FBM 2016 – “Fiel Begeisterung – Morgen”

Fast scheint es als würde mein Vater mein kleines Acronymspiel rund um die Fraknfurter Buchmesse aufgreifen. Schließlich heißt es bei mir jetzt schon seit vier Jahren Oktober = FBM. Und auch dieses Jahr brachte eine ganze Menge neuer Eindrücke und Erfahrungen – u.a. weil ich diesmal endlich beide Tage dort war.

Samstag

Anreise mit dem Zug, da sich die üblichen Verdächtigen nicht gemeldet haben, Schule hatten (mein Freund) oder das Auto bereits voll war (meine beste Freundin und ihre kleine Gruppe Con-Verrückter). Spätestens ab dem Frankfurter Hauptbahnhof hatte ich noch nicht einmal mehr die Chance mich zu verlaufen: Cosplayer und die allgemeine Frage “Fährt die Bahn hier zu Messe” waren gute Wegweiser.

10.15 Uhr erst auf dem Gelände, stand ich kaum eine Viertelstunde später bereits bei Fischer in Halle 3.1 an. Ursprünglich hatte ich nur kurz schauen wollen, wo der Stand war, doch die ersten 20 Leute, die bereits für Cecilia Ahern anstanden, haben mich dann davon überzeugt, dass man ruhig 1 1/2 Stunden warten kann für ein Autogramm – oder zwei. Fast elfengleich saß sie beim Signieren (etwas früher anfangend) und war sogar so freundlich mir auch ihren neuesten Roman, den ich gerade erstanden hatte, zu signieren, obwohl ich ihr das Buch, das ich mitgebracht hatte, schon gereicht hatte. Da waren die nervigen Besucher, die immer bei mir durch die Schlange wollten schlagartig vergessen.

Schwebend vor Glück habe ich dann meine beste Freundin gesucht und mit ihr die japanischen Verlage angesehen, ihr den letzten “Skip Beat” 35 – Band weggeschnappt und sie geneckt, weil sie doch eigentlich in Zivil hatte kommen wollen, was nicht ganz geklappt hatte.

Anschließend war ich noch alleine etwas unterwegs – hauptsächlich wieder in Halle 3. So war ich unverhofft Teil eines Gesprächs zwischen einem in Deutschland aufgewachsenem Schotten und einem Krimiautoren, der seine Geschichten in der schottischen Whiskey-Szene ansiedelt. Schnell waren wir bei den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Schottland und Irland, dem Unsichtbaren Volk und tatsächlich auch dem Thema Brexit.

Spät (also nach 18Uhr) ging es dann mit dem Zug zurück – mir gegenüber eine Gruppe Cosplayer, hinter mir ein Buchhändler aus Saarbrücken.

Sonntag

Ich sollte anfangen, der Zeitplanung meines Freundes mehr zu glauben. Mit dem Aufbruch um 8.30 Uhr (was mir am Vortag sehr früh vorgekommen war) waren wir gerade rechtzeitig, um es irgendwie noch in die Schlange für Kerstin Gier zu schaffen – also den Teil, der tatsächlich noch Hoffnung auf ein Autogramm hatte. Ab 9.40 Uhr standen wir an (auch sie hatte längst zu signieren begonnen), wurden mit Schokolade verköstigt (als bei der dritten Runde mein Freund nicht mehr neben mir stand, wurde dies sofort entdeckt – ein Mann fiel halt doch unter den sonstigen Wartenden auf) und diskutierten das weitere Vorgehen. Kurz vor zwölf – fast auf den letzten Drücker – stand ich dann ganz vorne. Kerstin Gier war bester Laune, auch wenn inzwischen von der trockenen Hallenluft hustend, war begeistert vom Vornamen meiner Mutter (ich hatte uns beide auf den Zettel geschrieben) und als ich sagte, ich habe ihr alle Bücher vorgelesen, gehörte mir die Sympathie aller Anwesenden für ein paar Sekunden.

Erleichtert ging es mit meinem Freund weiter zur stark geschrumpften Papeterie-Ecke und dem Ehrengast-Pavillon. Niederlande und Flandern hatten sich echt nicht lumpen lassen und den Hallenboden mit Backsteinen gepflastert, abgetrennte Inseln aus rechteckigen Kunststoffröhren geschaffen und sowohl ihre künstlerische als auch literarische Seite präsentiert – letztere Hinter einer hauchdünnen Projektionswand auf der stetig Wellen auf einen zu rollten. In einer anderen Ecke standen die Autoren Bregje Hofstede, Stefan Brijs und Jaap Robben Rede in einem Interview Rede und Antwort. Die teils holländischen Antworten waren gut zu verstehen, aber auch die Moderatorin fasste immer etwas zusammen.

Damit war schon Mitte Nachmittag, mit einem Flammlachsbrötchen gestärkt ging es zurück in Halle 3.0, wieder meine beste Freundin suchen und auch das ein oder andere Buch (z.B. zu Strickanleitungen für Babysachen – mein Freundeskreis ist da gerade ziemlich fleißig) bei G+U käuflich zu erwerben. Leseexemplare habe ich dieses Jahr nämlich leider keine gesehen. Noch ein bisschen in der Kalendergalerie stöbern, wo viele schon auf den Ausstellungsstückverkauf ab 16.Uhr warteten und böse schauten, wenn man sich ihrem auserkorenen Stück zu sehr näherte, und dann als Abschluss zum “Pralinen und Schokoladenworkshop” des Museums Choco-Story aus Brügge. Charmant und im fließenden Englisch philosophierte dort ein Chocolatier über die Unterschiede zwischen guter Schokolade und dem von der Industrie hergestelltem Zeug, verriet und zeigte Grundrezepte – einfach nur zum dahin schmelzen! Nach dem Probieren waren mein Freund und ich uns einig – wir müssen mehr mit Schokolade machen, uns genauer über Temperaturen informieren und überhaupt das ganze Thema einmal intensiver betrachten.

Und damit war der Tag auch schon rum. Die ersten Stände waren bereits leer, die übliche Bewegungsrichtung ging klar zum Ausgang und der Bus zum Parkhaus zurück war gerammelt voll – mit Vorfreude auf das nächste Jahr.

Fazit

Unterm Strich habe ich nicht das Gefühl, mehr gemacht oder mehr gesehen zu haben als in den Jahren davor, was vielleicht auch an der Ansteherei für Autogramme liegen kann. Aber dennoch war es ein tolles Erlebnis. Zum einen war ich deutlich entspannter, zum anderen hatte ich auch endlich Zeit genauer hinzusehen, stehen zu bleiben und mir auch mal die restlichen Besucher genauer anzusehen. Der einzige Nachteil war, dass ich an beiden Tagen aufgestanden bin wie unter der Woche zu den Vorlesungen – von Erholung kann da nicht wirklich die Rede sein. Aber immerhin habe ich jetzt wieder eine schöne Leseliste für das kommende Jahr:

  • Guy Gavriel Kay: Im Schatten des Himmels

  • Oscar Ratti und Adele Westbrook: “Secrets of the Samurai” (ihr Werk “Aikido and the Dynamic Sphere” wurde mir von einem meiner Senpais empfohlen); die Zeichnungen sind unglaublich!
  • John Szinger: Origami animal sculpture
  • Klaus Schwab: die Vierte industrielle Revolution
  • Anja Förster, Peter Kreuz: NEIN

  • Rico Erhardt Gehrke: Die 13te Sonne
  • Laird Oliver: Sünde: Schandmal – Schandmaske
  • Ariadne von Schirach: Du sollst nicht funktionieren

  • Jeffrey Cranor, Joseph Fink: Willkommen in Night Vale

Was es davon nun wirklich wird, werdet ihr dann sehen. Bis dahin: kuschelt euch mit einem guten Buch ein und vergesst darüber das herbstliche Wetter.

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