Frankfurter Buchmesse 2019

Die Tage werden kürzer und erstaunlicherweise trifft das auch auf die Zeit zu, die ich auf der Frankfurter Buchmesse verbringe. Kann aber auch einfach nur der gefühlte Eindruck sein, da man nur zu zweit, sonntags, ohne Anstehen für Signierstunden und mit einem inzwischen relativ guten Überblick, wo sich was befindet, schneller vorankommt.

Trotz meiner im ersten Moment recht nüchternen Billanz über meinen achten (!) Besuch der Frankfurter Buchmesse habe ich doch wieder einiges Neues gesehen und einige Titel meiner Wunschliste hinzugefügt. Ob ich sie mir tatsächlich auch hole, steht dann nochmal auf einer anderer Seite. Meine Entdeckungen in relativ chronologischer Reihenfolge sind:

  • (TOPP) “Lässig Socken stricken” – wundervoll durchgedrehte, mehrfarbige Sockenmuster von Männern für Männer/alle
  • (EMF) Sprossen, Microgreens & Co – nachdem meine Küchenkräuter den Sommer überlebt haben und ich im Frühjahr gute Erfahrungen mit Kresse gemacht habe, bin ich am überlegen meinen Balkongarten etwas zu vergrößern
  • (EMF) “Buddha Bowls für kalte Tage” – irgendwann kann man Suppen abends dann auch nicht mehr sehen
  • Nelson Müller – “Heimatliebe – meine deutsche Küche” – kulinarisch geht es einmal quer durch Deutschland und es ist die schmale und deutlich überschaubarere Alternative zu “deutsche Küche” aus dem Teubner Verlag, mit der mein Freund liebäugelt
  • (Klett-Cotta) “Die Kunst des Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien” – in einem großen Bildband mit Begleittext werden die Skizzen und Zeichnungen von Tolkien zu Mittelerde vorgestellt. Es gibt übrigens auch wieder eine neue Gesamtausgabe – dieses Mal in Stoff gebunden
  • Wölkchenbäckerei – “Abnehmen mit Brot und Kuchen” – wer wünscht sich das nicht? Neugierig geworden, konnte ich nicht widerstehen und werde vielleicht demnächst auf meinem anderen Blog von den ersten Ergebnissen berichten. Denn dieses Buch ist das einzige, bei dem ich heute von der Kaufoption (das war früher nur sonntags, jetzt wohl auch das ganze Wochenende über möglich) Gebrauch gemacht habe
  • Jon Vidar Sigurdsson – “Viking Friendship” – über die (Handels)Beziehungen zwischen Island und Norwegen im frühen Mittelalter
  • Johan Ludvig Heibarg – “Nordische Mythologie”
  • Manuela Gaßner – “Das Zero Waste Nähbuch” – ich war nicht die Einzige, die zuerst dachte, es ginge darum weniger Verschnitt etc. beim Nähen zu haben. Ein paar der vorgeschlagenen, genähten Ersetzer und sonstige Rezepte zum Reduzieren von Müll klingen trotzdem spannend und manchmal sogar sinnvoll.

So weit zu meiner Bücherliste, die ich vor Ort zusammengestellt habe. Es fehlen natürlich eigentlich noch Romane auf der Liste, doch irgendwie stand mir dieses Jahr nicht so sehr der Sinn danach und meine klassischen “Ansprechpartner” hierfür waren dieses Jahr scheinbar überfüllt mit Kinderbüchern. Und ich kann mich einfach nicht an das neue Cover für “Harry Potter” gewöhnen. Im Nachhinein ist mir jetzt aber wieder von Anthony Ryan “das Erwachen des Feuers” eingefallen, das ich mir auf jeden Fall merken will, wenn mein Lesestapel zu Hause etwas kleiner geworden ist.

Der Ehrengast Norwegen hat sich wirklich die Ehre gegeben, war in allen großen Haupthallen vertreten und hat den eigentlichen Pavillon mit zwei großen Spiegelwänden an den Seiten einfach so mal eben riesig gemacht. Optisch hatte man mit dem weißen Boden, den runden Tischen mit Büchern aus denen geschwungene Metallrohre ragten und dem nur durch beide Bühnen verdeckten Blick nach draußen den Eindruck in einer (sehr gemütlichen und behaglichen) Schneelandschaft zu stehen. Wir waren so dort, dass wir die Gespräche von Ebba D. Drolshagen mit Wenche Roald, Annemor Sundbø und Anne Bårdsgård mitbekamen. Spätestens als Sundbø begann auf die Symbolik der bei den typisch norwegischen Selbu-Handschuhen verwendeten Motiven einzugehen, war es um mich geschehen. Ich werden mich da wohl noch mal etwas schlauer machen, vor allem da es mich überrascht hat, dass dort anscheinend christliche und mythologische (?) Themen verwendet werden.

Zum “Abkühlen” ging es in Halle 4.0, in die der offizielle “Frankfurt Cosplay”-Bereich neben die Papeterie eingezogen war. Da fällt mir ein, dass ich schon lang nicht mehr in meinem hiesigen, Lieblingscomicladen war…

Den Abschluss des Tages bildete wieder Halle 3. Ein gemütlicher Spaziergang durch die Kalendergalerie, der Frage, ob man nicht doch noch das ein oder andere Anleitungsbuch mitnimmt (leider habe ich für die Puppen aus “Curvy Girls” viel zu wenig Lust auf Häkeln und Zusammennähen) und dem “Fantasytalk: Schreiben ist nicht alles” von Mary Cronos, Mira Valentin (im Cosplay für die Romanreihe eines anderen Autoren) und einer dritten Autorin (die spontan einsprang und deren Name leider nicht auf der Anzeigetafel hinter ihnen angepasst worden war). Der Talk soll wohl bei Mary Cronos demnächst als Podcast-Folge oder so erscheinen – wer also Interesse hat, sollte sich auf jeden Fall anhören, was die drei zum Thema Plott ausdenken, Regeln im High Fantasy und klischeehaften Figuren zu sagen haben.

Ich würde sagen, der Winter kann kommen und ich brauche eindeutig mehr Lesezeit. Schließlich liest jeder Norweger im Schnitt 15 Bücher im Jahr und mein Interesse ist gerade erst geweckt.

This entry was posted in Books, nicht fiktional and tagged . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.