Medien. Dankenswerterweise wurde bereits in dem Artikel daraufhin gewiesen, dass so vor allem junge Leser abgeschreckt würden und auch die Begrenzung auf 10 Vorbestellungen die Recherche für Hausarbeiten erschwere.

Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass die Bücherei Geld braucht und das auch den Ausleihenden zu Gute kommt, aber gleichzeitig wird hier auch ein geniales Konzept zerstört. Denn unter dem Semester habe ich zu den Öffnungszeiten der Bücherei selten Zeit zum Stöbern und häufig sind die Bücher, die ich lesen möchte, in Zweigstellen, zu denen ich nicht mal eben schnell fahren kann (+ wieder die Problematik mit den Öffnungszeiten). Aber die Zentralstelle liegt direkt an einer der Haltestellen, an der ich auf meinem Nachhauseweg vorbeikomme. Ich kann aussteigen, zügig hinein gehen, mir das bereitgestellte Buch nehmen, am Terminal selbst ausleihen und bekomme die nächste Bahn (tagsüber 10-Minuten-Rhythmus). Mit der neuen Gebühr müsste ich dazwischen noch einen Abstecher zum Bezahlautomaten machen, der oft genug spinnt.

Ja, vielleicht sehe ich das alles momentan einfach zu schwarz, doch für jemanden, der die Möglichkeit des Vorbestellens (eigentlich) regelmäßig nutzt, kommt das Alles ziemlich überraschend und läppert sich bei Viellesern schnell zu einem Betrag, der die Jahresgebühr übersteigt.

Wie sieht das bei euch in den Büchereien aus? Ist das bereits andern Orts Gang und Gebe oder auch für euch etwas vollkommen Neues?

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