Michaela J. Ruppert – “Yozari – Rauch des Vergessens”

Während der letzten FBM saß ich draußen mit ein paar Freunden am Brunnen und bekam einen kleinen Flyer in die Hand gedrückt. Anscheinend hieß die Order “weiblich, Anfang zwanzig und erkennbar an Fantasy interessiert” – denn die Jungs erhielten keinen. Dennoch hatten sie Pech und wurden prompt von mir und der einzigen anderen Frau in der Runde zu dem Stand geschleift, der auf der Rückseite vermerkt war.

Frau Ruppert (das fühlt sich so seltsam an, das zu schreiben) nahm sich die Zeit, um mit uns zu sprechen (die Jungs warteten in gebührendem Abstand) und bereits anstandene Fragen zu beantworten. Leider gab es noch keinen Termin für das Erscheinen des zweiten Teils – auf den ich jetzt sehnsuchtsvoll warten werde. Damit wir uns von Anfang an richtig verstehen, sie ist richtig sympathisch und auch ihr Buch hat mich gefesselt (sonst hätte ich wohl kaum 400 Seiten in fünf Tagen gelesen – obwohl ich eigentlich mit meinem Freund weggefahren war). Aber ein Problem stellte sich nach den ersten 100 Seiten ein: Es ist vorhersehbar! Selbst die Andeutung im vorletzten Kapitel (sucht es euch bitte selbst heraus) hatte ich in fast genau der Form erwartet! Es ist zum Haare raufen! Da finde ich endlich mal wieder ein gutgeschriebenes, deutsches Fantasy-Buch (den Vergleich mit dem gerade erst beendeten “Drachenbeinthron” habe ich sehr schnell gelassen) und dann bergen die Wendungen keine wirklichen Überraschungen für mich! Dabei ist die Idee (wenn auch nicht vollkommen neu) wirklich gut und in eine interessante Handlung gepackt.

Die 17-jährige Yussra wird angetrieben von nur einer einzigen Sache: den Hass auf die Yozari, Dämonen, die das Land des Kaisers Damian bedrohen, und nach allgemeiner Ansicht die Schuld an der Vernichtung ihres Heimatdorfes Nacri vor 11 Jahren sind. Auch ihre Bekanntschaft mit zwei von ihnen, dem gutaussehenden Kacume Talore (hiermit beginnen leider auch schon die Klischees) und dem Jungen Jiiro, kann sie nur langsam umstimmen. Doch leider scheint das Schicksal sie an die beiden Menschen, die von Drachengöttern zur Rettung der Menschheit auserkohren worden sind und daher spezielle Fähigkeiten haben (Drachenschwingen und Drachengebrüll), gekettet. So bleibt ihr kaum eine andere Wahl als mit ihnen zu dem Dorf der Yozari, Kucera, zu gehen, in der Hoffnung dort endlich Antworten zu erhalten. Die bekommt sie auch – mehr sogar als ihr lieb ist. (Trommelwirbel) Sie ist auch eine der nur neun Yozari mit der Gabe des Drachenodems (sprich Feuer – und sie hat wirklich panische Angst davor), erhält von einem Drachengott den Auftrag, dass nur sie Damian töten soll und erinnert sich plötzlich dank diesem daran, dass sie Nacri vollkommen niederbrannte, was sie prompt in den Selbstmord treibt und Kacume, der sie schon wieder retten darf, an den Rande seiner Nerven. Zum Glück hat er keinerlei romantisches Interesse an ihr, sondern verlobt sich prompt, nach der dramatischen Rettungsaktion seines besten Freundes aus dem Gefängnis und der Festlegung seiner neuen Mission außerhalb Kuceras, mit Avenie (auch eine Yozari), mit der sich Yussra angefreundet hat und ihr irgendwie auch nicht böse sein kann.

Eine kleine Schwachstelle hingegen sind die Namen, sowohl von Orten, als auch Personen. Gerade am Anfang des Buches, in dem Yussra viel unterwegs ist, habe ich eine Karte des Landes gewünscht und schnell den Überblick verloren, wo was genau noch einmal lag. Die Ursprünge der Namen lassens ich auch nicht eindeutig zu ordnen, was sich jedoch verkraften lässt, wäre da nicht der ehrenvolle Titel für das männliche Oberhaupt Kuceras. Das Interesse der Autorin an Japan im Hinterkopf, machte ich kurz entschlossen beim Lesen daraus ein Zalin (statt des von ihr geschriebenen Zarin). Ansonsten bin ich gespannt wie sich die bereits angedeutete Fanatasiesprache weiterentwickelt, in der einige Dinge und die Protagonistin benannt sind.

Wahrscheinlich sind mir die Einflüsse, die sich in diesem Buch bemerkbar machen einfach nur zu sehr vertraut. Daher lasst euch bitte nicht abschrecken und unterstützt Frau Ruppert! Und ja, ich will unbedingt die Fortsetzung lesen. Denn leider ist dieses Buch nur als “Book on Demand” erhältlich (oder beim Buchhändler des Vertrauens, wenn dieser einen guten Großhändler kennt) und weitere Veröffentlichungen wird es nur geben, wenn sie sich die Eigenbeteiligung leisten kann.

Bis dahin träume ich weiter von Drachen und hoffe, dass ich es endlich schaffe, den wachsenden Stapel an ausstehenden Rezesionen abzuarbeiten.

Begonnen: 13.8.15    Beendet: 16.8.15

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