Meg Cabot – “Schattenliebe”

Und der Kitsch wird unerträglich. Eigentlich sollte ich meine Lehre doch bereits aus der “Shadowfalls”-Reihe gezogen haben, aber manchmal muss ich anscheinend dann doch daran erinnert werden.

Die Geschichte um Pierce und ihren Herrscher der Unterwelt geht weiter mit einem Arbeitsstau, der sich während der Rettungsaktion für ihren Cousin angesammelt hat. Doch bald droht der Unterwelt nicht nur laut Dr. Graves, Johns ehemaligem Schiffsarzt, eine Pestilenz, sondern auch die Neuausschreibung des Chefposten. Denn bei dem Versuch die Fähren nicht an die Küste donnern zu lassen, raubt Thanatos John seine Seele.

Das kann Pierce so natürlich nicht auf sich sitzen lassen und geht mit Kayla, Frank und Alex nach Isla Huesos, um Lebensmittel zu holen und bestenfalls auch neue Schiffe, um die Seelen der Verstorbenen ihrem eigentlichen Schicksal zuzuführen. Blöd nur, dass a) der Hurrikan im vollen Gange ist und b) sie noch immer jagen. Einziger Lichtstreif ist, dass mitten in dem Sturm wohl auch John ist, der sie beschützt und gar nicht erfreut ist, dass seine Freundin den versnobten Seth Rector küssen muss, um ihn frei zu kriegen. Es war anscheinend, laut Alex, der als neuer Wirt fungiert, Sitte, dass der jüngste männliche Rector-Spross Thanatos beherbergte. Wie nett.

Aber statt im schlimmsten Sturm weiter Furien zu jagen und mit dem Persephone Diamanten zur Strecke zu bringen, wie es ihnen u.a. bei Thanatos gelungen war, verschwinden die beiden Turteltauben erstmal in Pierce altes Zimmer und vergnügen sich dort – gedeckt von den Geräuschen des Unwetters. Am Morgen stehen sie dann natürlich ihren Eltern gegenüber, die nun endlich die Wahrheit erfahren, und der Polizei vor der sie Reißaus Richtung Friedhof nehmen, oder genauer gesagt Pierce und Alex, weil John mit seinem Wunsch-Schwiegervater Schiffe transportiert. Natürlich kommt es zum großen Showdown auf dem Friedhof, während dem Pierce in letzter Sekunde Hilfe aus der Unterwelt erhält und endlich den Diamanten an die Peitsche von Johns gewalttätigem Vater bindet und so die ultimative Waffe erhält, mit der sie zwar die Furien, aber nicht die Menschen, von denen sie Besitz ergriffen haben, tötet. Friede, Freude, Eierkuchen. Nur die Großmutter ist auch ohne Furie ziemlich schrecklich.

Wo da Kitsch ist? Ähm, vielleicht an der Stelle, wo Pierce ihrem John unterbreitet, dass sie außerhalb der Unterwelt sehr wohl eine Familie gründen können? Dass sie sich immer beherrscht und ihre Kräfte nicht ausbrechen lässt und dafür immer ihr Freund zur Hilfe kommen muss? Auch wenn sie auch im dritten Teil sehr oft zitiert wird – mit der selbstbewussten Herrscherin der Unterwelt hat das recht wenig zu tun. Mädel, du bist 17. In deinem Alter hat Harry bereits Voldemort besiegt und Katniss ein ganzes Reich in eine Revolution geführt.

Oder ich bin einfach zu alt für diesen … Wie dem auch sei. Was sich im zweiten Band noch angenehm las, war hier wirklich störend. Es gibt wieder eine Menge Rückbezüge auf die vergangene Handlung, alles schön gespickt mit so Worten wie “damals”. Damals – Erinnerung des Lesers: gestern aus Sicht der Handlung –  als John mich… Ich kann nur hoffen, dass das ein Übersetzungsfehler war. Denn eigentlich lassen sich die Abstände sehr genau bestimmen und könnten daher auch so genannt werden. Oder bin ich da einfach nur zu kritisch?

Fazit: Nette, leichte Urlaubslektüre, die aber einiges an Geduld seitens des Lesers erwartet. Wenn ihr es dennoch lesen wollt- ihr seid gewarnt worden!

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