Meg Cabot – “Eternity”

Oh, mein Gott! Das ist doch Twilight!

Es ist genial, wie so ein einfacher Satz meine Kommilitonen zum Lachen bringen kann. Zuvor hatte ich einer von ihnen erklärt, dass ich total begeistert wäre von diesem Buch, da es mich NICHT an Twilight erinnert. Nun ja, ein klein wenig lag ich daneben. Bis dahin hatte ich nämlich noch nicht den Satz gelesen, dass der Vampir nicht die Gedanken der weiblichen Hauptfigur so einfach lesen kann wie üblicherweise. Aber manche Dinge sind verzeihlich. Denn eigentlich ist die Geschichte um Meena Harper ziemlich cool.

Das von mir letztes Mal beschriebene Problem mit der Zeit, wird gleich zu Anfang nett umgangen, indem zu Beginn jedes Kapitels Datum, Uhrzeit und Ort der nachfolgenden Handlung beschrieben wird. Und wir beginnen an einem Dienstagmorgen (13.4.) mit Meena, Dialogschreiberin für die bereits Jahrzehnte laufende Serie “Eternity”. Doch bevor sie lernt, dass Beziehungen zur Spitze, tatsächlich wichtiger sind, um befördert zu werden, als die eigentliche Qualifikation (ihre talentlose Kollegin und Nichte der Produzenten bekommt die vakante Chefschreiberling-Stelle), lernen wir etwas anderes wichtiges über sie. In der U-Bahn sieht sie ein osteuropäisches Mädchen und weiß, dass es bis zum Ende der Woche nicht mehr leben wird. Doch das einzige, was sie vorerst für sie tun kann ist ihr ihre Visitenkarte zu reichen.

Währenddessen beschließen zwei sehr unterschiedliche Männer, dass New York im April doch eine Reise Wert sei – weil irgendein Vampir die seit zweihundert Jahre geltende Regel keine Menschen mehr zu töten gebrochen hat. Beide wollen den Täter finden und bestrafen. Naja, Alec Wulf ist wohl auch ein wenig hinter Professor Lucien Antonescu her. Seine Karriere in der Geheimen Garde des Vatikans würde bestimmt durch die Decke gehen, wenn es ihm gelänge den Prinzen der Finsternis endgültig zu erlegen.

Aber Meenas Nachbarin ist zunächst damit beschäftigt den Cousin ihres Mannes endlich eine Frau zu verpassen. Okay, sie lebt noch, aber sie passen doch so gut zueinander… Oder wieso landen sie gleich in der ersten Nacht, die sie sich kennen, in der Kiste? Gut, sie sind sich schon vorher begegnet. Vor einer wegen Renovierung geschlossenen Kathedrale bei einem Angriff von Fledermäusen. Woraufhin Meena einen Vampirjäger in die Serie schreiben will (als Gegensatz zu dem ihr aufgezwungenen Vampir), der ihrem Retter zum Verwechseln ähnlich sieht. Ich liebe Ironie.

Zum Glück passt wenigstens Alec auf sie auf und weist sie am nächsten Tag “diskret” daraufhin, mit wem sie da etwas hatte und wer sie heimlich gebissen hat. Hält sie aber nicht davon ab, in der nächsten Nacht (Alec und ihr Bruder Jon halten im Wohnzimmer Wache) Draculas Sohn erneut zu erliegen. Und natürlich beißt der Mistkerl sie wieder.

Daraufhin brennen bei Alec wirklich die Sicherungen durch und er nimmt Meena und Jon mit in ein Kloster, in dem sich auch bereits sein Vorgesetzter befindet. Blöderweise vergisst er, auch für die Sicherheit für Meenas hochschwangerer besten Freundin zu sorgen. So können die (bösen) Vampire, allen voran Luciens Bruder Dimitri, dem er etwas zu menschenfreundlich ist und dabei ist die Weltherrschaft für Vampire zu ebnen, sie und Lucien (das eigentliche Ziel; aber hey, da draußen läuft eine Hellseherin rum und jeder, der ihr Blut trinkt hat zeitweilig ihre Fähigkeiten!) in die bereits oben erwähnte Kathedrale locken.

Im großen Show Down dann verwandelt sich Lucien, nachdem Jon blöderweise ihn statt Dimitri mit einem Ambrustbolzen getroffen hat, in einen Drachen. Und ja ich meine diese großen echsenähnlichen Dinger, die zu allem Überfluss auch noch Feuer speien können. Netterweise bringt er Meena und (garantiert unfreiwillig) auch Alec in Sicherheit, bevor er mit Seinesgleichen kurzen Prozess macht. Die Feuerwehr hatte wirklich sehr viel Spaß in dieser Nacht.

Alec wacht im Krankenhaus auf, Meena ist nun die Patentante einer kleinen Joan (nach Johanna von Orleans) und Lucien schaut romantisch gesehen ziemlich in die Röhre. Denn Meena ist, auch wenn sie irgendwie immer noch auf ihn steht, nach ihrem Erlebnis mit dem Drachen sehr ernüchtert und beschließt sogar, sich der Geheimen Garde anzuschließen, um bei ihren Missionen von Nutzen zu sein. Schließlich kann nicht jeder einem sagen, wie und wann er genau sterben wird, oder? (Team Jacob!)

Naja, ganz so schlimm wie zwischendrin befürchtet wurde es dann natürlich nicht. Alec küsst Meena zwar auch (als sie in der Kathedrale und herabgestürzten Steinen eingeschlossen sind), aber letzten Endes befinden sie sich erst einmal auf professioneller Ebene. Ebenfalls gut hat mir die Art und Weise gefallen, wie Bezüge zu Bram Stokers “Dracula” hergestellt wurden. So beschwert sich Lucien darüber, sein Vater haben zu viel vor diesem herumgeprahlt. Seine Vernichtung ist ungefähr zweihundert Jahre her. Die Geschichte des historischen Vlad Dracula wird erklärt. Die Namen von Meena und ihrem Bruder sind sehr stark angelehnt an die Protagonisten des alten Werkes (hier: Meena und Jonathan Harper, dort: Wilhelmina (Mina) und Jonathan Hawker – allerdings keine Geschwister sondern Eheleute). Weihwasser wirkt, um zum Vampir zu werden, muss man dreimal gebissen sein und das Blut eines Vampirs trinken (lebende Blutbanken werden also nicht zwangsläufig zu einem Vampir), es braucht Glasscheiben mit UV-Schutz und jede Menge andere Details. Allerdings ist keiner der namentlich Erwähnten aus der Geheimen Garde ein Holländer – schade.

Ansonsten kann man wirklich sagen, dass es sich bei Eternity um die bestgeschriebene Twilight-Parodie handelt, die mir bisher untergekommen ist. Witzig, gut geschrieben, spannend und nicht ganz so vorhersehbar, wie ich zuerst angenommen hatte.

Begonnen: 9.4.    Beendet: 19.4.17

PS: Laut Cabots Website gibt es noch einen zweiten Teil

PPS: Der Originaltitel lautet “Insatiable”.

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