Meg Cabot – “Plötzlich Prinzessin”

Viele Mädchen träumen irgendwann einmal davon eine Prinzessin zu sein (Märchen im allgemeinen und vor allem die kitschigen Disney-Verfilmungen, sind daran wohl nicht ganz unschuldig). Doch es kann auch ganz schön anstrengend sein, wenn man plötzlich zur Prinzessin wird, als moderner Teenager zum Beispiel, dem die Hofetikette äußerst suspekt ist und Monarchie eh zuwider. Wie kennt ihr schon? Okay, vermutlich kann man nicht in meinem Alter sein und nicht zumindest von dem Film “Plötzlich Prinzessin” von 2001 gehört haben, in dem Anne Hathaway sich vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan mausert. Glücklicherweise wurde mein stummes Flehen in meinem ersten Beitrag zu einem von Cabots Werken erhört und ich fand in der Onleihe tatsächlich ein gewisses Buch, das so anders ist als der Film.

Am liebsten würde ich nur über die Unterschiede schreiben, aber tatsächlich funktioniert das wohl am besten, wenn ich das entlang der Handlung tue:

Mia Thermopolis erhält von ihrer Mutter ein Tagebuch, um ihre Gedanken und Gefühle ordnen zu können. Wie die meisten Teenager ist sie mit ihrem Leben fast zufrieden – würde ihre Mutter nicht ausgerechnet was mit dem Lehrer anfangen in dessen Fach sie bereits nach wenigen Wochen an der High School auf der Kippe steht, Josh Richter, süßester Junge der Schule, sie endlich mehr beachten und ihr Körper endlich mehr nach ihrer Mutter kommen. So erfahren wir, bevor ihr Leben tatsächlich aus dem Ruder läuft, was sie so bewegt, wie eine typische Woche und ein noch typischerer Freitagabend bei ihrer besten Freundin Lilly und deren großem Bruder Micheal aussieht.

Doch dann kommt ihr Vater zu Besuch, residiert natürlich mal wieder im Plaza, statt sich in Greenwich Village in der Nähe des Lofts seiner Jugendliebe ein Hotel zu suchen, und eröffnet Mia, dass er nicht einfach irgendein Politiker in Genovien ist, sondern der Fürst. Der Fürst, der seit dem überstandenen Hodenkrebs keine Kinder mehr zeugen kann. Damit ist also Mia die einzige Erbin der Linie Renaldo. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, soll sie ausgerechnet bei ihrer etwas eigenwilligen Großmutter, bei der sie schon immer die Sommer- und Weihnachtsferien verbringen muss, täglich (!) Prinzessinnenunterricht bekommen.

Als dieser Unterricht mit dem Aufnahmezeitpunkt von Lillys Sendung kollidiert und Mia nach ihrem “Make Over” mehr nach Lana Weinberger, der Oberzicke der Klasse, aussieht als nach sich selbst, kommt es zudem zum Streit zwischen Mia und Lilly, der sie die ganze Prinzessionnensache noch nicht gebeichtet hatte. Kurz darauf verplappert sich Grandmère gegenüber der Presse und schon hat Mia immer auch noch den Bodyguard Lars an der Backe. Einziger Lichtblick: die neue Freundschaft zu Tina, Tochter eines reichen Saudis, die wegen ihres Bodyguards immer als seltsam abgestempelt und gemieden wurde.

Dann rückt der “Ball der Kulturen” näher. Josh Richter trennt sich von Lana, lädt Mia auf den Ball ein, verhält sich wie ein Ekel (hat die Medien angerufen und raubt ihr vor laufender Kamera ihren ersten Kuss). Die nachfolgenden Szenen versöhnen Mia und Lilly wieder miteinander. Außerdem taucht unerwartet Michael auf dem Ball auf, der solche Veranstaltungen normalerweise meidet, und es wird mit ihrem Nachhilfemathelehrer – und ihren anderen Freunden – ein viel netterer Abend als es je mit Joch Richter hätte sein können. Außerdem erfährt sie, dass Michael echt gut Gitarre spielen kann.

Es ist erstaunlich. Jetzt bin ich ca. 10 Jahre älter als Mia und seit mehrere Jahren in einer festen Beziehung, aber dennoch habe ich das gesamte Buch über mitgefiebert, mit gelitten und mich am Ende gefreut. Das Buch, das eigentlich Mias Tagebuch wiedergibt, ist gespickt mit Feinheiten. Lady Diana ist Mias großes Vorbild, sie legt gerne James Bond-Filmmarathone mit Lilly ein, schaut HBO, will später bei Greenpeace arbeiten und ging vor der Prinzessinnensache jedes Mal mit ihrem Vater in das “Schöne und das Biest”-Musical am Broadway.

Mein Fazit: manchmal muss es auch Kitsch sein!

… und Mathemitschriebe im Tagebuch. 😉

Begonnen: 16.2. Beendet: 25.2.18

PS: Leider ist die Reihe nicht vollständig über Onleihe verfügbar

PPS: Vielleicht hätte ich eine Strichliste darüber führen sollen, was sie alles im Film abgeändert haben….

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