Tad Williams – “Das Geheimnis der Großen Schwerter” (Band 2 – 4)

Es mag nicht als sonderlich klug erscheinen über 2000 Seiten in einem einzigen Beitrag abdecken zu wollen, doch inzwischen sind die Grenzen zwischen den drei letzten Büchern des “Geheimnis der Großen Schwert” bei mir so verwischt, dass ich es sowieso nicht sauber auseinander bekäme.

Der Hauptaugenmerk der Geschichte liegt nach wie vor auf Simon, der immer häufiger bei seinem eigentlichen Geburtsnamen Seoman gerufen wird. Nach dem (erfolgreichen) Kampf mit dem Drachen erwacht er etwas orientierungslos in den Höhlen der Trolle. Doch anders als erwartet und trotz ihrer Höflichkeit gegenüber Jiriki und Simon, freuen sie sich keineswegs Binabik wiederzusehen. Denn der hätte eigentlich die Zeremonie zum Rufen des Frühlings durchführen sollen – aber da war er mit Simon unterwegs – und auch seine Verlobte, Sisqi, die Tochter des Hirten und der Jägerin (= Regenten der Trolle; sie ist also quasi eine Prinzessin) hegt einigen Groll gegen ihn. Zum Glück kann sich das alles jedoch aufklären, als man das Testament von Binabiks Lehrmeister findet, und er darf Simon und den Rest auf ihrer weiteren Reise begleiten. Erkorenes Ziel ist es nach einer Traumnachricht von der weisen Frau Geloe, den Abschiedsstein, jenen Ort, an dem sich einst Sithi und Nornen trennten, zu erreichen und sich dort mit den restlichen Verbündeten zu treffen.

Auf dem Weg dorthin geht jedoch einiges schief und so ist Simon schließlich getrennt von Sludi und Binabik. In seiner Not bittet er Jiriki (etwas früher abgereist) durch einen Zauberspiegel (ehemalige Drachenschuppe) um Hilfe. Daraufhin erscheint (nach einiger Zeit) Aditu, Jirikis Schwester, und bringt ihn in die Stadt der Sithi, die so tief im Wald Aldhoerte liegt, dass sich die Wetterzauber der Nornenkönigin dort nicht auswirken. Simon darf als (vermeindlich) erster Mensch die Stadt betreten und dort leben. Allerdings darf er sie nicht mehr verlassen. Während der Monate, die er dort verbringt lernt er auch die Sitha Amerasu kennen, die nach seinen Berichten die Pläne der Sturmspitze (Nornenkönigin Utuk’ku+ Ineluki) durchschaut. Doch bevor sie ihre Erkenntnisse teilen kann, wird sie von den Schergen der Nornen umgebracht. Aditu darf Simon daraufhin zum Abschiedsstein bringen, während die restlichen Sithi beraten, ob sie sich an diesem Krieg beteiligen.

Aber der Abschiedsstein ist nicht verlassen. Neben Binabik und Sludi habe sich dort die wenigen Überlebenden aus Naglimund, allen voran Prinz Josua und seine ihm frisch angetraute und schwangere Frau Vara, sowie Geloe und Leleth eingefunden. In den Wochen darauf folgen viele weitere “normale” Bewohner Osten Ards, die aus ihrer Heimat geflohen sind. Doch die Sicherheit ist nicht von langer Dauer. Kaum ist Simon für seine Tapferkeit zum Ritter geschlagen worden, steht Elias Heer vor dem zugefrorenen, relativ jungen See (die Wassermassen haben sich im Tal um den Berg Abschiedsstein gesammelt und sind dann beim Wetterumschwung zu gefroren). Die Gruppe um Josua erringt den Sieg, beschließt aber auch nach Eintreffen einer speziellen Gruppe aus dem Süden, dass es Zeit wird, sich Elias offen zu stellen.

Diese Gruppe besteht aus Prinzessin Miriamel, Herzog Isgrimnur, dem Marschmann und Gelehrten Tiamak, sowie einem alten Mann, den sie aus Kwantitupul mitgenommen haben und in dem Isgrimnur König Johans treuen und als tot geltenden Ritter Camaris wiederzuerkennen glaubt. Cadrach, der Miriamel eine weiter Strecke der Reise begleitete hatte sich vor Erreichen des Ziels von ihnen getrennt. Miriamel misstraut ihm, seitdem sie weiß, dass er Pryrates unter Folter alles, was er noch wusste aus einem Buch über die Schwerter verraten hat.

Die einzige Seite, die der “Widerstand”  (nennen wir ihn der Einfachkeit halber so) hat, wurde ihnen von Tiamak gebracht. Auf Grund des dort geschriebenen Textes glaubt die kleine Gelehrten-Gruppe (Binabik, Geloe, Tiamak und Pater Strangyeard – die, die es nicht eh schon sind werden übrigens in den Bund der Schriftrolle aufgenommen), dass sie gegen Elias eine Chance haben, wenn sie alle 3 Großen Schwerter zusammenbringen. Dorn haben sie, nur blöderweise hat Elias Leid und Hellnagel liegt im Grab von König Johan.

Mit Camaris an ihrer Seite, der inzwischen wieder bei Sinnen ist, sammelt Josua im Süden ein Heer um sich, um den Hochhorst einzunehmen. Miriamel trennt sich jedoch zusammen mit Simon (und Binabik, der ihnen heimlich folgt und sie vor den Feuertänzern, Anbetern des Sturmkönigs Ineluki, rettet) von der Hauptgruppe, da sie hofft ihren Vater umstimmen zu können. Denn sie vermutet, dass Pryrates nur so viel Einfluss gewinnen konnte, weil er ihrem Vater versprach seine verstorbene Frau zurückholen zu können. Bei der Bergungsaktion von Hellnagel stürzt Simon jedoch in das alte Tunnelsystem unter Hochorst und Umgebung und bleibt bis kurz vor knapp verschwunden (die Gefangenschaft in der Schmiede und die Befreiung durch die ehemalige rechte Hand Guthwulf, der rein zufällig Hellnagel hat, lass ich mal weg). Auch Miriamel und Binabik wagen sich in die Tunnel, geleitet von alten Karten, die Graf Eolair dem Widerstand brachte, und lernen dort die Unterirdischen, Verwandte der Sithi und eigentliche Schmiede der Großen Schwerter, kennen.

Während der Zeit dort kehrt Josua samt Heer zurück. Doch statt ihm muss Herzog Isgrimnur den Angriff führen, da der Prinz Camaris ebenfalls in die Tunnel gefolgt ist  – in Begleitung der Sithi, die jedoch aufgehalten werden, als durch den “See der drei Tiefen” Utuk’ku eingreift und bei der Erfüllung ihres Plant, Ineluki aus der Zwischenwelt zurückzurufen, hilft.

Das große Finale: Binabik erkennt zu spät, dass das Lied über die Schwerter sich nicht an sie, sondern an die Nornen gerichtet hat. Im obersten Zimmer des Engelsturms, einem Überbleibsel der einst stolzen Sithiburg unter dem Hochhorst, treffen die drei Schwerter aufeinander: Elias mit Leid, Camaris mit Dorn und Simon mit Hellnagel (das eigentlich ein Erbstück seiner könglichen! Familie ist). Die dadurch frei werdende Energie, denn jedes Schwert hätte ohne die Worte der Macht nicht geschmiedet werden können, ruft Ineluki zurück – in Elias Körper. Statt mit Angst begegnet Simon ihm mit Verständnis und bittet um Vergebung. Möglich ist dies dadurch, dass Leleth ihm Ausschnitte aus der Vergangenheit gezeigt hat, in denen deutlich wird, dass bereits König Ealstan den Drachen erschlug, der sein Volk bedrohte, und Ineluki sich vor seiner letzten Schlacht genauso gefühlt hatte. Miriamel gelingt es mit dem weißen Pfeil, den Jiriki Simon gab, ihren Vater, aber auch Ineluki zu töten. Im anschließenden Tumult – der Turm bricht langsam ein – verschwinden Camaris und Josua.

Aufräumarbeiten: Der Feind ist besiegt, aber das Land zerstört. Simon erfährt von seinem königlichen Erbe und wird als neuer König von den hochrangigen Überlebenden vorgeschlagen, da ihn das Volk kennt und liebt. Allerdings hat er Angst, Miriamel könne sich übergangen fühlen. Glücklicherweise entwickelt sich aber alles zum Guten: Josua (nicht tot, aber mit dem Wunsch endlich frei von den königlichen Bürden zu sein – zumal er der Sohn der Königin und Camaris ist), schlägt ihnen vor (nachdem er sie zu zweit im Zelt nachts überrascht hat) doch zu heiraten.

Die Abschlussszene findet ein Jahr später statt. Fast alle der Verbündeten sind wieder ihm Hochhorst versammelt. Der Wiederaufbau geht langsam aber stetig voran und auch das Reisen wird wieder sicherer. Durch Kommentare von Tiamak erfährt man, dass es auch Josua und seiner Familie (hat die Schenke in Kwanitupul übernommen, die dem Bund der Schriftrolle als Treffpunkt diente) gut geht. Friede, Freude, Fertig.

Ich hoffe, ihr konntet mir bis hierhin folgen. Leider musste ich ein paar der Handlungsstränge weglassen, wie z.B. Maegwin, die eine der geheimen, treibenden Kräfte für das Gute war, aber auch Aditus Zeit allein unter den Menschen. Und es gibt so viele weitere kleine Details, über die ich am liebsten schreiben würde, doch das würde den Rahmen hier wirklich sprengen.

Betrachtet man die Reihe als Ganzes (also inklusive Band 1) lässt sich nur wieder bestätigen, was ich vor zwei Jahren schon geschrieben habe. Das ist ganz großes Fantasy! Vermeintlich kleine Details werden später plötzlich wichtig und man erhält einen erstaunlich guten Einblick in die in sich verzahnte Handlungen. Bei jeder neuen Erwähnung der Warnung vor den “falschen Boten” habe ich den Atem angehalten und übersah – genau wie Binabik – die wahre Bedeutung fast bis zum Ende. Einziges Manko ist aber gleichzeitig auch die Ausführlichkeit der Bücher. Gerade bei Band 2 glaubte ich, nie fertig zu werden und in Band 4 zum Ende sind es unglaublich viele Seiten für eine Handlung die eigentlich innerhalb sehr kurzer Zeit stattfindet.

Nochmal lesen werde ich die Reihe auf jeden Fall so schnell nicht, weil sich durch die lange Lesezeit sehr viele andere Bücher angesammelt haben, die ich auch noch lesen möchte, aber sie ist auf jeden Fall lesenswert!

“Der Abschiedsstein” (15.11.16 – 12.2.17)

“die Nornenkönigin” (20.2.17 – 9.5.17)

“der Engelsturm” (9.5.17 – 17.6.17)

PS: Vielleicht kommen noch ein paar Punkte zur Handlung, die mir gefielen, in einem eigenen Beitrag.

PPS: Man kann bei der Onleihe zwar nicht verlängern, aber sich Bücher, die man gerade ausgeliehen hat, vormerken. Mit ein bisschen Glück kann man dann direkt am Tag nach der “Rückgabe” weiterlesen.

 

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