Cecelia Ahern – “Der Ghostwriter”

Ich hatte auf der ersten Nachhausefahrt dieses Jahr Glück. Ein nur zur Hälfte belegtes Abteil und ruhige Mitreisende. Ideal also, um ein wenig zu lesen, und ein Buch aus meinem Bücherkauf im Februar zu beenden. Die Novelle von Cecelia Ahern ist in meiner Taschenbuchausgabe keine 150 Seiten stark, hat es dafür aber faustdick hinter den Ohren.

Herman Banks zieht von New York nach England aufs Land. Er braucht Ruhe von seinem Leben in der Großstadt und nachdem er all die Jahre ein hervorragender Geschäftsmann war, will er sich endlich etwas Zeit gönnen, um einen eigenen Roman zu schreiben. Genau an dem Ort, an dem sein Lieblingsbuch geschrieben wurde. So wird das altehrwürdige Gemäuer neu eingerichtet, sämtliche Kommunikation in die Staaten abgekapselt und die untreue, junge Frau, mit der es einen Neuanfang zu wagen gilt, eingepackt.

Anfangs hegt man als Leser noch keinen Verdacht. Natürlich ist es merkwürdig, dass immer wieder Einrichtungsgegenstände verschwinden, aber das kann doch auch einfach ein sehr gewiefter Einbrecher sein. Oder? Nur beim ersten Mal wird die Polizei geholt. Denn Herman entdeckt, dass für jeden verschwundenen Gegenstand am nächsten Morgen neue Seiten nach seinen Entwürfen auf der alten Schreibmaschine getippt worden sind. Während ihn das sichtlich erfreut, bekommt Amber Angst. Sie spricht mit jemanden, der früher einmal in dem Haus gewohnt hat und dessen gesamte Familie verschwand. Dennoch kommt seine Warnung, sie solle so schnell wie möglich abreisen zu spät, da Amber am nächsten Morgen verschwunden ist. Aber selbst jetzt kann Herman nicht aufhören. Als die Haushälterin und die Polizei endlich nach dem Rechten sehen, ist auch er unauffindbar, doch das Manuskript liegt vollendet auf dem Schreibtisch.

Ungewohnt finster kommt die Geschichte daher, an vielen Stellen zum Ende des Buches sogar schon gruselig. Hinzu kommt die angespannte Beziehung zwischen Amber und Herman, der sich immer mehr zurückzieht und verfallen lässt, während er seine Frau eine neue Affäre unterstellt, obwohl sie einfach nur einen Psychiater aufsucht.

Wer oder was heimlich die Geschichte schreibt, bleibt zudem ungeklärt. Zwar wird angedeutet, dass es wohl häufiger vorkam, aber genaueres zum Ursprung bleibt ungesagt und so verliert man sich selbst in wildesten Spekulationen, während man Auszüge aus dem fremden Roman liest.

Trotz allem würde ich die Novelle als leichte Lektüre bezeichnen, die sich gut während der Bahnfahrt lesen lässt. Vom Lesen mit vielen Unterbrechungen würde ich jedoch abraten, da sonst der Aufbau des Spannungsbogens schnell verloren gehen kann.

Begonnen & Beendet: 25.2.16

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