Markus Heitz – “Der Krieg der Zwerge”

In den meisten Fantasy-Romanen kommen die Zwerge irgendwie zu kurz. Selbst bei Tolkien gewinnt man den Eindruck, dass sie nicht ganz so heldenhaft sind, wie sie von sich selbst glauben. Zum Ausgleich gibt es Markus Heitz mit seiner “Zwerge”-Reihe. Band 2 wurde mir vor neun Jahren auf einem Bogenschieß-Workshop von einem der anderen Teilnehmer empfohlen und seit einer Umtauschaktion (weil ich den “Drachenbeinthron” damals schon hatte) wartet es darauf von mir gelesen – oder wohl eher beendet (zu was zählt es, wenn man 30 von 584 Seiten schon hatte?)- zu werden.

Nach dem großen Sieg am Schwarzjoch gegen den von einem Dämon besessenen Magus Nudin und sein Orkheer, glaubt das Geborgene Land es könne aufatmen. Doch weit gefehlt. Die Dritten, einer von ingesamt fünf Zwergenstämmen, die das Land beschützen und seit jeher im Clinch mit dem Rest liegt, wittern ihre Chance und beanspruchen das nun wieder freie Schwarzjoch für sich. Der unter anderem dafür mit dem Menschenkönig Belletain geschlossene Pakt geht jedoch nach hinten los, als dieser denkt, sie seien vertragsbrüchig geworden. Nach dem Absturz eines Meteoriten gaukeln sie den restlichen Bewohnern, des Geborgenen Landes vor, dass die Jenseitigen Länder in Flammen stünden, was die einizige noch überlebende Maga auf die Legende der Avatare stoßen lässt, die bald selbst vor der “Tür” stehen, um das Land von allen Geschöpfen Tions (einer der Götter, auf den angeblich alle bösen Wesen zurückgehen) zu befreien. Durch die dabei im gesamten Land angerichtete Verwüstung sehen sich alle Zwerge, sogar die “Freien”, gezwungen mit den Albae Seite an Seite zu kämpfen. Die Menschen haben nicht mehr genug Krieger und die Elben halten sich vornehm zurück, da es sich bei dem obersten der Avatare, der dem Land sämtliche Magie raubt, um eine Eoil, eine der allerersten Elben, handelt. Es gelingt sie zu töten, allerdings erst nachdem der “Stern der Prüfung” erzeugt worden ist und somit alles Böse im Land zerstört hat. Friede, Freude, Eierkuchen, da auch die Orks, die in der ersten Hälfte dank eines sie unsterblich machenden Wassers (außer man köpft sie – Highlander lässt grüßen) für einiges an Ärger sorgen, vernichtet wurden.

Die Handlung teilt sich auf um die Zwerge um Tungdil Goldhand, der bereits Nudin und später die Eoil besiegte, dessen großer Liebe Balyndis, die er aber bis kurz vor Schluss nicht heiraten darf, weil ihre Familie einen ehrenhafteren Zwerg für sie auserwählt hat, Myr, seine erste Frau und Tochter des Königs der Dritten (geht leider nicht gut für sie aus), Narmora, die als Halbalbin die erste neue Magieschülerin wird und aus Rache ihre Lehrmeisterin Andokai tötet, Ondori, eine Albin, die sich an Tungdil für den Tod ihrer Eltern rächen will und ihm deswegen mehrmals das Leben rettet (schließlich gebührt ihr die Ehre, ihn zu töten, allein) und eine ganzen Menge mehr an Personen, die irgendwie in die Handlung verstrickt sind.

Die vielen verschiedenen Blickwinkel machen einen Reiz des Buches aus. Als Leser hat man das Gefühl alles überblicken zu können, dennoch gelingt es Heitz gerade dadurch wichtige Details bis zum richtigen Augenblick geheim zu halten. Wem der “Herr der Ringe” nicht Actionreich genug war, wird außerdem die Fülle an geschilderten Kämpfen lieben, zwischen die sich sehr informationsreich die restliche Handlung eingliedert.

Anders als das Happy End (nach dem Tod einer Reihe von Hauptfiguren) vermuten lässt, geht es jedoch danach weiter, auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich die nachfolgenden Bücher auch noch lesen werde. Ungeduligen empfehle ich den Artikel bei Wikipedia und die dortige Zusammenfassung oder den Besuch auf der FBM, da neben seinen Büchern, dort auch oft der Autor höchst persönich anzutreffen ist.

Bleibt also nur noch die Frage, wieso ich es nicht schon viel früher gelesen habe. Auf jeden Fall reiht sich Heitz für mich in die Reihe meiner persönlichen Autorenentdeckungen des Jahres ein.

Begonnen: 15.10.15    Beendet: 27.12.15

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