Manuela Inusa – “Jane Austen bleibt zum Frühstück”

Wenn man Semesterbeginn immer noch wie verrückt eBooks auf dem neuen Reader liest, kann das manchmal seltsame Formen annehmen. Vor allem, wenn bei der Suche nach Jane Austen irgendwann mal auch ein Buch auftaucht, dass nicht von ihr geschrieben ist, sondern indirekt über sie.

Penny Lane hat so gar nichts mit Jane Austen gemeinsam – außer ihre Begeisterung für Bücher, den Wunsch Klavier zu lernen und das Zimmer in Brighton, in dem die großartige Autorin eine Weile mit ihrer Schwester lebte. Allerdings ändert sich das, als sie sich ganz sehnlich Austen herbeiwünscht, um ihr mit ihrem Gefühlschaos ihren Ex-Freund betreffend zu helfen. Der stand ihrer Meinung nach nämlich zu sehr unter dem Pantoffel seiner Mutter, weshalb sie sich letztendlich zerstritten haben.

Aber wie das mal so ist, sollte man vorsichtig mit seinen Wünschen sein. Denn den Morgen darauf erwacht die waschechte Jane Austen neben ihr, die sich erstmal in dieser seltsamen Welt zurecht finden muss. Sie ist begeistert von Pennys Arbeit als Buchhändlerin, auch wenn diese ihr verwehrt ihre eigenen Romane zu lesen, da sie gerade erst den Erstentwurf von “Stolz und Vorurteil” fertig hat – lässt sie dann aber die Verfilmung mit Keira Knightley sehen (dabei ist die mit Colin Firth so viel besser). Aber sie wird auch Teil eines Komplotts von Frederick Lefroy, Pianist, und Pennys Bruder George (der noch die Namen der anderen drei Beatles als Vornamen hat) Penny an ihrem Geburtstag wieder mit ihrem Ex-Freund, der sie ziemlich vermisst, zusammenzubringen. In Kürze: er singt für sie, sie sprechen sich aus, stellen etwas nicht jugendfreies im Elternschlafzimmer an und sind danach total happy wieder zusammen zu sein. Frederick und Jane sind da schon interessanter. Er ist bezaubert von ihrem Verhalten und ihrem Klavierspiel (besser als seines) und sie verguckt sich auch sehr schnell in ihn, letztlich nicht nur wegen der großen Ähnlichkeit zu einem anderen gewissen Mr. Lefroy. Allerdings erwacht sie nach Pennys Geburtstag wieder in ihrer Zeit, weshalb sie beschließt die männliche Hauptfigur in ihrem nächsten Roman (Persuasion) ihm und ihrer Hoffnung, ihn eines Tages wiederzusehen widmet.

Schräg. Das Buch ist ab einem gewissen Punkt bzw. eigentlich die ganze Zeit einfach nur schräg, gleichzeitig aber so liebenswert und humorvoll geschrieben, dass ich es immer wieder schade fand, schon an der Haltestelle, an der ich aus der Bahn musste, angelangt zu sein. Es ist vielleicht nicht unbedingt die richtige Wahl für überzeugte Jane Austen Fans, wenn man aber die Bücher mag und gerne auch mal schmunzelt, dürfte es wohl passen, vor allem da man doch ein paar Punkte aus Austens Leben erfährt – und natürlich zu den Beatles.

Begonnen: 20.9.16    Beendet: 29.9.16

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