Love O2O – Film vs. Serie

Vor einiger Zeit hat mich meine beste Fteundin auf die Serie “Love O2O” aufmerksam gemacht, da sie (zu Recht) der Meinung war, dass sie meinem Freund (wegen des Computerspieleaspekts) und mir (wegen der Ästhetik der Spielszenen) gefallen könnte. Damit traf sie voll ins Schwarze, auch wenn ich große Teile der Serie dann allein geschaut habe und mein Freund sich die Handlung meist von mir hat zusammenfassen lassen.

Der Informatikstudent und angehender Spieleentwickler Xiao Nai sieht in einem Internetcafé seine (jüngere) Kommilitonin Bei Weiwei, wie sie ein Onlinespiel spielt, das er ebenfalls viel spielt. Doch statt sie einfach anzusprechen, hilft er ihr lieber im Spiel aus einer sehr unangenehmen Situation, indem er sie zu seiner Spielehefrau nimmt kurz nachdem sie von einem anderen Spieler ziemlich gemein abserviert wurde. Gemeinsam nehmen sie an einem Paarturnier Teil und stehen vorm Finale, wo er sie aber versetzt. Über seine Teamkameraden, im realen Leben seine Mitbewohner und Mitentwickler, erfährt sie das sie nach der Präsentation ihres Spiels einen Autounfall hatten und Xiao Nai sich dabei eine Gehirnerschütterung zuzog. Deshalb konnte er nicht rechtzeitig am Computer sein. Bei Weiwei vergibt ihm und willgt ein, sich endlich einmal offline zu treffen. Natürlich staunt sie nicht schlecht, als sie erkennt, dass ihre Onlineliebe der begehrteste (und ziemlich kluge) Student an der Uni ist. Kurz darauf machen sie ihren Beziehungsstatus gegenüber ihren Freunden offiziell und Bei Weiwei beginnt am Spiel mitzuarbeiten. Mit vereinten Kräften wird es trotz einiger Stolpersteine ein großer Erfolg und die beiden fangen an von ihrer weiteren Zukunft als Familie zu träumen.

Klingt kitschig, ist es auch, aber das Informatikumfeld macht es irgendwie dann doch cool. Allerdings gefällt mir der Film sogar noch besser und das sind die Gründe:

  • Bei Weiwei ist die ganze Zeit nicht nur hübsch, sondern auch clever und gewitzt. In der Serie wird ihre technische Begabung während des Firmenpraktikums bald hinten an gestellt und sie kümmert sich hauptsächlich darum, dass ihre Kollegen den Stress vor der Deadline überleben, ohne selbst mitzuentwickeln
  • Bei Weiwei ist Xiao Nai ebenbürtig: am Ende des Films wird deutlich gesagt, dass beide das Start-up führen. Gönnerhafte Szenen wie in der Serie fehlen, genauso das starke Gefälle zu seinem Reichtum und ihrer deutlich bescheideneren Herkunft (er fährt als Student einen neuen Jeep, während sich ihre Eltern anscheinend gar kein Auto leisten können)
  • Xiao Nai ist kein übertrieber Schönling und es wird nicht betont wie überaus gut er z.B. Fahrradfahren kann
  • Das Büro sieht realistisch aus und ist mit bunt zusammen gewürfelten Möbeln bestückt – in der Serie ist das Büro top modern und wurde extra designt und eingerichtet – welches Studenten Start-up kann sich das bitte leisten?
  • Das Spiel erleidet tatsächlich einen herben Rückschlag als die Spielefirma, die in sie investieren wollte, ihre Ideen klaut – in der Serie gibt es zwar auch Probleme sowie Konkurrenz, doch läuft eigentlich immer alles glatt
  • Wenn wir gerade dabei sind: das neue Spiel in der Serie fühlt sich wie ein Abklatsch des Spiels an, das sie alle zusammen gebracht hat, während im Film gleich zwei (zumindest optisch – für mehr hat die Erzählzeit nicht gereicht) komplett neue Spiele präsentiert werden
  • Bei Weiwei konfrontiert einen Journalistik-Studenten, der ihr unterstellt einen Sugar-Daddy zu haben (in Wahrheit hat sie die Mutter ihres Nachhilfeschülers zurück zum Campus gefahren) vor allen anderen mit seinem falschen Weltbild, indem sie seinen Browserverlauf bekannt gibt und ihn fragt, was das wiederum über ihn schließen lässt – in der Serie ist das deutlich abgemildert, indem sie ihm einfach den Nachhilfeschüler vorstellt
  • Bei Weiwei baut ihren Freund nach der Niederlage wieder auf
  • Sie hat (mindestens) einen männlichen Freund vor der ganzen Geschichte
  • Insgesamt deutlich weniger Drama und künstlich in die Länge gezogene Szenen

Ein paar Dinge hat die Serie dann aber auch nicht schlecht gemacht, einfach dadurch, dass sie mehr Erzählzeit hat:

  • Man lernt Xiao Nai Mitbewohner genauer kennen
  • Bei Weiwei hat ein Stipendium
  • Ihre Mitbewohnerin Erxi bleibt keine Randfigur
  • Echt offensichtliche, aber irgendwie lustig gemachte Produktplatzierung
  • KO ist echt genial (mag ihn aber auch so wie er im Film dargestellt wird)

Daher lautet mein Fazit: beides kann man sich gut ansehen (eben je nachdem wie viel Zeit man Untertitel lesen möchte – außer natürlich man beherrscht Mandarin). Allerdings möchte ich hier auch eine Warnung aussprechen: ich weiß nicht, ob manche Punkte die mir merkwürdig vorkamen einfach kulturelle Unterschiede sind, oder ob manche Änderungen und Aussagen sehr bewusst gemacht wurden. Schaltet den Kopf einfach nicht komplett ab. – Das gilt übrigens für alle Filme und Serien. 😉

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