“Buch ohne Gnade”

Ich bin kein Fan von Horror-Filmen. Wirklich nicht. Zwar habe ich nichts gegen eine gut gemachte “Dracula”-Verfilmung oder auch mal “Underworld”, doch bei allem anderen protestiere ich. Selbst von angeblich lustigen Filmen wie”Zombieland” bin ich nicht überzeugbar. Umso überraschender ist es daher, wie viel Spaß ich beim Lesen von “Buch ohne Gnade” hatte.

Wie schon im ersten Teil geht es hier (dritter Teil) wieder um den berühmt, berüchtigten Killer Bourbon Kid, der – nicht nur – unter Alkoholeinfluss sich in eine gnadenlose Killermaschiene verwandelt. Diesmal hat er jedoch ein kleines Problem: bereits am frühen Halloweenmorgen hat er bis auf zwei Kugeln die gesamte Munition verbraucht. Die ideale Voraussetzung also, um ein Hotel in der Wüste mit einem alljährlichen Untotenproblem zu besuchen.

Verschiedenste Leute wollen an diesem Tag in die beschauliche Region “Devil’s Graveyard”: Emily, die bereits festgelegte Finalistin das Back-From-The-Dead-Gesangswettbewerbs, Sanchez, Barbesitzer aus Santa Mondega (s. Band 1), sein Kumpel Elvis (wegen des Gesangwettbewerbs), Julius, James Brown-Double und angeblicher 13. Apostel, zwei von ihm angeheurte Killer und Jacko, Michael Jackson im Thriller-Outfit Double, der jedes Jahr jemanden sucht, der ihn zum Hotel mitnimmt und es erst an der Seite von Kid schafft.

Danach folgt eine ganze Menge von in sich verkettete Geschehnisse, daher hier nur die Grundlinie. Nigel Powell, Manager des Hotels, das über dem Hollenschlund steht, hat seine Seele an den Teufel verkauft, der nun als Gegenleistung jedes Jahr eine neue Seele verlangt. Der oder die Unglückseelige ist dabei immer der Gewinner des Gesangswettbewerbs. Damit es aber den restlichen Gästen nicht zu langweilig wird oder sie gar Mitleid verspüren könnten, erscheint zur gleichen Zeit eine Meute von Ghuls, die ihren Hunger stillen wollen.

Diesen Fluch will Julius brechen, da seine Seele angeblich bereits Gott gehören würde – allerdings lässt er alle anderen zuvor entschiedenen Finalisten dafür umbringen. Nur Emily überlebt (bis kurz nach dem Ende des Wettbewerbs), da sie Bourbon Kid in ihrem Dorothy (Wizard of Oz)-Kostüm an seine Jugendliebe erinnerte. Pech nur, dass Kid auch ein As im Ärmel hat: Jacko, der, weil Michael Jackson schon auf der Teilnehmerliste stand, als Blues Brother auftreten muss, erst mit “Mustang Sally” und dann mit “Sweet Home Chicago”. Allerdings covert er diesen Song nicht, wie er Powell erklärt, der daraufhin panisch nach der Unterschrift auf dem Vertrag sucht: Robert Leroy Johnson.

Der Teufel freut sich sogar, ihn zu sehen – bevor das Hotel langsam in die Tiefe stürzt. Aber keine Angst, ein Grüppchen der wenigen Überlebenden sieht ihn am nächsten morgen, wie er den Wegweiser wiederhinstellt. Insgesamt also ein netter Kerl und ein verdammt guter Musiker.

 Ich hab es ja oben schon angedeutet, wäre dies ein Film gewesen, hätte ich ihn vermutlich nicht geschaut. Aber die Art wie das Buch geschrieben ist, ist einfach mitreißend und äußerst humorvoll. Oder wie würdet ihr es bezeichnen, wenn ein neuer Charakter akribisch 1 Seite lang beschrieben wird, um dann 2 Seiten später von Kid ins Jenseits geschickt zu werden?

Begonnen: 30.11.16    Beendet: 9.12.16

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