Terry Pratchett – Alles Sense

Nur er sei gewiss, stellte der Protagonist des elften Scheibenwelt-Romans vor einer Weile fest. Blöd nur, dass sein oberster Boss Azrael etwas gegen die Entwicklung eines Charakters hat, den Tod inzwischen hat. So findet er eines Tages eine neue, goldene Sanduhr, auf der sein Name steht. Kurzentschlossen quittiert er daraufhin seinen Dienst und nimmt die Stelle des Knechts bei Fräulein Flinkwert an. Bill Tür ist es daraufhin ziemlich egal, was weiterhin auf der Scheibenwelt passiert.

Das wiederum trifft sich hervorragend für den in die Jahre gekommenen Zauberer Windle Poons, der nach seinem Ableben einfach wieder in seinen Körper zurückschlüpft und sich einer Gruppe Untoter in Ankh-Morpork anschließt. Währenddessen schlagen sich seine Kollegen mit plötzlich lebendig werdenden Alltagsgegenständen herum und seltsamen Metallwägen, die sich aus kleinen mit Glitter gefüllten Kugeln mit Gebäudeminiaturen entwickelt haben. Als sich schließlich das Ausmaß dieser Parasiten in Form eines Einkaufszentrums außerhalb der Stadtmauern zeigt müssen jedoch beide Gruppen zusammenarbeiten.

Und irgendwann gibt Windle Poons sein Zombiedasein wieder auf und stirbt diesmal tatsächlich. Schließlich konnte Bill Tür bewaffnet mit der Erntesense es mit seinem angeberischen Nachfolger aufnehmen und sich daraufhin wieder zusammensetzen. Nur die sich bis dahin entwickelten Tode der Ratten und Flöhe entgehen diesem Prozess und treten für ihre Selbstständigkeit ein. Ist vielleicht auch besser so, denn sonst käme es vermutlich schon wieder zu einem Überschuss an Lebensenergie, während Tod Fräulein Flinkwert holt und ihr auf dem Dorffest einen schönen Abend mit Tanz und Pralinen bereitet.

Aus meiner Sicht nicht der beste Roman der Reihe, aber auf alle Fälle unterhaltsam und kritisch zu gleich. Mit dem Mähdrescher des Schmieds, der eigentlich Tods Sense töten soll, rückt der Fortschritt weiter vor. Windle Poons verkuppelt die Werwölfin Ludmilla und den Wermenschen (ihr wisst schon, was ich meine) Wolf aus seiner Selbsthilfegruppe. Die gesamte Einkaufszentrumepisode gibt einem wirklich zu denken. Und als Krönung gibt es Frau Keks, ihrerseits Medium und gefürchtetes Mitglied jeder Glaubensgemeinde. Oder wie es der Oberpriester im Vorzimmer von Lord Ventiari seinem Bruder, dem Erzkanzler beschrieb:

»Ihr habt doch diese… grauenvollen Wesen aus den Kerkerdimensionen, nicht wahr? Diese schrecklichen Risiken eures gottlosen Berufs?«, sagte der Hohepriester.

»Ja.«

»Und wir haben Frau Keks.«

Noch Fragen? Dann ist ja jetzt alles gesagt und ich kann ich Ruhe weiter überlegen, wieso es an meiner Hochschule nur menschliche Bibliothekare gibt.

Begonnen: 8.3    Beendet: 14.3.17

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