Tad Williams – “Der Drachenbeinthron” (Das Geheimnis der großen Schwerter 1) – & – Auflösung Appetithäppchen #009

Eigentlich ließe sich dieses fast eintausend Seite dicke Werk ganz leicht zusammenfassen: von der Kunst zur “falschen” Zeit am “falschen” Ort zu sein. Jedoch würde dies nicht im geringstem dem Werk gerecht und würde natürlich auch eine ganze Reihe interessanter Charaktere unter den Tisch fallen lassen (was auch so leider passieren wird).

Das Hauptaugenmerk der Handlung liegt auf Simon, einem Küchenjungen am Hofe Johan Presbyters, der von Rachel, dem Drachen, aufgezogen wurde und nach einiger Überzeugungsarbeit bei Doktor Morgenes in die Lehre gehen darf. Doch statt der erhofften Magie, muss er zunächst Lesen und Schreiben lernen – und das Zügeln seiner Neugier, da er seinen Lehrmeister oft mit mehr Fragen bestürmt, als dieser in so kurzer Zeit beantworten könnte.

Durch seine oben erwähnte Gabe, wird Simon jedoch auch zur wichtigen Nebenfigur in den Geschehnissen im Königreich. Nach dem Tod Johans besteigt dessen Sohn Elias den Thron. Unter seinem Gefolge ist auch Pryrates (ein ehemaliger Schüler Morgenes), der sich zu tief in seine Recherchen gestürzt hat und durch den Elias einen Pakt mit dem Sturmkönig, einem ehemaligen Sitha (jeder andere hätte hier Elb geschrieben), und dessen Anhängern, den Nornen (Alben), eingeht. Als äußeres Zeichen dafür erhält er das Schwert Dorn, das einst als Waffe gegen die kriegerischen Menschen geschmiedet worden war. Da als Opfer Prinz Josua, Elias Bruder, gefordert worden war, den Simon allerdings rechtzeitig entdeckt und befreit, muss er nun auch fliehen – wird dabei auch zusätzlich Zeuge des Paktschlusses.

Auf seinem Weg zur Burg Prinz Josuas rettet er einem Sitha, der sich in einer Falle verfangen hat, das Leben und lernt kurz darauf den Troll Binabik kennen, der sich mit seiner Wölfin (ein für Trolle ungewöhnliches Reittier) weit südlich von seiner Heimat befindet. Schnell finden die beiden heraus, dass sich ihre nun leider beide verstorbenen Lehrmeister kannten und Binabik setzt Simons Ausbildung teilweise fort. Unterwegs sammeln sie noch einen weiteren Jungen aus dem Hochorst auf, der sich im Nachhinein als Miriamel, Elias Tochter, herausstellt, die ihren Onkel bitten will, ihren Vater wieder zur Vernunft zu bringen. Natürlich bleiben romantische Gefühle Seitens Simon nicht aus, der im Laufe der Reise zusehend erwachsener wird.

Bei Prinz Josua haben sich bereits die Fürsten versammelt, die ebenfalls von Elias Regierungsstil entsetzt sind, der die “Herde” (sein Reich) eher abschlachtete als sie zu hüten. Dank Simons eher zufällig erlangtem Wissen, setzt sich bald ein Bild zusammen, dass sich durch spätere Indizien, wie die Spürhunde der Nornen und später deren Armee vor Josuas Toren bestätigen. Um gegen Dorn und den Sturmkönig zu bestehen, würde man seine Brüder Leid und Minneyar brauchen. Versteckt in Morgenes alten Manusskript über Johans Leben steht der erst mal ignorierte Hinweis, dass es sich bei dessen, nun mit ihm begrabenen Schwert, um Minneyar handeln könnte. So werden Binabik und Simon zunächst in den Norden geschickt, um Leid zu finden. Was ihnen sogar gelingt – mit Hilfe des Prinzen Jinki der Sithi, den Simon gerettet hatte.

Nach dem Kampf mit einem Drachen, wacht Simon bei den Trollen auf, nun den Beinamen “Schneelocke” tragend.

Ich muss zu geben, dass ich unter anderem deswegen so lange für das Buch gebraucht habe, weil ich am Anfang nicht absehen konnte, wie sich die Geschichte entwickelt. Der andere Grund war mein vieles Parallellesen. Doch je mehr ich las, desto begeisterter war ich vom Stil und der Handlung. Das war endlich mal wieder gut durchdachte, epische Fantasy! Zwar geben sich auch Rothfuss und Heitz (ich hoffe, ich habe bald Zeit auch diese Einträge zu schreiben) einiges an Mühe um ein authentisches Gefühl für die verschiedenen Kulturen in ihren Werken zu erzeugen, doch das hier sprengt alles. Williams Welt enthält eine ganze Reihe verschiedener Völker, deren Hauptreligion einen an das Christentum denken lässt, während man bei den alten Göttern der im Norden lebenden Rimmersmänner unweigerlich an Odin (hier Udun) denken muss. Man spürt die Zeit auf dem Hochhorst an sich vorbeiziehen und zittert ob der Kälte des ewigen Schnee und Eises im Norden, was zu im Sommer eine willkommene Abwechslung darstellte.

Die nachfolgenden Bände (leider wurde Teil 3 in Deutschland mal wieder geteilt – so langsam wird mir Paolini mit seiner von sich aus vorgenommenen Teilung der Eragon-Reihe sympathisch) werde ich definitiv lesen – allerdings erst, wenn ich wieder etwas mehr Zeit zum Lesen habe, um das Werk wirklich genießen zu können.

Begonnen: 26.4.15    Beendet: 9.8.15

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